Chaos in der Produktion: Tesla feuert hunderte Mitarbeiter

Der Elektroautobauer Tesla hat offenbar große Probleme in seiner Produktionsabteilung.

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Tesla-Chef Elon Musk spricht am 28.07.2017 auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien bei der Übergabe des ersten Tesla-Fahrzeugs Model 3. Währenddessen wurden hunderte Mitarbeiter entlassen. (Foto: dpa)

Tesla-Chef Elon Musk spricht am 28.07.2017 auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien bei der Übergabe des ersten Tesla-Fahrzeugs Model 3. (Foto: dpa)

Beim Elektroautobauer Tesla gibt es offenbar große Probleme in der Produktion. Mitten im schwierigen Produktionsaufbau für seinen ersten günstigeren Wagen Model 3 hat das Unternehmen in großem Stil Mitarbeiter nach einer jährlichen Bewertung entlassen. Nach Informationen der San Jose Mercury News wurden zwischen 400 und 700 Beschäftigte entlassen – darunter seien Ingenieure, Manager und Arbeiter. Das Unternehmen selbst nannte keine Zahl. Tesla hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 33.000 Mitarbeiter – und über 2.000 offene Stellen.

Wie The Mercury News weiter berichtet, habe es keinerlei Warnungen oder Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Kündigung der Mitarbeiter gegeben, welche offenbar vor allem in den Fertigungsreihen der Modelle S und X auftraten. Die Arbeitsmoral in diesen Bereichen sei derzeit schlecht, berichtet die Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte Mitarbeiter.

Der Autobauer musste jüngst einräumen, dass die Produktion des Model 3 bei weitem nicht so schnell anläuft wie geplant. Im vergangenen Quartal wurden statt der anvisierten 1.500 Fahrzeuge nur 260 gebaut. Tesla nannte keine genaueren Gründe für den Rückstand, erklärte aber, es gebe keine grundlegenden Probleme in der Fertigung.

Diese Aussage erscheint wenig glaubhaft, weil das Wall Street Journal inzwischen Einzelheiten über den Grund für den Produktionsengpass berichtete. Demzufolge soll die mehrere Milliarden Dollar teure Produktionslinie im Hauptwerk im kalifornische Fremont noch gar nicht fertiggestellt worden sein, als die Produktionsziele veröffentlicht wurden. Mitarbeiter an anderen Standorten hätten daraufhin versucht, Fahrzeuge des Model 3 per Hand zusammenzubauen. Das Chaos in der Produktion habe Tesla vor den Kunden und seinen Investoren versucht zu verheimlichen.

Das Wall Street Journal zitiert einen Automobilexperten mit den Worten: „Das ist sicher nicht die Art und Weise, wie Autos aus der Massenfertigung gebaut werden sollten. Das ist Automobilherstellung aus der Zeit der Postkutschen, nicht aus dem Zeitalter der Industrialisierung.“

Tesla erwirtschaftet seit Jahren hohe Verluste, wird aber von Investoren weiterhin mit Geld versorgt. Der Aktienkurs stieg in den vergangenen 12 Monaten von etwa 190 Dollar auf aktuell etwa 350 Dollar.

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