Investoren geben Gebote für Krisenbank HSH Nordbank ab

Mehrere Investoren haben verbindliche Offerten für die angeschlagene Landesbank HSH Nordbank abgegeben.

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Das Logo der HSH Nordbank. (Foto: dpa)

Das Logo der HSH Nordbank. (Foto: dpa)

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Im Verkaufsprozess für die HSH Nordbank liegen konkrete Angebote auf dem Tisch. Aus dem Kreis der Bieter seien verbindliche Offerten für die zum Verkauf stehende Krisenbank abgegeben worden, teilten die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg am Sonntag mit: „Nach erster Sichtung bieten diese eine gute Grundlage, um den Verkaufsprozess fortsetzen zu können.“ Alle Angebote gelten nach HSH-Angaben für die Bank als Ganzes. Die Länder werden die Angebote analysieren und in die finalen Verhandlungen eintreten. Ein Kaufvertrag muss bis Ende Februar 2018 unterzeichnet sein. Die Bank nannte erste Geschäftszahlen zum 30. September: In den ersten neun Monaten 2017 sei das Neugeschäft um rund zehn Prozent gestiegen, und auch der Gewinn werde höher ausfallen.

Wer die verbliebenen Bieter sind, wurde nicht gesagt. Insidern zufolge gab es zuletzt eine Handvoll Interessenten, zu denen US-Finanzinvestoren wie Apollo, Cerberus oder Lonestar gehörten. Auch der US-Investor Christopher Flowers, der gut fünf Prozent an der Bank hält, war laut Insidern interessiert. Dagegen ist wohl kein strategischer Bieter mehr im Rennen.

Die Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH bis Ende Februar 2018 verkaufen. Dies ist eine Auflage der EU-Kommission im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen. Wird man sich nicht handelseinig, droht dem Geldhaus die Abwicklung. Neben der Kernbank gibt es eine Abbaubank, in der milliardenschwere Problemkredite aus den Jahren 2004 bis 2009 gebündelt sind.

Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) und die Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinold, sprachen in einer gemeinsamen Presseerklärung von einem „bedeutenden Zwischenschritt“ im Privatisierungsverfahren der HSH Nordbank. Vorstandschef Stefan Ermisch zeigte sich ebenfalls optimistisch. „Wir werden die Ländereigner auch künftig nach Kräften unterstützen, denn das konkrete Investoreninteresse ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich,“ sagte er.

Nach 173 Millionen Euro Gewinn vor Steuern zum Halbjahr werde der Vorsteuergewinn zum 30. September „etwas höher ausfallen“, teilte die Bank mit. Die Kernbank komme insbesondere im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien und Immobilien gut voran. Das Neugeschäft stieg nach neun Monaten um rund zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Auch die Abbaubank mache Fortschritte, sagte Ermisch: Von 13,6 Milliarden Euro Altlasten zum Jahresende 2016 sei dieser Wert bis Ende Dezember auf unter acht Milliarden Euro gesunken, im kommenden Jahr seien weniger als vier Milliarden Euro vorgesehen.

Die Bank war durch die Finanzkrise und zuletzt wegen der Schiffskrise in Schieflage geraten. Hamburg und Schleswig-Holstein haben dem Geldhaus bereits mit Garantien und Eigenkapital von rund 13 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Über Gebühren dafür flossen etwa drei Milliarden Euro von der Bank zurück an die Länder.

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