Politik

Von der Leyen: Bundeswehr hat Führungsschwäche

Lesezeit: 1 min
01.05.2017 01:53
Ursula von der Leyen sieht bei der Bundeswehr eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen.
Von der Leyen: Bundeswehr hat Führungsschwäche

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat im Fall des wegen einer mutmaßlichen Anschlagsplanung festgenommenen Offiziers Versäumnisse bei der Bundeswehr eingeräumt. Die CDU-Politikerin sagte am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt": "Die Bundeswehr hat ein Haltungsproblem und sie hat offensichtlich eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen, und da müssen wir konsequent drangehen." Diese gelte auch für die bekanntgewordenen Fälle von sexualisierter Herabwürdigung und Schikane. Zu ihrer eigenen Rolle sagte sie: "Unterm Strich habe ich immer die schlussendliche Gesamtverantwortung."

Zu ihrer Aufgabe gehöre auch, tiefer zu graben, sagte die Ministerin. Dabei zeige sich: "Offensichtlich greifen die Mechanismen nicht, die solche Streitkräfte haben müssen, damit auch frühzeitig gemeldet und aufgeklärt wird." Von der Leyen bezieht sich auf einen seltsamen Fall, dessen Wahrheitsgehalt objektiv nicht überprüft werden kann.

Dem Oberleutnant wird vorgeworfen, Ende Januar auf dem Wiener Flughafen Schwechat eine geladene Pistole in einem Putzschacht einer Toilette versteckt zu haben. Ein konkretes Anschlagsziel ist der Staatsanwaltschaft Frankfurt zufolge allerdings nicht bekannt.

Der aus Offenbach stammende Offizier soll sich zudem als syrischer Flüchtling ausgegeben haben, unter falschem Namen Asyl beantragt und seit Januar 2016 monatliche Zahlungen erhalten. Von der Leyen sagte, die Ermittlungen hätten noch nicht ergeben, was er genau geplant habe und ob er ein Netzwerk gehabt habe.

Bekannt sei angeblich, dass der Mann eine Masterarbeit an einer französischen Eliteschule geschrieben habe, die ganz klar völkisches dumpfes Gedankengut enthalten habe. Dies sei auch auf Ebene der Vorgesetzen aufgefallen. Der Fall sei aber weder in seiner Personalakte noch beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) gelandet. Wenn die Vorgesetzten nicht ihre Verantwortung wahrnähmen, "dann werden Dinge aus falsch verstandenem Korpsgeist schöngeredet, es wird weggeschaut, das gärt dann, bis es zum Eklat kommt". Dies sei nicht in Ordnung.

"Wir müssen eine breitere Debatte in der Bundeswehr führen, wo stehen wir, was ist unsere Haltung", sagte von der Leyen: Viel könne toleriert werden, aber nicht politischer Extremismus, Rechtsextremismus und religiös bedingter Extremismus.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Offener Schlagabtausch zwischen Finanz- und Verteidigungsministerium

Zwischen dem Finanz- und dem Verteidigungsministerium ist es zu einem ungewöhnlichen offenen Schlagabtausch gekommen, der in die Medien...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach dem Ausverkauf bei Bitcoin & Co. – sollten Anleger jetzt einsteigen?

Lohnt sich ein Einstieg in Kryptowährungen nach dem Ausverkauf wieder? Ein Experte gibt eine differenzierte Antwort.

DWN
Finanzen
Finanzen Umkehrung der Renditekurve erreicht extreme Ausmaße

Zehnjährige US-Staatsanleihen erzielen derzeit weitaus geringere Renditen als zweijährige. Diese Umkehrung der Renditekurve deutet auf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Macron übt scharfe Kritik an Bidens Subventionspaket bei USA-Besuch

Die US-Regierung gefährdet mit einem neuen Gesetz die Industrien Europas – zu einer Zeit, in der diese ohnehin angeschlagen sind. Auf...

DWN
Deutschland
Deutschland Mediziner beklagen „katastrophale Zustände“ in deutschen Kinderkliniken

In deutschen Kinderkliniken herrschen dramatische Zustände. Derzeit zirkulierende Atemwegskrankheiten treffen auf ein chronisch...

DWN
Politik
Politik Behörden warnen vor Überlastung durch Energie-Hilfspakete

Ein Großteil der Behörden in Deutschland wird die von der Regierung gewährten Energiepreis-Zuschüsse nicht ordentlich und zeitnah...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission bremst Orban durch Finanz-Entzug aus

Die Anstrengungen von Ungarn zur Umsetzung der Bedingungen für EU-Mittel haben nicht ausgereicht. Die EU-Kommission empfiehlt die Gelder...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Märkisches Landbrot: „Energie war zu lange günstig“

Mit einem Traditionsprodukt zu einem erfolgreichen Unternehmen – die Brotbäckerei Märkisches Landbrot. Den Fokus legt man dabei auf die...