Investoren setzen trotz Verlusten auf Tesla

Der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla weitet seine Verluste auf derzeit 10 Millionen Dollar am Tag aus. Investoren zeigen sich unbeeindruckt.

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Tesla-Chef Elon Musk spricht am 28.07.2017 auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien bei der Übergabe des ersten Tesla-Fahrzeugs Model 3. (Foto: dpa)

Tesla-Chef Elon Musk spricht am 28.07.2017 auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien bei der Übergabe des ersten Tesla-Fahrzeugs Model 3. (Foto: dpa)

Die Entwicklung der Tesla-Aktie in Euro. (Grafik: ariva.de)

Die Entwicklung der Tesla-Aktie in Euro. (Grafik: ariva.de)

Der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla schreibt weiter rote Zahlen. Der Verlust weitete sich im zweiten Quartal auf die Rekordmarke von 336,4 Millionen Dollar von 293,2 Millionen Dollar im Vorquartal aus, berichtet Reuters. Dies bedeutet, dass das Unternehmen derzeit jeden Tag etwa 10 Millionen Dollar verbrennt.

Doch die Investoren wetten unverdrossen auf den Elektroautobauer: Mit einem Kursplus von 6,5 Prozent gehörten die Titel von Tesla zu den Favoriten der Wall Street. Anleger ignorierten den Rekordverlust des Elektroauto-Bauers. Sie konzentrierten sich stattdessen auf das überraschend starke Umsatzplus und die 455.000 Vorbestellungen des Hoffnungsträgers „Model 3“

Die Vorbereitung auf den Model-3-Start und Investitionen in eine riesige Akku-Fabrik in Nevada kostete Tesla zuletzt sehr viel Geld. Am 30. Juni verfügte das Unternehmen noch über Barbestände von rund drei Milliarden Dollar nach vier Milliarden zum Ende des Vorquartals. Finanzchef Deepak Ahuja sagte, die Ausgaben Teslas seien auf einem „historischen Hoch“ von mehr als 100 Millionen Dollar pro Woche. Firmenchef Elon Musk stellte in einem Analystengespräch dennoch klar, er denke nicht über eine Kapitalerhöhung nach.

Auch bei den Mitarbeitern gibt es offenbar große Probleme. Tesla sieht sich mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten über die Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten jetzt Angestellte Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

Die Löhne in der Tesla-Fabrik sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar (rund 15,20 Euro) pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar. Es gibt außerdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle. Die Beschäftigten seien es leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Dies senke die Moral und sei „traumatisierend“.

Weil sich der Umsatz des Unternehmens wegen der anstehenden Auslieferung des Model 3 im zweiten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal 2016 auf 2,79 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte, stieg der Aktienkurs am Mittwoch deutlich. Anleger bewerteten die verbliebene Kapitalreserve und die von Musk verkündete anhaltend steigende Nachfrage positiv. Musk sagte, die Auslieferungen sowohl des Model S wie des zweiten bereits für den Markt in Serie produzierten Modells, Model X, würden sich im zweiten Halbjahr steigern.

Anfang Julie brach der Aktienkurs des Unternehmens ein, nachdem die Großbank Goldman Sachs ihr Tesla-Kursziel auf 180 Dollar senkte und die Empfehlung „verkaufen“ beibehielt. Derzeit liegt der Aktienkurs bei etwa 325 Dollar.

Tesla hatte die Untergrenze seiner Absatz-Prognose für das erste Halbjahr gerade noch erreicht. Der Konzern des Milliardärs Musk lieferte gut 47.000 Fahrzeuge des Model S und X aus. Die eigene Vorhersage hatte bei 47.000 bis 50.000 gelegen. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt.

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