Finanzen

Börse Frankfurt: Dax schwächelt

Lesezeit: 2 min
23.11.2016 15:59
Der deutsche Leitindex hat am Mittwoch Verluste verzeichnet. Investoren zweifeln bezüglich der Aussichten für die Weltwirtschaft.
Börse Frankfurt: Dax schwächelt

Mehr zum Thema:  
Börse >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  

Die Börse Frankfurt verzeichnete am Mittwoch Verluste – ein Durchbruch ist dem Dax verwehrt geblieben, berichtet die dpa. Während die Wall Street am Vorabend neue Rekordstände verbuchte, büßte der deutsche Leitindex am Nachmittag 0,65 Prozent auf 10 643,81 Punkte ein. Der entscheidende Schritt zu neuen Höhen, den Börsianer erst bei 10 800 Punkten sehen, ist damit wieder weiter in die Ferne gerückt. Die psychologisch wichtige Hürde hat sich seit August mehrfach als zu hoch erwiesen.

Experten wie Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sehen Anleger derzeit eher auf den US-Markt als auf europäische Aktien setzen. Während der New Yorker Leitindex Dow Jones am Vorabend erstmals die Marke von 19 000 Punkten knackte, ist der Dax weit von seinem Rekordstand bei knapp 12 400 Zählern entfernt. Sorgen um die Außenhandelspolitik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump und die politische Zukunft in Italien bremsen derzeit hierzulande die Risikobereitschaft der Anleger.

Folglich war das Bild bei den hiesigen Indexkollegen ähnlich negativ wie beim Dax. Der EuroStoxx 50 als Kursbarometer der Eurozone verlor zuletzt 0,61 Prozent auf 3025,81 Zähler, während der TecDax als Heimat der Technologiewerte sogar 1,13 Prozent auf 1720,52 Punkte einbüßte. Angetrieben von freundlichen Immobilienwerten schlugen sich die mittelgroßen Werte im MDax etwas besser. Für ihn ging es zuletzt nur knapp um 0,09 Prozent auf 20 694,23 Punkte nach unten.

Im Handelsverlauf veröffentlichte Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA konnten dem Markt am Mittwoch nicht ihren Stempel aufdrücken. Am Abend wird nach Handelsschluss an der Frankfurter Börse noch auf die Mitschrift der jüngsten Fed-Sitzung geblickt. Gleichwohl eine Zinserhöhung im Dezember am Markt als sicher gilt, dürften Anleger dabei wie üblich auf mögliche Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik achten.

Mit Infineon stand zur Wochenmitte ein Nachzügler der Berichtssaison im Fokus. Nach schwankendem Auftakt etablierten sich die Papiere bis zuletzt mit rund 0,8 Prozent im Plus. Obwohl das Gesamtbild der Zahlen als durchwachsen angesehen wurde, fanden die Aktionäre zunehmend Gefallen am längerfristigen Ausblick des Chipherstellers.

Freundlich zeigten sich auch die Aktien von Volkswagen, die entgegen einer schwachen Branchentendenz um gut 1,3 Prozent stiegen. Goldman Sachs rät bei den Papieren des Autobauers nunmehr zum Kauf. Während Analyst Stefan Burgstaller sektorweit mit Gegenwind rechnet, hält er die Wolfsburger mittlerweile für gut gewappnet. Daimler und BMW hingegen gehörten mit nahezu 2 Prozent zu den Dax-Verlierern.

Gefragt waren außerdem Stahlwerte, was am Markt mit fortgesetzter Hoffnung auf bessere Zeiten im Sektor begründet wurde. Thyssenkrupp knüpften mit plus 0,8 Prozent an ihre deutlichen Vortagsgewinne an. Zwischen Immobilien- und Finanzwerten setzte sich die zuletzt schon häufiger beobachtete Sektorrotation fort: Während Vonovia dieses Mal im Dax um 0,6 Prozent kletterten, büßten Commerzbank-Papiere mehr als 2 Prozent ein.

Lufthansa-Aktionäre mussten sich am Mittwoch einmal mehr mit Streiks auseinandersetzen. Eine von den Piloten angekündigte Ausdehnung des Ausstands auf Donnerstag versetzte sie aber nicht mehr in große Aufregung. Mit einem Anstieg um fast 1 Prozent machten die Papiere der Fluggesellschaft einen Großteil ihrer Verluste vom Vortag wieder wett, obwohl am Mittwoch jeder zweite Lufthansa-Flug ausfällt. Händler sahen die Aktien weiterhin im Aufwärtstrend, nachdem sie seit Wochen von der Hoffnung profitierten, dass es die Fluggesellschaft in die Erfolgsspur zurückschafft.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse >

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Heribert Prantl: „In der Geschichte der Bundesrepublik gab es noch nie so umfassende Eingriffe in die Grundrechte“

DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph hat mit Heribert Prantl gesprochen. Der prominente Journalist und Jurist warnt davor, dass der Staat die...

DWN
Politik
Politik Irreführung der Öffentlichkeit? Inzidenz-Karten der Tagesschau werfen einige Fragen auf

Die Tagesschau hat auf Grundlage der Daten des RKI ihre Corona-Inzidenz-Karten derart verändert, dass die aktuelle Corona-Karte...

DWN
Politik
Politik Esken bereitet Deutsche vor: „Niemand muss Angst vor Rot-Rot-Grün oder Rot-Grün-Rot haben“

Die SPD-Co-Chefin Saskia Esken plant für die kommende Legislaturperiode entweder einer rot-rot-grüne oder rot-grün-rote...

DWN
Finanzen
Finanzen Hoffnung auf Bitcoin-ETF treibt Kryptowährung Richtung Allzeithoch

Bitcoin hat am Wochenende einmal mehr Anlauf auf sein Rekordhoch genommen. Namhafte Investoren und die Hoffnung auf einen neuen...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Insider: Der Euro ist unrettbar verloren

Durch eine Reihe extremer Maßnahmen ist es EZB und Politik noch einmal gelungen, den Zerfall der Eurozone abzuwenden. Doch die sich...

DWN
Politik
Politik Eine neue Geldtheorie soll den sozialistischen Green New Deal durchsetzen

Mit der Umsetzung einer neuen Geldtheorie soll der internationale Green New Deal durchgesetzt werden. Dadurch werde Kritikern zufolge die...

DWN
Deutschland
Deutschland Knaller-Urteil in Weimar: Keine Masken und kein Mindestabstand mehr für Schüler – Kindeswohl gefährdet

Das Amtsgericht Weimar hat entschieden, dass die Maskenpflicht, Mindestabstände und Schnelltests in Schulen nicht zulässig sind. All...

DWN
Deutschland
Deutschland Arbeitsminister Heil lehnt höheren Hartz IV-Regelsatz für Lebensmittel ab

Das Bundesarbeitsministerium will die Hartz IV-Regelsätze für Lebensmittel nicht erhöhen. Dabei können sich bereits heute viele Hart...