CDU-Politiker ruft Deutsche zu Demonstrationen auf

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
07.10.2016 17:51
Der CDU-Politiker Laschet ruft die Deutschen auf, für die Demokratie auf die Straßen zu gehen. Grund des Aufrufs ist jedoch nicht, wie in der Türkei, ein Putsch. Der CDU-Politiker fühlt sich von ein paar Pöblern in Dresden belästigt.
CDU-Politiker ruft Deutsche zu Demonstrationen auf

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach den deftigen Wortmeldungen von Demonstranten am Einheitsfeiertag hat CDU-Vize-Chef Armin Laschet die Bevölkerung aufgerufen, den Gegnern der Flüchtlingspolitik nicht den öffentlichen Raum zu überlassen. "Die Pöbler stehen nicht für die absolut große Mehrheit der Deutschen", sagte Laschet der Berliner Zeitung. "Die sollte auch einmal auf die Straße gehen und lautstark die Demokratie verteidigen."

In Dresden hatten Pegida-Anhänger am Montag Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Ehrengäste der Festveranstaltungen mit Rufen wie "Merkel muss weg", "Haut ab" und "Volksverräter" beschimpft. Fast eine halbe Million Menschen habe aber friedlich gefeiert, betonte Laschet. "Die wurden nur nicht so wahrgenommen, weil die Schreier alles dominiert haben."

Er nannte die Vorfälle in Dresden "erschütternd und beunruhigend". Sie könnten aber rechtsgerichteten Parteien schaden. "Denn es zeigt, zu welchem politischen Umgang Hass und Hetze führen", sagte Laschet.

Tatsächlich ist es, wie Henryk Broder in einem TV-Interview richtig gesagt hat, dem Volk gestattet, "grob" zu sein. Es gäbe keine Rechtsvorschrift, die die Bürger zur Höflichkeit verpflichte. Die Demokratie wegen einiger Randalierer in Gefahr zu sehen, ist maßlos überzeichnet. Ironischerweise erinnert der Aufruf von Laschet, die Demokratie auf er Straße zu verteidigen, an den wortgleichen Aufruf des türkischen Präsidenten Erdogan an sein Volk: Er erfolgte jedoch in der Nacht nach einem realen Putsch, was die Unverhältnismäßigkeit der Laschet-Reaktion vor Augen führt.

Der CDU-Vize äußerte sich zuversichtlich, dass die Erfolgsserie der AfD im Bundestagswahljahr gestoppt werden könne. Voraussetzung sei, dass weniger emotional über den richtigen Weg in der Flüchtlingspolitik gestritten und mehr über konkrete Sachfragen diskutiert werde. Dann werde sich zeigen, dass die AfD bei vielen Themen – etwa in der Renten- und Wirtschaftspolitik – keine Antworten habe. "Die AfD will ein anderes Land, raus aus der Europäischen Union und schürt Ressentiments", sagte Laschet. "Das ist nichts Gutes."


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Zentralbanken fürchten um ihre Macht: Gehört die Zukunft einer goldgedeckten Digitalwährung?

DWN-Kolumnist Ernst Wolff analysiert den Kampf um die Währung der Zukunft.

DWN
Politik
Politik 75 Jahre Vereinte Nationen: Kein Grund zum Feiern

Die UN verlieren zunehmend an Bedeutung - dafür ist nicht nur, aber vor allem, ihr Sicherheitsrat verantwortlich.

DWN
Politik
Politik Das große DWN-Interview mit dem echten Top Gun-Piloten

Im Interview mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten schildert Dave Baranek seine Erfahrungen als Kampfpilot und Ausbilder bei der...

DWN
Politik
Politik Russland-Affäre: Untersuchung des US-Senats entlastet Trump - belastet jedoch Putin

Inwiefern hat Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Hilfe von Russland bekommen? Eine parteiübergreifende Untersuchung des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Niedrige Lohnkosten, sichere Lieferketten: Wird Polen das neue China?

Die Pandemie hat gezeigt, dass China unberechenbar ist. Eine Analyse am Beispiel VW, warum Polen als Standort aufgewertet werden muss.

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz unterstützt Ärzte bei Krebs-Diagnose

Die Zahl der Krebsfälle steigt immer mehr. Eine neue Technologie soll Mediziner dabei unterstützen, die Krankheit zu diagnostizieren,

DWN
Finanzen
Finanzen Bäckereikette Kamps: Mehrwertsteuer-Senkung bekommt nur, wer bargeldlos zahlt

Die von der Bundesregierung zur Stimulierung der Wirtschaft eingeführte Mehrwertsteuersenkung wird von der Bäckereikette Kamps zum Kampf...

DWN
Deutschland
Deutschland Afrikanische Schweinepest in Deutschland - wie lange bleibt sie?

Dass die Afrikanische Schweinepest aus Osteuropa in Deutschland ausbrechen würde, haben Virologen, Tierärzte und Tierhalter erwartet. Wie...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Panikmache: Es gab keine Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen gab es keine Corona-Superspreaderin, die nachts von Kneipe zu Kneipe gezogen ist, um die Menschen zu infizieren....

DWN
Politik
Politik Israel ernennt erstmals Moslem zum Elite-Kommandanten

In Israel wurde erstmals ein muslimischer Druse zum Kommandanten einer Spezialeinheit ernannt.

DWN
Deutschland
Deutschland Die dunkle Seite des Kurzarbeitergelds: Die Autobauer nutzen es, um die Produktion zu verschlanken - und Massen-Entlassungen vorzunehmen

Das Kurzarbeiter-Geld sollte Entlassungen verhindern - doch im Endeffekt hat es den gegenteiligen Effekt.

DWN
Finanzen
Finanzen Private-Equity-Firmen nutzen Schulden-Boom, um sich selbst hohe Dividenden zu zahlen

Private-Equity-Firmen gehören zu den Profiteuren der aktuell starken Nachfrage nach Unternehmensschulden. Sie decken ihre Unternehmen im...

DWN
Deutschland
Deutschland Datenschutz: Bundesregierung will Steuer-ID auch für Rentenübersicht nutzen

Einem Gesetzesentwurf zufolge soll ein Bürger, wenn er über das Internet seine Rentenansprüche abfragen will, seine...

DWN
Politik
Politik US-Geopolitiker Friedman: Eine russisch-deutsche Entente würde Europa dominieren

Im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten sagt der umstrittene US-Geopolitiker George Friedman, dass eine deutsch-russische...

celtra_fin_Interscroller