Unternehmen

Saturn-Filialen nehmen ab – Zukunft der Elektronikmarktkette ungewiss

Das Filialnetz der Elektronikmarktkette Saturn steht vor weiteren Veränderungen. Nach der geplanten Übernahme durch den chinesischen Onlinehändler JD.com sollen einige Standorte geschlossen und in MediaMarkt-Filialen integriert werden, während das Mutterunternehmen an beiden Marken festhalten will.
12.01.2026 11:44
Lesezeit: 2 min

Die Zahl der Saturn-Märkte ist zuletzt deutlich gesunken. Vor einigen Jahren gab es in Deutschland noch etwa 150 Geschäfte, aktuell sind nur noch 53 geöffnet. Die Anzahl der MediaMarkt-Filialen wuchs durch die Umfirmierungen auf 351.

Welche Strategie steckt dahinter?

Laut Ceconomy wird sich dieser Trend fortsetzen. Ob eine Saturn-Filiale als MediaMarkt weiterbetrieben wird, hängt der Sprecherin zufolge von umfassenden Umfeld- und Marktanalysen ab. Je nach lokalen Gegebenheiten werde entschieden, welche Marke das beste Kundenerlebnis biete. In der Vergangenheit war das Vorgehen auch damit begründet worden, dass Kunden immer weniger zwischen den Marken unterscheiden würden. Wie viele Saturn-Filialen mittelfristig erhalten bleiben, ließ Ceconomy offen.

Trotz der Umstrukturierung bekennen sich der bisherige Mutterkonzern und der neue Mehrheitseigner klar zu Saturn. „Mit Saturn und MediaMarkt haben wir zwei wertvolle Marken in Deutschland“, sagte die Ceconomy-Sprecherin. „Wir stehen zu ihnen - und wir werden beide stärken. Wir haben Kunden, die MediaMarkt lieben, und Kunden, die Saturn lieben.“ JD.com erklärte, die bestehende Markenstrategie zu unterstützen. MediaMarkt und Saturn sollen demnach als eigenständige Marken beibehalten werden.

Nur noch eine Marke im europäischen Ausland

Mit mehr als 1.000 Geschäften in elf Ländern ist MediaMarktSaturn Europas größter Elektronik-Fachhändler. Im europäischen Ausland gibt es nur noch die Marke MediaMarkt. Früher waren beide Ketten Konkurrenten. Die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln eröffnet, der erste MediaMarkt 1979 in München. Die Einzelhandelskette übernahm den Wettbewerber Saturn 1990. Einige Jahre später besaß die Metro AG die Mehrheit an beiden Marken.

Ceconomy entstand 2017 als Abspaltung von Metro und führte die Marken weiter, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Für Kunden sind die Unterschiede inzwischen jedoch kaum noch erkennbar. Die Sortimente ähneln sich stark. Viele Produkte gibt es sowohl bei MediaMarkt als auch bei Saturn zu kaufen. Auch Angebote und Werbung gleichen sich.

JD.com: Entscheidung steht noch aus

Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com steht vor der Übernahme von Ceconomy. Bis zum Ende der Annahmefrist Anfang Dezember sicherte sich der Konzern knapp 60 Prozent der Anteile. Das Aktienpaket, das JD.com nun kontrolliert, liegt höher.

Final entschieden ist der Deal allerdings bislang nicht. Zwar hat das Bundeskartellamt bereits zugestimmt, doch stehen noch Genehmigungen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie weiterer EU-Staaten aus. Zudem prüft die EU-Kommission, ob der Wettbewerb in Europa beeinträchtigt werden könnte. JD.com rechnet damit, dass die Übernahme in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein wird.

JD.com ist mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (2024) laut dem Forschungsinstitut EHI größter chinesischer Handelskonzern und zählt auch weltweit zu den zehn größten. In Deutschland ist das Engagement bislang gering. JD.com testet den Onlineshop Joybuy, der offizielle Start ist noch für dieses Jahr geplant.

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