Internationale Investoren reißen sich um deutsche Unternehmen

Internationale Investoren kaufen immer mehr Unternehmen in Deutschland.

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Auch die hohe Rechtssicherheit gibt für viele internationale Investoren den Ausschlag, nach Deutschland zu kommen. (Foto: dpa)

Auch die hohe Rechtssicherheit gibt für viele Investoren den Ausschlag, nach Deutschland zu kommen. (Foto: dpa)

Internationale Investoren geben in Deutschland so viel Geld für Unternehmenskäufe aus wie noch nie. In diesem Jahr dürften nach Erhebungen des Branchenverbandes BVK deutsche Unternehmen für mehr als zehn Milliarden Euro an Finanzinvestoren gehen, berichtet Reuters.

In den ersten sechs Monaten hatten diese mit fast 7,3 Milliarden Euro mehr Eigenkapital in Deutschland investiert als im ganzen Jahr 2016, wie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in München mitteilte. Kredite, mit denen die Investoren einen großen Teil der Käufe finanzieren, sind dabei noch gar nicht eingerechnet. „Wir erwarten ein Rekordjahr“, sagte Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs. „Wir glauben, dass wir im zweiten Halbjahr die Grenze von zehn Milliarden Euro reißen werden.“

Der bisherige Rekord liegt knapp unter zehn Milliarden Euro und stammt aus den Boom-Jahren vor der Finanzkrise. Seit 2010 schwankten die Zahlen zwischen 5,1 und 7,2 Milliarden Euro. Die teuerste Übernahme durch Finanzinvestoren in Deutschland ist in den Halbjahreszahlen nicht berücksichtigt: Das 5,3 Milliarden Euro schwere Angebot von Bain Capital und Cinven für den hessischen Arzneimittelhersteller Stada war erst nach dem Stichtag ausgelaufen. Auch bei der zweitgrößten Transaktion des Jahres spielt Cinven mit – aber als Verkäufer: Der britische Finanzinvestor verkaufte den Industriekeramik-Hersteller CeramTec am Mittwoch für 2,6 Milliarden Euro an den Rivalen BC Partners.

Dabei machen die schlagzeilenträchtigen Mehrheitsübernahmen nur zwölf Prozent aller 602 Private-Equity-Transaktionen aus. Dem Investitionsvolumen nach stehen sie aber für 81 Prozent des Marktes. „Wir haben ein starkes Investitionsplus bei den großen Buy-outs und bei Venture Capital“, sagte Hinrichs. Dabei sei bei den Kapitalspritzen für junge Unternehmen (Venture Capital) das zweite Halbjahr meist das stärkere.

In der Wachstumsfinanzierung tummeln sich in Deutschland aber zumeist staatliche Finanziers. „Wir haben eine deutliche Lücke bei privatem Kapital, das in Venture Capital fließt“, sagte Hinrichs. Der BVK hofft auf die neue Bundesregierung. Vor allem Versicherern müssten Investitionen in Firmenbeteiligungen erleichtert werden, sagte Hinrichs. Vorbild dafür sei Dänemark, wo der Staat einen Dachfonds eingerichtet hatte, über den die Assekuranz in Venture Capital und Private Equity investieren konnte und die Risiken über eine Art Staatsgarantie abgefedert worden seien. Das könne sich der Verband auch für Deutschland vorstellen, am besten unter dem Dach der Förderbank KfW, sagte Hinrichs.

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