Gemischtes

Volkswagen drohen weitere Verhaftungen in den USA

Lesezeit: 2 min
10.01.2017 00:19
Die US-Behörden beschuldigen einen VW-Manager des Betrugs und haben ihn verhaftet. Es wird erwartet, dass weitere Verhaftungen folgen, weil die Behörden von einer Verschwörung ausgehen.
Volkswagen drohen weitere Verhaftungen in den USA

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
USA  
Diesel  
Autobauer  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Ein in den USA wegen des VW-Dieselskandals festgenommener Manager des Wolfsburger Autokonzerns wird von den Ermittlern des Betrugs beschuldigt. Das teilte am Montag das Justizministerium in Washington mit. Dem 48-Jährigen werde eine Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten angelastet. Der Manager sollte den Angaben zufolge noch am Montag einem Haftrichter in Miami im Bundesstaat Florida vorgeführt werden.

Über die Festnahme des Managers Oliver S. am vergangenen Wochenende in Florida hatte bereits zuvor die Zeitung "New York Times" berichtet. Der Manager arbeitete den Ministeriumsangaben zufolge von 2012 bis 2015 in der VW-Niederlassung in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan, wo er für die Kommunikation und Kooperation mit den US-Regulierungsbehörden, darunter die Bundesumweltbehörde EPA und die kalifornische Umweltbehörde Carb, zuständig gewesen sei.

Später wurde S. demnach auf die Position des Hauptassistenten eines hochrangigen VW-Managers befördert und kehrte für diesen Job in die Konzernzentrale in Wolfsburg zurück. Auch auf dieser Position sei S. für die direkte Kommunikation mit den US-Aufsichtsbehörden zuständig gewesen.

Nach Angaben des Justizministeriums soll S. noch im Sommer 2015 in seinen Gesprächen mit US-Behördenvertretern verschwiegen haben, dass der Autobauer in Hunderttausenden in den USA verkauften Dieselwagen eine Software zur Manipulation der Abgaswerte installiert hatte.

In einem Dokument, in dem die Anschuldigungen gegen S. aufgelistet werden, heißt es, dieser habe die illegalen Praktiken bewusst verschwiegen, damit der Konzern "weiter seine Dieselfahrzeuge in den Vereinigten Staaten verkaufen" konnte. Ferner wird darin ausgeführt, dass auch "andere Angestellte" von Volkswagen an der "Verschwörung" beteiligt gewesen seien - dies deutet darauf hin, dass es möglicherweise noch weitere Festnahmen geben könnte.

Im September hatten die US-Behörden bereits Anklage gegen einen Ingenieur erhoben, der an der Entwicklung der Mogel-Software beteiligt gewesen sein soll. James L. bekannte sich schuldig und sagte den Behörden seine Kooperation zu.

Der Konzern hatte erst im September 2015 unter dem Druck der US-Ermittlungen zugegeben, weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge mit der Schummel-Software ausgestattet zu haben. Seither hat Volkswagen in den USA milliardenschwere Entschädigungssummen ausgehandelt.

So muss der Konzern insgesamt 14,7 Milliarden Dollar wegen der Abgasmanipulationen bei rund 480.000 Wagen in den Vereinigten Staaten mit Zwei-Liter-Motoren zahlen. Eine weitere Vereinbarung, die sich auf rund 83.000 Drei-Liter-Fahrzeuge bezieht, sieht eine Wiedergutmachungssumme von einer Milliarde Dollar vor; dieser Vergleich muss aber noch richterlich abgesegnet werden.

Außerdem verhandelt Volkswagen mit dem US-Justizministerium über die Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen, die sich gegen den Konzern als Ganzes richten. Eine Einigung könnte laut "New York Times" möglicherweise noch in dieser Woche verkündet werden. Im Rahmen der Vereinbarung solle Volkswagen eine Strafe von mehr als zwei Milliarden Dollar zahlen, schrieb das Blatt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Wendejahr 2020: China zieht erstmals die höchsten Direktinvestitionen an

Zum ersten Mal in der neueren Geschichte konnte China so viele ausländische Direktinvestitionen anziehen wie kein anderes Land der Welt...

DWN
Politik
Politik In Europas Metropolen beginnen Corona-Unruhen

In den Niederlanden, Dänemark und Spanien fanden am Wochenende gewaltsame Anti-Corona-Proteste statt. Besonders große Unruhen fanden in...

DWN
Deutschland
Deutschland Schock-Umfrage: 175.000 Unternehmen sehen sich von Insolvenz bedroht

Zahlreiche deutsche Unternehmen stehen nach eigenen Angaben vor dem Aus. Das geht aus einer aktuellen DIHK-Umfrage hervor.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB betritt gefährliches Neuland: Manipulation der Renditespannen

Die EZB eskaliert die Manipulation des Anleihemarktes. Mit verstärkten Wertpapierkäufen will sie die Renditen zwischen guten und...

DWN
Finanzen
Finanzen Konkurrenz zum Bargeld: EU-Pläne zu digitalem Euro werden konkret

Die EU-Kommission unterstützt die Pläne der Europäischen Zentralbank zur Einführung eines digitalen Euros. Wirtschaft und Finanzwesen...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung erneut im Panikmodus: „Ausbreitung von gefährlichen Corona-Varianten“

Noch steht sie am Anfang - doch die Ausbreitung der hochansteckenden Corona-Varianten in Deutschland droht sich rasant zu beschleunigen,...

DWN
Politik
Politik EU legt Sanktionspläne gegen Türkei auf Eis

Die geplanten neuen EU-Sanktionen gegen die Türkei werden zunächst nicht verhängt. Hintergrund sind die aktuellen Bemühungen um eine...

DWN
Politik
Politik Die Corona-Krise führt zum Zusammenbruch der Nationalstaaten

Die Corona-Maßnahmen haben die Staatsschulden der Nationen und die Schulden der Unternehmen in astronomische Höhen schnellen lassen. Die...

DWN
Politik
Politik Am 20. März 2021: Reichsbürger oder Provokateure planen neue Aktion vor dem Reichstag

Aus Social Media-Recherchen der DWN geht hervor, dass Reichsbürger oder Provokateure am 20. März 2021 zu einer neuen Kundgebung vor dem...

DWN
Deutschland
Deutschland Regierung: Bürger können bald Corona-Tests für zuhause kaufen

Die Deutschen sollen bald Zugang zu Heimtests bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine entsprechende Änderung der...

DWN
Politik
Politik Italien: Die eigenen Abgeordneten rufen Premier Conte zum Rücktritt auf

Medienberichten zufolge könnte Ministerpräsident Conte bereits am Dienstag seinen Rücktritt einreichen, um in der Folge eine neue...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Frankreich droht ein dritter Lockdown

Präsident Emmanuel Macron könnte noch in dieser Woche landesweite Ausgangsbeschränkungen verkünden, berichten französische Medien....

DWN
Finanzen
Finanzen Ausgabe "grüner" Anleihen erreicht neues Rekordniveau

Grüne Anleihen sind gefragt wie nie. Nach der Rekordemission im letzten Jahr wird auch für 2021 ein neuer Rekord erwartet.

DWN
Politik
Politik US-Flugzeugträger sorgt für neue Spannungen mit China

China hat die Entsendung des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» in das umstrittene Südchinesische Meer kritisiert. Doch auch...