Wirtschaft

Vertrauensverlust im Mittelstand: Wirtschaft zweifelt an Merz

Das Vertrauen des deutschen Mittelstands in die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt deutlich ab. Laut einer aktuellen Umfrage der DZ Bank rechnen nur noch 39 Prozent der rund 1.000 befragten Geschäftsführer und Entscheider damit, dass die Regierung die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs bringen kann. Im Frühjahr lag die Zuversicht noch bei 62 Prozent.
15.12.2025 15:15
Lesezeit: 1 min
Vertrauensverlust im Mittelstand: Wirtschaft zweifelt an Merz
Nur 39% der Mittelständler glauben, dass die CDU/SPD-Koalition die Wirtschaft ankurbeln kann. Vor allem kleine Unternehmen sind frustriert (Foto: dpa). Foto: Sven Hoppe

"Der Mittelstand hatte die Hoffnung in die neue Regierung gesetzt, dass dringende Standortprobleme wie die überbordende Bürokratie, hohe Kostenbelastungen und der Fachkräftemangel angegangen werden", ordnet der Firmenkundenvorstand des genossenschaftlichen Spitzeninstituts, Stefan Beismann, ein. "Die Regierung bewegt sich zwar in einigen Bereichen in die richtige Richtung, aber deutlich zu langsam."

Mehrheit glaubt nicht an Verbesserung der Infrastruktur

Die Verbesserung der Infrastruktur traut noch eine Minderheit von 43 Prozent der Koalition aus CDU/CSU und SPD zu - trotz der gewaltigen zusätzlichen Milliardensummen, die über das Sondervermögen unter anderem für Straßen und Schienen zur Verfügung stehen. Im Frühjahr waren in diesem Punkt noch 58 Prozent optimistisch. Die aktuellen Daten wurden vom 9. September bis zum 14. Oktober erhoben.

Dass die Regierung insgesamt in der Lage ist, höhere Planungssicherheit für Unternehmen zu schaffen, glaubt inzwischen deutlich weniger als ein Drittel (27 Prozent). Im Frühjahr war es noch knapp die Hälfte (45 Prozent) der kleinen und mittleren Unternehmen.

"Größere international aufgestellte Unternehmen, die entscheiden können, ob sie ihre Produktionshallen im Ausland oder in Deutschland bauen, kommen im gegenwärtigen Umfeld noch eher zurecht", sagt DZ-Bank-Vorstand Beismann. "Größere Probleme haben die kleinen Mittelständler, die an den Standort gebunden sind. Hier ist die Frustration gegenwärtig am größten."

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