Versagen ohne Ende

Flughafen BER: Aufsichtsrat und Geschäftsführung misstrauen einander

Ein Gutachten wirft ein desaströses Licht auf das Hauptstadtflughafenprojekt BER.

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Rainer Bretschneider (r), Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft, und Engelbert Lütke Daldrup, Berliner Flughafenchef. (Foto: dpa)

Rainer Bretschneider (r), Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft, und Engelbert Lütke Daldrup, Berliner Flughafenchef. (Foto: dpa)

Die Verantwortlichen der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft arbeiten nach einem Zeitungsbericht noch immer nicht reibungslos zusammen. „Die Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Geschäftsführung ist durch Misstrauen geprägt“, zitierte die Berliner Morgenpost aus einem Gutachten, das der Rat in Auftrag gegeben hatte.

„Beim Aufsichtsrat bestehen weiterhin Zweifel an der Offenheit und der Transparenz der Geschäftsführung.“ Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider betonte am Freitag jedoch, das Gremium stehe uneingeschränkt zu Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Dieser sei der richtige Mann, um den neuen Hauptstadtflughafen (BER) an den Start zu bringen.

Die Berliner Morgenpost berichtet:

Das Papier offenbart trotz der bescheinigten Fortschritte deutliche Defizite in der Arbeit des Kontrollgremiums. So sehen sich die Aufsichtsratsmitglieder durch die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft nicht ausreichend informiert. Dies betrifft auch die jeweils aktuelle Lage auf der Baustelle des BER. Sie erhalten nicht zu wenige Informationen, sondern zu viele, und das oft kurzfristig vor den Sitzungen. Aussagefähige Zusammenfassungen fehlten häufig.

Die Hauptaufgabe des Aufsichtsrates ist immer noch die intensive Überwachung des Baufortschrittes am BER. Den Mitgliedern mangelt es aber oft an den erforderlichen bautechnischen Fähigkeiten. Zahlreiche Aufsichtsratsmitglieder bemängeln außerdem Zielkonflikte zwischen den Gesellschaftern. Politische Interessen würden teilweise auch zulasten des Unternehmensinteresses durchgesetzt.