Pentagon bestätigt gezielten Luftschlag auf syrische Truppen

Die USA haben einen Luftschlag gegen die syrische Armee bestätigt. Offenbar will das Pentagon einen Stützpunkt in Syrien errichten.

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Nach Informationen der israelischen Militärwebseite DebkaFile haben die US Special Forces einen Vorwärts-Stützpunkt in Südost-Syrien errichtet. Der Stützpunkt befindet sich in der Wüstenstadt Al-Zukf – 70 Kilometer nordwestlich des syrisch-irakisch-jordanischen Grenzdreiecks und der Al-Tanf-Kreuzung, die von US-Truppen, westlichen alliierten, Söldnern und jordanischen Spezialeinheiten kontrolliert wird.

Der Stützpunkt hat zwei Funktionen: Zum einen soll er den Vorstoß der syrischen Armee und der Hisbollah, die seit vierzehn Tagen von Al-Suweida im südöstlichen Syrien zur Al-Tanf-Kreuzung vorangekommen sind, blockieren. Es soll verhindert werden, dass die syrische Armee einen Landstrich von 300 Kilometer entlang der syrisch-irakischen Grenze kontrolliert. Denn dadurch hätte der Iran die Möglichkeit eine direkte Landbrücke vom Irak über Syrien bis ans Mittelmeer zu schaffen, so DebkaFile. Zum anderen soll von Al-Zukf aus die ISIS-Hochburg Abu Kamal erobert werden. Abu Kamal befindet sich 200 Kilometer nordwestlich von Al-Tanf.

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, ob im syrischen Al-Zukf tatsächlich US-Spezialkommandos stationiert wurden und ob im Süden Syriens auch Militäroperationen gegen ISIS gemeinsam mit den Russen durchgeführt werden sollen, antwortete der Sprecher des Pentagons, Major Adrian J.T. Rankine-Galloway:

„In den meisten Fällen diskutieren wir nicht über die Standorte und Zuweisungen von Spezialkräften. Aus Sicherheitsgründen äußern wir uns auch nicht zu künftigen Plänen. Wie Sie wissen, gibt es Koalitionsberater in der Nähe von Al-Tanf, die überprüfte syrische Kräfte (Anm.d.Red. Söldner) trainieren, beraten und unterstützen, um Operationen durchzuführen, damit ISIS besiegt wird. Diese Koalitionskräfte führen seit mehreren Monaten diese Mission durch. Die Koalitionskräfte werden geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Koalitionsberatern und partnerschaftlichen Kräften sicherzustellen, die allesamt Operationen gegen ISIS durchführen. Wir koordinieren keine militärischen Operationen mit den Russen. Wir halten Kommunikations-Linien mit den russischen Kräften, um im Verlauf unserer Operationen Konflikte zu verhindern und die Sicherheit von Flugbesatzungen und Kräften vor Ort zu gewährleisten.“

In diesem Zusammenhang hat die US-Luftwaffe am 6. Juni 2017 im Süden von Syrien pro-syrische Kampfverbände, die für die Regierung in Damaskus agieren, bombardiert. In einer Mitteilung meldet die von den USA angeführte Anti-ISIS-Allianz „Inherent Resolve“ auf ihrer Webseite: „Die Koalition zerstörte zusätzliche pro-syrische Regierungskräfte, die am 6. Juni innerhalb der etablierten Deeskalations-Zone in Süd-Syrien vorrückten. Trotz früherer Warnungen drangen Pro-Regime-Kräfte in die vereinbarte Deeskalations-Zone mit einem Panzer, Artillerie, Flak-Waffen, bewaffneten technischen Fahrzeugen und mehr als 60 Soldaten ein, was eine Bedrohung für die Koalition und ihre Partner der Al-Tanf Garnison bedeutete. Die Koalition erteilte mehrere Warnungen, bevor zwei Artillerie-Geräte sowie eine Flak-Waffe zerstört und ein Panzer beschädigt wurde.“

In derselben Mitteilung wird auch bestätigt, dass am 18. Mai 2017 gezielt syrische Truppen und ihre Verbündeten angegriffen wurden.

Die Luftschläge der Amerikaner gegen pro-syrische Kräfte zog russische Kritik nach sich. Konstantin Kosatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Oberhaus des russischen Parlaments, sagte der Nachrichtenagentur Tass: „Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Koalition aus der Sicht des Völkerrechts keine Befugnis hat, solche (militärischen) Handlungen durchzuführen.“

„Schließlich untergraben derartige Aktionen der USA eine politische Lösung. Sie ermutigen die Terroristen, weil diese nun denken, dass sie nicht alleine in ihrem Kampf gegen die Regierungskräfte sind und eine große Macht wie die USA nun auf ihrer Seite ist“, so der Vorsitzende des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates, Viktor Oserow.

Weder der Kreml noch das russische Verteidigungsministerium haben eine Stellungnahme zu den US-Luftschlägen gegen die pro-syrischen Kräfte veröffentlicht.

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