Wirtschaft

Mittelstand vor Umbruch: Viele Firmen stehen ohne Nachfolger da

Der deutsche Mittelstand steht vor einem grundlegenden Wandel: Zahlreiche Unternehmen sehen sich mit einer Herausforderung konfrontiert, die weit über Tagesgeschäft oder Umsatzentwicklung hinausgeht. Die kommenden Jahre könnten entscheidend dafür sein, welche Firmen weiterbestehen und welche vom Markt verschwinden.
09.01.2026 11:45
Lesezeit: 1 min
Mittelstand vor Umbruch: Viele Firmen stehen ohne Nachfolger da
Bis 2029 könnten jährlich bis zu 114.000 mittelständische Unternehmen schließen, da Nachfolger fehlen und zu viel Bürokratie den Übergang erschwert. Erfahren Sie die Details (Foto: dpa). Foto: Jacob Wackerhausen

Wegen fehlender Nachfolge denkt eine zunehmende Zahl von Mittelständlern über die Schließung ihrer Unternehmen nach. Allein bis zum Jahr 2029 könnten so jährlich in Deutschland bis zu 114.000 Unternehmen geschlossen werden, warnen die Autoren des Mittelstand-Panels, das regelmäßig im Auftrag der staatlichen KfW-Bank erhoben wird. Dem stünden jährlich nur 109.000 Unternehmen gegenüber, die eine Nachfolgeregelung finden wollen.

Laut der Befragung mit mehr als 13.000 teilnehmenden Firmen sind 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer 55 Jahre oder älter. Erstmals strebt eine Mehrheit nach ihrem Ausscheiden nicht mehr die Fortführung ihres Unternehmens an. Als wichtigste Gründe werden fehlende Nachfolge-Kandidaten (47 Prozent) und zu viel Bürokratie beim Übergang (42 Prozent) genannt.

Keine Nachfolger und viel Bürokratie

"Der Bürokratieabbau ist ein Baustein, der zu mehr Gründungen führen kann", sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Firmenlenker, die bereits einen Nachfolger gefunden haben, investierten auch wieder stärker in ihre Unternehmen.

Ein wichtiger Schlüssel für einen erfolgreichen Übergang ist zudem ein für alle Seiten akzeptabler Kaufpreis. Hier sind laut KfW die Preisvorstellungen der zu einer Fortführung willigen Mittelständler deutlich gestiegen. Im Schnitt stellten sie sich einen Erlös von knapp 500.000 Euro aus dem Firmenverkauf vor. Vor sechs Jahren sei es noch 372.000 Euro gewesen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Er war Bill Clintons engster Berater – nun sieht er eine einzigartige Möglichkeit, nach Trump die Macht zu übernehmen
01.07.2026

Doug Sosnik war einer der engsten Berater von Bill Clinton. Heute räumt er ein, dass die Demokraten den schleichenden Verlust ihrer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wären Sie gern ein besserer Investor? KI kann helfen, doch Experten sind uneins, ob sie das sollte
01.07.2026

KI-Agenten analysieren Märkte, bauen Portfolios und führen teils schon selbstständig Trades aus. Doch während Broker eine neue...

DWN
Politik
Politik Ex-Kanzlerin Merkel leuchtet: Porträt für Kanzlergalerie enthüllt
01.07.2026

Mehrere Monate stand Angela Merkel in einem Atelier in Berlin-Mitte immer wieder Modell für ihr offizielles „Staatsporträt“. Es sei...

DWN
Politik
Politik AfD-Parteitag in Erfurt: GdP warnt vor Mangel an Einsatzkräften
01.07.2026

In Erfurt hält die AfD am kommenden Wochenende ihren Bundesparteitag ab. Laut Kopelke geht die Polizei in Thüringen von bis zu 50.000...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld-Comeback: Läden in Schweden müssen Bargeld annehmen
01.07.2026

Schweden ist Vorreiter in Sachen bargeldlose Gesellschaft. Fast alles läuft über Karte oder Handy. Doch jetzt sollen zumindest manche...

DWN
Politik
Politik Neue Regeln für „Demokratie leben!“: Prien bezieht Verfassungsschutz ein
01.07.2026

Die Familienministerin hat neue Vorgaben für die Förderung von Initiativen gegen Extremismus und für Vielfalt entworfen. Dieses Jahr...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
01.07.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Immobilien
Immobilien Mieten statt Kaufen: Deutschland bleibt das Land der Mieter in Europa
01.07.2026

Eigenheim - Nein, danke? In Deutschland ist das Interesse nach einer eigenen Immobilie im europaweiten Vergleich am geringsten ausgeprägt....