China entsendet Kriegsschiffe an den Persischen Golf

China stärkt dem Iran in der Auseinandersetzung mit den USA mit einer gemeinsamen Militärübung demonstrativ den Rücken.

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Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen in der Golfregion haben China und Iran am Sonntag im Persischen Golf eine gemeinsame Militärübung begonnen. Ein iranischer und zwei chinesische Zerstörer würden an der Übung teilnehmen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Irna. Die drei Kriegsschiffe würden von zwei Helikoptern unterstützt werden, berichtet die regierungsnahe russische Nachrichtenagentur Russia Today. Das Manöver werde im östlichen Teil der Straße von Hormus stattfinden. 700 iranische Soldaten nähmen daran teil. Die beiden chinesischen Militärschiffe starteten im iranischen Hafen Bandar Abbas und besuchten nach der Übung den Oman. Es sei die erste gemeinsame Übung seit 2014.

Das Militärmanöver findet in einer Zeit wachsender Spannungen zwischen den Anrainerstaaten der Straße von Hormuz statt. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran erreichten ihren vorläufigen Höhepunkt, nachdem der US-Senat neue Sanktionen gegen das Land ins Spiel gebracht hatte. Zwischen Saudi-Arabien und dem Iran besteht ohnehin eine geopolitisch und religiös motivierte Feindschaft.

Die diplomatischen Spannungen hatten sich jüngst verschärft, nachdem Saudi-Arabien sowie einige andere arabische Staaten einen Boykott gegen das Emirat Katar verkündet hatten. Hintergrund sind Vorwürfe, dass das Emirat islamistische Gruppen in anderen Ländern unterstütze und diplomatische Kontakte zum Iran unterhalte.

Auch europäische Staaten könnten in die Auseinandersetzungen am Golf verwickelt werden. In Katar befindet sich eine große US-Militärbasis, auch türkische Soldaten sind dort stationiert. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die ebenfalls die Beziehungen zu Katar abgebrochen haben, gibt es einen französischen Marinestützpunkt.

Die Straße von Hormus gilt wegen der Gas- und Öllieferungen aus den Golfstaaten in alle Welt als sehr wichtige Handelsroute. Rund 30 Prozent aller weltweiten Ölexporte sollen durch sie auf den Weltmeeren gelangen.

In den vergangenen Monaten hatte die US-Regierung der iranischen Marine mehrfach vorgeworfen, amerikanische Kriegsschiffe in der Straße von Hormus mit der Entsendung von Schnellbooten provoziert zu haben, die Scheinangriffe auf die Militärschiffe geführt haben sollen.

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