Gemischtes

Investoren setzen trotz Verlusten auf Tesla

Lesezeit: 2 min
03.08.2017 11:40
Der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla weitet seine Verluste auf derzeit 10 Millionen Dollar am Tag aus. Investoren zeigen sich unbeeindruckt.
Investoren setzen trotz Verlusten auf Tesla

Mehr zum Thema:  
Tesla >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Tesla  

Der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla schreibt weiter rote Zahlen. Der Verlust weitete sich im zweiten Quartal auf die Rekordmarke von 336,4 Millionen Dollar von 293,2 Millionen Dollar im Vorquartal aus, berichtet Reuters. Dies bedeutet, dass das Unternehmen derzeit jeden Tag etwa 10 Millionen Dollar verbrennt.

Doch die Investoren wetten unverdrossen auf den Elektroautobauer: Mit einem Kursplus von 6,5 Prozent gehörten die Titel von Tesla zu den Favoriten der Wall Street. Anleger ignorierten den Rekordverlust des Elektroauto-Bauers. Sie konzentrierten sich stattdessen auf das überraschend starke Umsatzplus und die 455.000 Vorbestellungen des Hoffnungsträgers "Model 3"

Die Vorbereitung auf den Model-3-Start und Investitionen in eine riesige Akku-Fabrik in Nevada kostete Tesla zuletzt sehr viel Geld. Am 30. Juni verfügte das Unternehmen noch über Barbestände von rund drei Milliarden Dollar nach vier Milliarden zum Ende des Vorquartals. Finanzchef Deepak Ahuja sagte, die Ausgaben Teslas seien auf einem „historischen Hoch“ von mehr als 100 Millionen Dollar pro Woche. Firmenchef Elon Musk stellte in einem Analystengespräch dennoch klar, er denke nicht über eine Kapitalerhöhung nach.

Auch bei den Mitarbeitern gibt es offenbar große Probleme. Tesla sieht sich mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten über die Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten jetzt Angestellte Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

Die Löhne in der Tesla-Fabrik sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar (rund 15,20 Euro) pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar. Es gibt außerdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle. Die Beschäftigten seien es leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Dies senke die Moral und sei „traumatisierend“.

Weil sich der Umsatz des Unternehmens wegen der anstehenden Auslieferung des Model 3 im zweiten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal 2016 auf 2,79 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte, stieg der Aktienkurs am Mittwoch deutlich. Anleger bewerteten die verbliebene Kapitalreserve und die von Musk verkündete anhaltend steigende Nachfrage positiv. Musk sagte, die Auslieferungen sowohl des Model S wie des zweiten bereits für den Markt in Serie produzierten Modells, Model X, würden sich im zweiten Halbjahr steigern.

Anfang Julie brach der Aktienkurs des Unternehmens ein, nachdem die Großbank Goldman Sachs ihr Tesla-Kursziel auf 180 Dollar senkte und die Empfehlung „verkaufen“ beibehielt. Derzeit liegt der Aktienkurs bei etwa 325 Dollar.

Tesla hatte die Untergrenze seiner Absatz-Prognose für das erste Halbjahr gerade noch erreicht. Der Konzern des Milliardärs Musk lieferte gut 47.000 Fahrzeuge des Model S und X aus. Die eigene Vorhersage hatte bei 47.000 bis 50.000 gelegen. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Tesla >

DWN
Deutschland
Deutschland Reale Gefahr: Wenn ein Cyber-Angriff auf unser Stromnetz stattfindet, bricht die Nahrungsmittelversorgung zusammen

Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf das deutsche Stromnetz ist real. Sollte dies geschehen, würde unter anderem die gesamte...

DWN
Politik
Politik Nach Todesfällen in Norwegen: China fordert Streichung des Impfstoffs von Pfizer und BioNTec

China fordert, dass der Corona-Impfstoff von BioNTec/Pfizer weltweit gestrichen wird. Zuvor waren 23 Personen in Norwegen nach einer...

DWN
Politik
Politik „Die Roten säubern“: In Spanien sind die Militärs gegen die linke Regierung

In Spanien herrscht in Militärkreisen eine große Unzufriedenheit mit der Regierung. Ehemalige hochrangige Ex-Militärs gehen sogar...

DWN
Politik
Politik Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft ist zu Ende: Wie Angela Merkel viele Brände löschte - und einige Feuer neu entfachte

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert einen - humorigen, aber höchst kompetenten - Rückblick blickt auf die sechsmonatige deutsche...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Lohnt sich der Einstieg noch oder ist es zu spät?

Wer in Bitcoin investieren will, braucht aufgrund der extremen Kurssprünge starke Nerven. Wer dafür bereit ist, erfährt hier, wie in...

DWN
Deutschland
Deutschland Nicht länger ein sanfter Riese: Deutschland muss die EU geopolitisch anführen

Im zweiten Teil seiner Rezensionen von wichtigen Neuerscheinungen befasst sich der renommierte Wissenschaftler Helmut K. Anheier mit zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Corona-Lockdown wird bis zum Juni 2021 andauern

Die Bevölkerung und das deutsche Unternehmertum sollten sich nichts vormachen lassen. Der Lockdown wird in verschiedenen Intensitäten bis...

DWN
Technologie
Technologie Neue Gesichtserkennungs-Technologie kann politische Gesinnung der Bürger aufdecken

Einer neuen Gesichtserkennungs-Technologie zufolge soll es möglich sein, die politische Gesinnung einer Person zu entschlüsseln. Doch die...

DWN
Politik
Politik Will Angela Merkel den totalen Lockdown?

Die Politik diskutiert über eine weitere Verschärfung des Corona-Beschränkungen bis zum Sommer.

DWN
Politik
Politik Schwere Unruhen in Belgien: Mann stirbt nach Corona-Kontrolle in Polizeigewahrsam

Ein Mann, der gegen die Corona-Regeln verstoßen haben soll, wurde von der belgischen Polizei verhaftet. Wenig später starb er in...

DWN
Politik
Politik Spahn missbrauchte Fragerunde als Werbung für Laschet

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte auf dem digitalen CDU-Parteitag für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als neuen Parteichef...

DWN
Politik
Politik Biden gegen Putin: In der Ukraine wird es gewaltig krachen

Unter Joe Biden als US-Präsident wird der Ukraine-Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreichen. Doch diesmal dürfte Washington gewillt...

DWN
Politik
Politik Sachsen sperrt „Quarantäne-Verweigerer“ künftig in alten Flüchtlingsheimen ein

Die sächsische Landesregierung wird sogenannte Quarantäne-Verweigerer künftig in speziellen Einrichtungen einsperren. Die Maßnahme wird...

DWN
Politik
Politik Merkel drängt auf landesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen

Bei einem vorgezogenen Spitzentreffen kommende Woche sollen nach dem Willen der Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßnahmen...