Bundespolizei sichert Flughäfen im Südwesten Deutschlands ab

Bewaffnete Bundespolizisten sichern derzeit mehrere Flughäfen in Südwest-Deutschland ab. An alle anderen Flughäfen in Deutschland ergingen Warnungen.

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20.12.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Polizisten gehen im Flughafen durch ein Terminal.

20.12.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Polizisten gehen im Flughafen durch ein Terminal.

Bewaffnete Bundespolizisten am 19. Dezember am Stuttgarter Flughafen. (Foto: dpa)

Bewaffnete Bundespolizisten am 19. Dezember am Stuttgarter Flughafen. (Foto: dpa)

Die Bundespolizei hat ihre Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen Stuttgart nach Angaben eines Sprechers „massiv verstärkt“. Die Kollegen an den anderen großen deutschen Flughäfen seien „sensibilisiert“ worden, fügte der Sprecher der Bundespolizeidirektion Stuttgart am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters hinzu. Eine Stellungnahme zu Medienberichten, wonach der Anlass dafür Ausspähaktionen unbekannter Personen am Flughafen Stuttgart gewesen sein sollen, lehnte der Sprecher ab.

Nach Hinweisen auf gezielte Ausspähungen hatte die Bundespolizei zuvor an Flughäfen in Baden-Württemberg ihre Präsenz deutlich ausgeweitet. In Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden, Friedrichshafen und Mannheim patrouillierten am Donnerstag Beamte mit Maschinenpistolen an den Airports. Die erhöhte Präsenz sollte bis auf Weiteres fortgesetzt werden, sagte ein Polizeisprecher. Nach einem ZDF-Bericht besteht ein Zusammenhang mit einer Ausspähaktion am Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Hintergrund der ausgeweiteten Präsenz seien „noch nicht abschließend bewertbare“ Informationen, wonach von Unbekannten bestimmte Flughäfen ausgespäht werden sollten, teilte die Bundespolizei Baden-Württemberg mit. In den Terminals in Stuttgart wurden demnach Polizisten mit Maschinenpistolen postiert und auf Streife geschickt. Der Flugbetrieb läuft aber weiterhin „ganz normal“, wie eine Sprecherin der Flughafengesellschaft sagte.

Auch an den kleineren Flughäfen sind nach Angaben des Reutlinger Polizeipräsidiums Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen und Schutzwesten unterwegs. Es handele sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“; Hinweise auf eine „konkrete Gefährdung“ lägen derzeit nicht vor.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Reutlingen wollte mit Blick auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Einzelheiten und auch keine Angaben zu möglichen Tatverdächtigen machen. Nach einem Bericht des ZDF soll eine Spur zu einem Islamisten führen, der in Deutschland auf der sogenannten Gefährderliste steht.

Demnach steht die Ausspähaktion im Zusammenhang mit einem Vorfall in Paris am 13. Dezember. Nach Informationen des ZDF und seines Partnersenders NBC aus französischen und deutschen Sicherheitskreisen sollen dort zwei Menschen am betreffenden Tag abends im Terminalbereich des Flughafens Fotos gemacht haben. Sie seien dann in einem Transporter mit deutschem Autokennzeichen weggefahren.

Nach der Auswertung der Überwachungsvideos hätten französische Terrorermittler Kontakt zu ihren deutschen Kollegen aufgenommen; sie fanden demnach eine Spur zu dem Islamisten. Außerdem sollen dann ebenfalls vergangene Woche zwei Menschen den Stuttgarter Flughafen ausgespäht haben. Es gebe Belege für einen direkten Zusammenhang. Laut ZDF soll es sich um Vorerkundungen für mögliche Terroranschläge gehandelt haben.