Gemischtes
Gefahr von Cyberangriffen

Bundesamt ruft Bürger zu Vorbereitung auf großen Stromausfall auf

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ruft die Bürger dazu auf, sich auf breitflächige Stromausfälle vorzubereiten.
06.08.2019 13:42
Lesezeit: 1 min

Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat vor dem Risiko einer gezielten Lahmlegung der Stromversorgung gewarnt. "Nach 24 Stunden ohne Strom hätten wir katastrophale Verhältnisse", sagte BBK-Chef Christoph Unger in einem Interview mit der Welt. Besondere Sorge bereite die Gefahr, dass die Versorgung durch einen Cyberangriff ausgeschaltet werde: "Auf ein solches Szenario müssen wir uns einstellen und vorbereiten."

Unger rief dazu auf, Vorsorge für einen solchen Fall zu treffen. Nicht nur Unternehmen und Krankenhäuser, auch landwirtschaftliche Betriebe müssten dafür sorgen, dass ihre Notstromaggregate funktionieren.

Auch jeder Einzelne müsse sich auf Krisen und Katastrophen vorbereiten. Das beginne mit Kerzen und Streichhölzern für einen Stromausfall, auch ein batteriebetriebenes Radio sollte parat gehalten werden, um auch ohne Strom Nachrichten empfangen zu können.

Unger beklagte ganz generelle Defizite beim Katastrophenschutz - auch jenseits des Risikos gezielter Attacken. "Wir müssen uns in jeder Beziehung besser auf den Klimawandel vorbereiten und unsere Taktiken darauf abstimmen", sagte Unger. "Das betrifft nicht nur Dürren, sondern auch andere Wetterextreme wie Starkregen, die zu Hochwasser führen können."

Katastrophenschutz liegt eigentlich in der Zuständigkeit der Länder. Das Bundesamt hat die Aufgabe, diese in Krisenlagen zu unterstützen und die Information der Bevölkerung zu organisieren.

Unger plädiert dafür, die Befugnisse seiner Behörde auszuweiten und diese zu einer Art "Zentralstelle für den Bevölkerungsschutz" zu machen. Diese Stelle könnte dann bestimmte Aufgaben für die 16 Länder zentral übernehmen - so wie das Bundeskriminalamt oder das Bundesamt für Verfassungsschutz.

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das deutsche Stromnetz im Sommer mehrfach kurz vor dem Kollaps gestanden hatte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Industrieemissions-Richtlinie: Neue Schadstoffregeln für Industrie beschlossen
29.01.2026

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzesentwurf, der eine Richtlinie der EU zu Industrieemissionen bis zum 1. Juli in nationales...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie wieder unter Druck: Holt Eli Lilly den Vorsprung endgültig auf?
29.01.2026

Die Novo Nordisk-Aktie steht nach einem kurzen Zwischensprint wieder unter Druck: Im Frankfurter Börsenhandel am Donnerstag verliert die...

DWN
Panorama
Panorama Europäische Investitionsbank (EIB): EU-Förderbank verstärkt Engagement in der Verteidigung
29.01.2026

Europa steht sicherheitspolitisch unter Druck: Russlands Angriffskrieg und globale Machtverschiebungen zwingen die EU zum Handeln. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell im Minus: SAP-Kurseinbruch belastet
29.01.2026

Der DAX-Kurs gerät am Donnerstag unter Druck, nachdem das DAX-Schwergewicht SAP den Index enttäuscht. Gleichzeitig verunsichern...

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie: DAX-Wert bricht nach Quartalszahlen ein – Cloud-Bestand enttäuscht
29.01.2026

Die SAP-Aktie gerät nach den neuesten Quartalszahlen erneut kräftig unter Druck. Zwar zeigt das Cloudgeschäft weiter Wachstum, doch ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mit welchem Führungsstil können Führungskräfte das Potenzial ihrer Mitarbeiter voll ausschöpfen?
29.01.2026

Ein kontrollierender Chef, der immer über alles Bescheid wissen möchte, ist bei vielen Mitarbeitern unbeliebt. Im Gegenzug wünschen sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Aurubis-Aktie klettert weiter dank Kupferpreisrallye
29.01.2026

Die Aurubis-Aktie profitiert aktuell spürbar von der starken Kupferpreisrally und erreicht neue Rekorde. Doch während Analysten weiteres...

DWN
Politik
Politik Merz-Regierungserklärung im Bundestag: Europa muss Machtpolitik lernen
29.01.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert in seiner Regierungserklärung im Bundestag ein selbstbewusstes Europa, das Machtpolitik beherrscht...