Politik

Großbritannien entwickelt "Nightfall" Raketen für Ukraine

Großbritannien plant, die Ukraine mit einer neu entwickelten ballistischen Kurzstreckenrakete zu unterstützen. Das Verteidigungsministerium in London kündigte an, dass das Projekt mit dem Namen „Nightfall“ innerhalb eines Jahres nach Auftragserteilung die ersten Prototypen liefern soll. Damit reagiert Großbritannien auf die anhaltenden Sicherheitsbedenken in der Region und treibt die militärische Zusammenarbeit mit Kiew deutlich voran.
12.01.2026 13:44
Lesezeit: 1 min
Großbritannien entwickelt "Nightfall" Raketen für Ukraine
London plant ballistische Kurzstreckenraketen mit 500 km Reichweite als Antwort auf Russlands "Oreschnik"-Einsatz. Erste Prototypen sollen binnen eines Jahres fertig sein (Foto: dpa). Foto: Shivansh Gupta

Mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern und einer Tragkraft von 200 Kilogramm hochexplosiver, konventioneller Sprengköpfe sollen die Raketen dem ukrainischen Militär die Fähigkeit zu schnellen Schlägen auf wichtige militärische Ziele verleihen.

Antwort auf den Einsatz von Oreschnik

Dem britischen Verteidigungsminister John Healey zufolge ist die Ankündigung auch eine Reaktion auf den russischen Einsatz der ballistischen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen zivile Infrastruktur vergangene Woche. Russlands Präsident Wladimir Putin glaube, ungestraft Angriffe auf zivile Ziele mit hoch entwickelten Waffen vornehmen zu können, sagte Healey der Mitteilung zufolge. „Wir werden das nicht hinnehmen. Deshalb sind wir entschlossen, den Ukrainern modernste Waffen an die Hand zu geben, um sich zu verteidigen.“

„Die Nightfall-Raketen sollen von einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge aus gestartet werden können, mehrere Raketen in kurzer Folge abfeuern und sich innerhalb weniger Minuten zurückziehen - so können ukrainische Streitkräfte wichtige militärische Ziele treffen, bevor russische Kräfte reagieren können“, hieß es in der Mitteilung weiter. Dazu sollen Entwicklungsaufträge an drei verschiedene Teams in Höhe von je neun Millionen Pfund (etwa 10,4 Millionen Euro) vergeben werden.

Mit einer geplanten Produktionsrate von zehn Systemen pro Monat und einem Höchstpreis von 800.000 Pfund (etwa 920.000 Euro) pro Stück solle Nightfall eine günstige Option mit minimaler Exportkontrolle sein.

Ballistische Raketen sind im Vergleich zu Marschflugkörpern wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und steilen Flugbahn nur schwer abzufangen.

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