Metall-Industrie steuert auf Warnstreiks zu

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie könnte es bald zu großen Warnstreiks kommen.

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Etwa 10.000 Menschen demonstrieren am 11.04.2016 auf dem Hindenburgplatz in Völklingen (Saarland) am bundesweiten Stahl-Aktionstag der IG Metall. (Foto: dpa)

Etwa 10.000 Menschen demonstrieren am 11.04.2016 auf dem Hindenburgplatz in Völklingen (Saarland) am bundesweiten Stahl-Aktionstag der IG Metall. (Foto: dpa)

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Der deutschen Metall- und Elektroindustrie drohen im neuen Jahr großflächige Warnstreiks. Die IG Metall kündigte im Tarifkonflikt der Branche am Freitag auch für Nordrhein-Westfalen Ausstände an. Diese sollen ab dem 8. Januar beginnen, erklärte die Gewerkschaft. Auf das bislang in den Tarifverhandlungen unterbreitete „schlechte Angebot der Arbeitgeber kann es nur eine Antwort geben: Warnstreiks“.

Die Arbeitgeber in NRW reagierten mit deutlicher Kritik: „Der Verhandlungsprozess hat gerade erst begonnen“, sagte ein Sprecher. Deshalb fehle den Arbeitgebern für die angekündigte Eskalation „jegliches Verständnis“. In den vergangenen Tagen hatte die Gewerkschaft bereits unter anderem für Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern Warnstreiks in Aussicht gestellt.

Zwischen Arbeitgebern und IG Metall war auch die zweite Verhandlungsrunde für die deutsche Schlüsselbranche mit rund 3,9 Millionen Beschäftigten ohne Ergebnisse geblieben. Die Gewerkschaft fordert neben einem Lohnplus von sechs Prozent auch, dass Mitarbeiter ihre Wochenarbeitszeit künftig vorübergehend auf 28 Stunden reduzieren können – etwa, wenn sie kleine Kinder haben oder Angehörige pflegen.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt. Es sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro für die Monate Januar bis März 2018 vor. Hinzu kommt eine Lohnerhöhung von zwei Prozent ab 1. April für weitere zwölf Monate, was insgesamt eine Laufzeit von 15 Monaten ergibt. Die Gespräche sollen im Januar fortgesetzt werden.