Finanzen

LED-Lampen verstärken Licht-Verschmutzung in Deutschland

Lesezeit: 1 min
23.11.2017 17:06
Einer Studie zufolge nehmen die Lichtemissionen in Deutschland und der Welt stark zu.
LED-Lampen verstärken Licht-Verschmutzung in Deutschland

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Einer kürzlich erschienenen Studie des GFZ Forschungszentrums Potsdam zufolge nimmt die Lichtverschmutzung weltweit zu. Demzufolge wuchs die nachts künstlich erleuchtete Fläche auf der Erde zwischen 2012 und 2016 jährlich um durchschnittlich etwa 2 Prozent.

Deutschland liegt über dem Wert. „Die erleuchtete Fläche vergrößerte sich in diesem Zeitraum in Deutschland um 2,8 Prozent. Die Helligkeit der Lichter in Deutschland wächst um etwa 2,3 Prozent“, sagte Studienleiter Christoph Kyba den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Besonders stark ist dabei der Anstieg in den Entwicklungsländern, weil die Zunahme bei der Licht-Verschmutzung ziemlich genau der Zunahme der Wirtschaftsleistung folgt, sagte Kyba.

Interessant ist, dass der zunehmende Gebrauch energiesparender LED-Lampen zu mehr Lichtemissionen führen kann. „Um Kosten zu sparen, wechseln Städte, Unternehmen und Haushalte zu LED-Lampen. Aber diese Einsparungen könnten mehr als kompensiert werden, wenn ihre Nachbarn neue oder hellere Lampen installieren. Forscher fürchten, dass dieser ‚Bumerang-Effekt‘ die Einsparungen teilweise oder sogar komplett aufheben und den Nachthimmel über Städten deutlich heller machen könnten“, schreibt EurekAlert.

Dies dürfte auch für Deutschland gelten. „Basierend auf dem Bumerang-Effekt würde man von mehr Licht durch die effizienteren LED-Lampen ausgehen. Das Ansteigen der Lichtemission in Deutschland verweist auf die Hypothese, dass LED kaum Geld und Energie einsparen, sondern zu einem höheren Lichtverbrauch führen“, sagte Kyba.

Die Forscher gehen zudem davon aus, dass die Zunahme dieser sogenannten Licht-Verschmutzung sogar noch größer sein dürfte. Denn der Weltraumradiometer VIIRS – auf dem die Berechnungen beruhen – kann kurze Wellenlängen nicht erkennen – und das Licht von modernen weißen LED-Lampen, die das gelbliche Licht aus Natriumdampflampen in vielen Straßenlaternen ersetzen, enthält einen höheren Blauanteil mit ebensolchen kurzen Wellenlängen.

Im Ergebnis erscheinen für VIIRS manche Orte dunkler, selbst wenn sie weißer und heller strahlen. Das betrifft laut GFZ vor allem auch das gestreute Licht, das den sogenannten Lichtdom über großen Orten verursacht. Die Lichtverschmutzung ist also noch stärker, als die VIIRS-Daten vermuten lassen.

Frühere Studien Kybas ergaben zudem, dass die Lichtemission pro Kopf der Bevölkerung in den USA um den Faktor drei bis fünf höher ist als die in Deutschland. Der GFZ-Wissenschaftler wertete dies als Beleg, dass Sicherheit und Wohlstand sowie Sicherheitsempfinden auch mit sparsamer Beleuchtung zu erreichen sind. „Ich sehe ein großes Potenzial in der LED-Revolution, aber nur, wenn wir das gesparte Geld nicht für noch mehr Lampen ausgeben“, betonte Kyba.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Deutschland
Deutschland Streit um Rundfunkbeitrag droht Koalition in Sachsen-Anhalt zu sprengen

Wegen der Blockade durch CDU und AfD in Sachsen-Anhalt kann der Rundfunkbeitrag voraussichtlich nicht erhöht werden. Daher droht nun auch...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Spahn rechnet mit Impfbeginn um den Jahreswechsel herum

Um den Jahreswechsel sollten die Dosen zur Verfügung stehen, sagte Spahn. Die Impfzentren sollten bereits Mitte Dezember einsatzbereit...

DWN
Politik
Politik Trumps Truppenabzug aus dem Nahen Osten und Afghanistan sorgt für Unbehagen

Donald Trumps Plan, die Stärke der US-Truppen in Afghanistan und im Irak bis zum 15. Januar 2021 auf jeweils 2.500 Mann zu reduzieren,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Streit im Opec-Kartell: Analysten sehen Risiken für den Ölpreis

Zwischen den Ölnationen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein offener Streit entbrannt. Experten zufolge könnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Wirecard-Skandal verändert Dax dauerhaft

Die Deutsche Börse stockt den Dax auf 40 Mitglieder auf. Das ist nur eine Folge der Wirecard-Pleite. Die Zusammensetzung des Dax soll...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bundesregierung präsentiert Zeitplan für Normen und Zertifizierung von künstlicher Intelligenz

Der Einsatz künstlicher Intelligenz verspricht ein gigantisches Wachstum für Deutschland. Jetzt hat die Bundesregierung einen wichtigen...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB erwägt Verlängerung der Krisen-Anleihenkäufe PEPP

Die Europäische Zentralbank prüft derzeit eine Verlängerung ihres Pandemie-Notfallkaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Biontech und Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs beantragt. Sollte die Behörde...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Staaten treiben europäische Bankenunion mit ESM-Reform voran

Die Euro-Staaten haben eine Reform des ESM in die Wege geleitet. Dieser soll künftig als "letzte Verteidigungslinie" bei drohenden...

DWN
Finanzen
Finanzen Robuste China-Daten und Impfstoff-Anträge beflügeln deutsches Leitbarometer

Die deutschen Börsen sind heute Morgen mit Gewinnen in den neuen Tag gestartet. Es gab sehr positive Nachrichten.

DWN
Deutschland
Deutschland Autofahrer tötet zwei Menschen in Fußgängerzone von Trier

Der Fahrer sei festgenommen worden, teilte die Polizei per Twitter am Dienstag mit. Bürgermeister Wolfram Leibe zeigte sich erschüttert:...

DWN
Politik
Politik Wahlbetrug? US-Richter lässt Stimmenzähl-Maschinen in Georgia „einfrieren“

Ein Bezirksrichter im US-Bundesstaat Georgia hat drei Wahlmaschinen „einfrieren“ lassen. Es soll offenbar eine forensische Inspektion...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach drei Jahren: Bitcoin steigt auf Rekordhoch

Am Montag überstieg der Bitcoin-Kurs seinen bisherigen Rekordstand vom Dezember 2017. Reißt der Kurs als nächstes die Marke von 20.000...

DWN
Deutschland
Deutschland Finanzminister Scholz: „Ich unterstütze die Arbeit der EZB an einem digitalen Euro voll”

Bundesfinanzminister Scholz konstatiert einen starken Trend hin zu bargeldlosen, digitalisierten Bezahlmöglichkeiten in Europa: „Es gibt...