UN warnt vor mehr Flüchtlingen wegen Hungerkrise

Den Vereinten Nationen zufolge könnte es zu einer neuen großen Fluchtbewegung wie im Jahr 2015 kommen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Blick auf das Flüchtlingscamp Debaga zwischen Erbil und Mossul (Irak) am 18.10.2016. Im Hintergrund ist schwarzer Rauch einer brennenden Ölanlage zu sehen. In Bezug auf Flüchtlinge droht eine neue Hungerkrise. (Foto: dpa)

Blick auf das Flüchtlingscamp Debaga zwischen Erbil und Mossul (Irak) am 18.10.2016. Im Hintergrund ist schwarzer Rauch einer brennenden Ölanlage zu sehen. (Foto: dpa)

+++Werbung+++

Der Chef des UN-Welternährungsprogramms, David Beasley, warnt vor einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen. Grund seien Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln in einigen Flüchtlingslagern in Afrika und im Nahen Osten, berichtet Reuters. Wie 2015 müssten dort derzeit Essenrationen gekürzt werden. „Wir haben einen hohen Preis bezahlt für diesen Fehler – und ich befürchte, dass wir ihn gerade ein zweites Mal begehen“, sagte Beasley der Wochenzeitung Die Zeit. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen Hunger und Migration. Viele Flüchtlinge wollten eigentlich in ihrer Heimatregion bleiben, etwa um schnell zurückkehren zu können, wenn es die Sicherheitslage erlaube. „Aber wenn sie nicht genug zu essen bekommen, werden sie sich auf den Weg machen. Und viele wollen dann nach Europa.“

Viele Länder hätten zwar mehr Geld für den Kampf gegen den Hunger zur Verfügung gestellt, sagte Beasley. Allerdings habe sich die Versorgungslage so sehr verschlechtert, dass das nicht ausreiche. Erstmals seit mehr als zehn Jahren sei die Zahl der Hungernden weltweit im Jahr 2016 wieder gestiegen. Grund dafür seien vor allem Kriege und der Klimawandel. So drohe etwa im Jemen eine „Hungersnot“, weil Saudi-Arabien die Häfen für Hilfslieferungen blockiere.
Beasley forderte, dass sich insbesondere die Länder der Golfregion wegen ihrer räumlichen Nähe zu vielen Krisenländern angemessen an den Kosten der Nahrungsmittelhilfe beteiligten. Das sei aber nicht der Fall.