US-Magazin Vice feuert drei Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung

Das US-Magazin Vice ist wegen mehrerer Vorfälle von sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen unter Druck geraten.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Der Hashtag "#MeToo" auf einem Handy. Auch das US-Magazin Vice ist betroffen. (Foto: dpa)

Der Hashtag „#MeToo“ auf einem Handy. (Foto: dpa)

+++Werbung+++

Das US-Magazin Vice, das auch in Europa vertrieben wird, hat drei Mitarbeiter wegen „verbaler und sexueller Belästigung gefeuert. Das teilte das Unternehmen in einer Erklärung an die Mitarbeiter mit. Berichten von Variety und der New York Times zufolge handelt es sich unter anderem um Jason Mojica, dem Chef der Dokumentarfilm-Abteilung. Er soll eine Mitarbeiterin mehrfach sexuell belästigt haben. Damit reagiert Vice auf einen Bericht im Daily Beast, wonach sich „mehr als ein Dutzend frühere oder aktuelle Mitarbeiterinnen“ über unangemessenes Verhalten von Männern beschwert hatten. Mojica soll auf die Klagen einer Mitarbeiterin über die Übergriffe des Bürochefs von Los Angeles gesagt haben, damit müsse die Kollegin leben, weil „Vice News Soziopathen beschäftigt, die auch bereit sind, in Kriegsgebiete zu reisen“.

Über die anderen Gefeuerten wollte Vice keine Angaben machen. Die Namen der Täter sollten anonym bleiben, schreibt die erst vor kurzem angeheuerte Personalchefin von Vice, damit jene geschützt würden, „die Anschuldigungen vorbringen und um ein faires, sicheres und geschlossenes Umfeld für alle Mitarbeiter zu schaffen“.

Vice will nun Verhaltensrichtlinien etablieren, wie Mitarbeiterinnen zu behandeln sind. Im Juni hatte Vice einen Ratgeber-Artikel veröffentlicht. Der Titel: „Wie reagiert man am besten auf sexuelle Belästigung?“ Darin heißt es, der „Ausdruck von Machtverhältnissen kann es für Betroffene umso schwerer machen, den Täter anzusprechen oder sich an Ansprechpartner am Arbeitsplatz zu wenden“.

Zuletzt waren in mehreren US-Medien Mitarbeiter wegen sexueller Übergriffe gefeuert worden, unter anderem die Journalisten Bill O’Reilly, Mark Halperin und Charlie Rose.