Investoren ziehen sich in großem Umfang aus Junk-Bonds zurück

Aufgrund der sich verschlechternden Qualität von Unternehmensanleihen ziehen sich zahlreiche Geldgeber zurück.

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Die Investmentgesellschaften AllianceBernstein und Schroders hatten im Jahr 2015 in einem offenen Brief an die Association for Financial Markets in Europe (AFMI) vor der sich verschlechternden Qualität von riskanten Unternehmensanleihen gewarnt. Insbesondere war beiden Gesellschaften damals ein Dorn im Auge, dass die Regeln – welche Unternehmen mit schlechter Bonität bei der Schuldenaufnahme beachten müssen – in den vergangenen Jahren immer weiter aufgeweicht wurden.

Einem Index der Financial Times zufolge wurde hoch verschuldeten oder schlecht geführten Unternehmen in den vergangenen Jahren schrittweise Erleichterungen bei den Konditionen der Kreditaufnahme gewährt. Lag der entsprechende Risiko-Index Ende des Jahres 2016 noch bei 6 Punkten, so sind des derzeit 14 Punkte.

Wie die Financial Times berichtet, stellt sich die Situation heute noch schlimmer dar als vor zwei Jahren. Inzwischen sei ein regelrechter Exodus von Investoren aus dem Sektor zu beobachten. Offenbar befürchten viele Geldgeber, dass die Schuldner ihre Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen können.

Befeuert werden die Austritte offenbar auch durch eine neu von der AFMI veranschlagte Gebühr von 7.500 Pfund pro Jahr. Viele Investoren sehen nicht ein, warum sie diese zahlen sollten, obwohl die AFMI nicht auf ihre Hinweise zur Verschlechterung der Schuldenkonditionen reagiert habe.

„Die Verschlechterung bei den Kreditkonditionen für riskante Firmen wird von privaten Geldgebern und ihren Anwaltskanzleien vorangetrieben. Oft wissen selbst die Banken nicht genau, was im Kleingedruckten der Kredite steht, die sie an Unternehmen ausreichen“, wird ein Analyst von Janus Henderson von der FT zitiert.

Der Umfang der Verschuldung riskanter Unternehmen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.