Italien: Aktien und Anleihen geraten unter Druck

Investoren haben sich am Donnerstag von italienischen Finanztiteln getrennt.

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Der italienische Börsen-Leitindex drehte am Donnerstag 0,5 Prozent ins Minus, nachdem er am Vormittag zeitweise noch 1,1 Prozent im Plus gelegen hatte. Am Rentenmarkt markierten die Renditen der zehnjährigen italienischen Anleihen mit 2,18 Prozent ein Drei-Monats-Hoch. Der Risikoaufschlag zu den zehnjährigen Bundesanleihen vergrößerte sich auf 156 Basispunkte – Anfang der Woche lag der sogenannte Spread noch bei 130 Punkten.

Viele Anleger sind in Sorge, weil die potenziellen Partner Lega und 5 Sterne Steuersenkungen und höhere Sozialausgaben in Milliardenhöhe versprochen haben. Und das, obwohl Italien nach Griechenland bereits die zweithöchste Staatsverschuldung in der Euro-Zone aufgetürmt hat. Unter den Anlegern setze sich allmählich die Ansicht durch, dass ein solches Bündnis, sofern eine Einigung wirklich gelinge, sowohl innen- als auch europapolitisch erhebliche Risiken berge, heißt es in einer Kurzstudie der DZ Bank.

An der Mailänder Börse, die am Mittwoch bereits 2,3 Prozent verloren hatte, ging es vor allem für Banktitel nach unten. Ubi Banca, UniCredit und Mediobanca verloren zwischen 2,2 und 3,5 Prozent.

Namentlich nicht genannten Insidern von Reuters zufolge haben sich die Chefs der 5-Sterne-Bewegung und der Lega auf ein Regierungsprogramm verständigt. Sie machten Fortschritte bei der Auswahl eines Ministerpräsidenten, hieß es am Donnerstag. Zu einem Austritt aus der Euro-Zone oder zu irgendetwas, „was Sorgen hinsichtlich der Mitgliedschaft Italiens in der Euro-Zone auslösen könnte“, finde sich im Programm nichts.

Lega-Chef Matteo Salvini sagte am Mittwoch, dass die internationalen Finanzmärkte Italien „erpressen“ wollten. Er reagierte damit auf den Abverkauf italienischer Anleihen und Aktien. Fünf Sterne-Chef Luigi di Maio sagte, der Abverkauf beeindrucke ihn nicht.

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