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Nach Randalen: Düsseldorfer Rheinbad installiert Kameraüberwachung

Lesezeit: 2 min
30.07.2019 16:24
Nach mehreren durch nordafrikanische Jugendliche ausgelösten Randalen muss das Düsseldorfer Rheinbad aufrüsten.
Nach Randalen: Düsseldorfer Rheinbad installiert Kameraüberwachung
Eine Überwachungskamera hängt am Eingang zum Rheinbad. (Foto: dpa)

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Außer ihrer Badehose oder dem Bikini werden die Gäste im Düsseldorfer Rheinbad in den kommenden Tagen auch ein farbiges, wasserfestes Armband tragen, berichtet die dpa. Das soll - zusammen mit einer Ausweispflicht sowie Videoüberwachung und Verstärkung des Sicherheitspersonals durch das Ordnungsamt - Szenen wie vom vergangenen Freitag verhindern: Jugendliche hatten laut Polizei Sprungbrett und Rutsche besetzt, am Ende wurde das Bad zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen geräumt. Ein Freibad als Hochsicherheitstrakt? Fakt ist: Die Gäste sollen wieder sorglos ihren Sommertag im Rheinbad verbringen.

Was da genau am Freitag im Rheinbad passierte, stellt sich nach einer Pressekonferenz im Düsseldorfer Rathaus komplexer dar als anfangs gedacht. Zunächst hatte die Polizei am Wochenende gesagt, dass «augenscheinlich» eine Gruppe von «50 bis 60 Jugendlichen und jungen Männern mit Migrationshintergrund nordafrikanischen Typus» für Tumult gesorgt hätte.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel beschrieb es Montagfrüh im ZDF-«Morgenmagazin» ähnlich und sprach sogar von «ausländerrechtlichen Konsequenzen» über die die zuständigen Behörden zu entscheiden hätten. Stunden später relativierte Geisel seine Aussagen: Im Bad habe es «keine marodierenden Jugendbanden» gegeben. Dies habe sich nach einer Sichtung von Bildmaterial ergeben. Die Personen hätten sich auch nicht als Gruppe abgesprochen: «Das ist nicht der Eindruck, der sich aus den Bildern ergibt.»

Bädergesellschafts-Chef Roland Kettler sprach eher von einem «Katz-und-Maus-Spiel». Aus einer anfangs kleineren Gruppe - so die spätere Darstellung im Rathaus - sei zur Räumung hin eine größere geworden. Tatsächlich gab es am Ende aber nur zwei Anzeigen. Eine wurde gegen einen 16-Jährigen gefertigt, der eine Bademeisterin bedroht und beleidigt haben soll. Der Jugendliche wurde nach Angaben der Polizei in Deutschland geboren und hat nigerianischen Migrationshintergrund.

Der zweite Mann, gegen den ermittelt wird, hatte laut Polizei mit dem Tumult selbst gar nichts zu tun. Der 27-jährige Deutsche habe eine Polizistin beleidigt, als er das Bad verlassen sollte. Weitere Ermittlungsverfahren gab es nach dem Vorfall laut Polizei nicht - andere Personalien wurden nicht aufgenommen.

Auch, um leichter an Personenangaben zu kommen, gilt bereits seit Sonntag Ausweispflicht. An der Kasse muss man seinen Personalausweis zeigen. Ab sofort bekommt man bei Eintritt auch ein Armbändchen. Jeden Tag in einer anderen Farbe. So solle verhindert werden, dass sich Unbefugte ins Bad schleichen - indem sie zum Beispiel über den Zaun klettern, erklärten die Verantwortlichen. Die Aufnahmen der Videoüberwachung - die seit vergangener Woche läuft - sollen 72 Stunden gespeichert werden. Zudem soll das Ordnungsamt die bereits angeheuerte Security-Firma unterstützen. Geisel sagte im ZDF-«Morgenmagazin», die Behörde werde «robust» auftreten.

«Wir wollen, dass sich das subjektive Gefühl der Sicherheit erhöht und objektiv dafür sorgen, dass Menschen, die sich nicht an die Baderegeln halten, abgeschreckt werden», sagte Geisel bei der Pressekonferenz.

Die angekündigten Maßnahmen sollen bis zum Ende der Freibad-Saison im September gelten. Anschließend sind Gespräche geplant, ob und wie der Freibadbesuch beziehungsweise die Tickets digitalisiert und personalisiert werden können. Es sei «ziemlich sicher», so Stadtdirektor Hintzsche, «dass wir 2020 anders starten werden als heute».

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