Danske Bank: 234 Milliarden Dollar potentiell „verdächtige Zahlungen“

 

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19.09.2018 15:21
Die dänische Danske Bank geriet in erhebliche Bedrängnis.
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Der Chairman der Danske Bank, Ole Andersen, sagte am Mittwoch laut Bloomberg, dass ein "großer" Teil der 234 Milliarden Dollar, die der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossen sind, möglicherweise als verdächtige Transaktionen behandelt werden müssen. Dänemarks größte Bank schloss die Summe in einem lang ersehnten Bericht am Mittwoch ein, der Antworten auf Fragen zu Danskes Beteiligung an einer der größten schmutzigen Geldsagas Europas geben sollte.

Andersen, 62, deutete an, dass er auch ausscheiden werde, sobald der Fall beendet ist. Andersen sagte, dass er "nichts ausschließen wird", was die Höhe der verdächtigen Transaktionen im Verhältnis zu den gesamten erfassten Flüssen betrifft. Der leitende Ermittler habe der Bank mitgeteilt, dass er der Ansicht ist, dass Grund zu der Annahme besteht, dass ein großer Teil der 234 Milliarden Dollar, die über die estnische Unit geflossen sind, potenziell als verdächtig eingestuft werden könnte.

Der Chef der dänischen Danske Bank, Thomas Borgen, werde nur noch solange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei, teilte Dänemarks größte Bank am Mittwoch mit. Warnungen von Aufsehern und Hinweisgebern aus Estland seien ignoriert worden. Es sei klar, dass die Danske Bank ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sei, räumte Borgen ein. "Das bedauere ich zutiefst."

Der interne Untersuchungsbericht der Bank umfasst rund 15.000 Kunden, von denen etwa 6200 geprüft worden seien. "Insgesamt rechnen wir damit, dass ein wesentlicher Teil der Zahlungen verdächtig ist", teilte die Bank mit. Kunden der estnischen Niederlassung stammten demnach sowohl aus Russland, Aserbaidschan, der Ukraine sowie mehreren Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Die estnischen Aufseher hätten bereits 2007 Kritik geübt und auch aus Dänemark seien Hinweise zu "kriminellen Aktivitäten in Reinform, einschließlich Geldwäsche" in einer geschätzten Größenordnung von "monatlich Milliarden von Rubeln" gekommen. Die Bank habe aber versäumt, darauf angemessen zu reagieren.

Sowohl in Dänemark als auch Estland ermitteln bereits Staatsanwälte gegen die dänische Bank. Zuletzt hatte die niederländische Großbank ING ein Verfahren wegen Geldwäsche gegen die Zahlung von 775 Millionen Euro beigelegt. Die lettische Krisenbank ABLV war geschlossen worden, nachdem die USA dem Institut vorwarfen, in Geldwäsche von Kunden aus dem Nachbarland Russland und der Ukraine verwickelt zu sein.

Mit Vorlage des Untersuchungsberichts schraubte die Danske Bank zugleich ihren Jahresausblick auf 16 Milliarden dänische Kronen (2,14 Milliarden Euro) bis 17 Milliarden Kronen von zuvor 18 bis 20 Milliarden Kronen Gewinn zurück. Die Aktien des Instituts gaben rund sieben Prozent nach. Die Sorge vor einer möglichen Untersuchung durch US-Behörden und drohender Geldstrafen hatte in den vergangenen sechs Monaten bereits rund ein Drittel ihres Börsenwerts vernichtet.


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