Politik

Griechenland hofft auf neue Kredite und Schuldenerleichterung

Lesezeit: 1 min
02.05.2017 11:35
Griechenland hofft auf neue Kredite von der EU und Maßnahmen zur Schuldenerleichterung.
Griechenland hofft auf neue Kredite und Schuldenerleichterung

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Griechenlands Gläubiger haben eine "vorläufige Einigung" mit Athen über weitere Schritte bestätigt, die Voraussetzung für die Freigabe neuer Kredite sind. Athen und die Gläubiger hätten sich vorläufig "auf ein Politikpaket" verständigt, das die wirtschaftliche Erholung Griechenlands unterstützen solle, teilten die EU-Kommission, der Euro-Rettungsfonds ESM, die Europäische Zentralbank (EZB) und der internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag mit. Athen hofft, dass die Vereinbarung auch den Weg für Schuldenerleichterungen freimacht.

Es ist unklar, in welcher Funktion der IWF an den Gesprächen teilnimmt: Der IWF hat erklärt, dass die Schulden Griechenlands nicht tragfähig sind und dass der Fonds an einem neuen Kredit-Programm nur nach einem Schuldenschnitt teilnehmen werde. Einen Schuldenschnitt möchte Deutschland nicht vor der Bundestagswahl kommuniziert sehen. Daher hat man sich auf den Begriff der "Schuldenerleichterung" festgelegt.

Die neuen Maßnahmen enthalten Rentenkürzungen, Steuererhöhungen und Energie-Privatisierungen, wie die Zeitung Katimerini berichtet. Eigentlich war die Syriza-Regierung mit dem Anspruch angetreten, keine weiteren Austeritätsmaßnahmen mehr zu beschließen.

Die EU-Gläubiger, insbesondere Deutschland, hoffen auf einen baldigen Wechsel in der Regierung in Athen. Aktuellen Umfragen zufolge hätte jetzt wieder die konservative Partei Nia Demokratia die Nase vorn.

Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos hatte die vorläufige Einigung in der Nacht verkündet. Sie soll demnach beim Treffen der Euro-Finanzminister am 22. Mai abgesegnet werden. Tsakalotos zeigte sich dabei "sicher", dass die Vereinbarung auch Schuldenerleichterungen für Griechenland ermöglichen werde.

Die Vereinbarung bilde die "Grundlage" für den Abschluss der zweiten Überprüfung der Reformen des griechischen Stabilitätsprogramms durch die Gläubiger, hieß es. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass das hoch verschuldete Griechenland weitere Kredite aus dem Rettungspaket erhält.

Die griechische Regierung habe zugesichert, die vereinbarten Austeritätsmaßnahmen "schnell umzusetzen", hieß es weiters laut AFP seitens der EU. Die vorläufige Vereinbarung werde nun "durch weitere Gespräche in den kommenden Wochen vervollständigt". Ziel sei dabei "eine glaubhafte Strategie, um sicherzustellen, dass Griechenlands Schulden tragbar sind".

Athen braucht vor dem Sommer wieder frisches Geld, weil dann Rückzahlungen in Höhe von sieben Milliarden Euro anstehen, die es aus eigener Kraft nicht leisten kann. Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. 2015 vereinbarte Athen mit den Euro-Partnern ein drittes Hilfspaket über bis zu 86 Milliarden Euro.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Zustände „wie im absolutistischen Fürstenstaat“: Schröder verklagt Bundestag mit Top-Anwalt

Der Feldzug gegen Gerhard Schröder ist gescheitert. Nun geht der Ex-Kanzler zum Gegenangriff über.

DWN
Deutschland
Deutschland Füllstände in deutschen Gas-Speichern nähern sich wichtiger Marke

Die Füllstände deutscher Gas-Speicher nähern sich einer politisch vorgegebenen Marke. Zugleich erheben Verbände Vorwürfe gegen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Türkei bezahlt Gas künftig in Rubel

Die Türkei und Russland wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen. Obwohl es kein „unfreundliches Land“ ist, wird Ankara Gas...

DWN
Politik
Politik Energie-Krise offenbart Planlosigkeit: Scholz will jetzt Pipeline aus Portugal

Eigentlich sollte es die Pipeline von Portugal über Spanien nach Mitteleuropa längst geben. Doch das Projekt wurde gestoppt. Das rächt...

DWN
Deutschland
Deutschland IW-Analyse: Teure Energie ist verheerend für Deutschland

Die Experten des IW haben durchgespielt, was teure Energie für deutsche Verbraucher, Firmen und die Wirtschaft bedeutet. Die Aussichten...

DWN
Finanzen
Finanzen Trader von JPMorgen wegen Manipulatinonen des Gold-Markts verurteilt

Nach einem langen Prozess in Chicago haben die Geschworenen zwei Goldhändler von JPMorgan wegen Spoofing, also jahrelanger Manipulationen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen China wird für deutsche Industrie zum Risiko-Standort

Ein chinesischer Überfall auf Taiwan ist eine reale Gefahr. Den deutschen Unternehmen, die Milliardensummen in China investiert haben,...

DWN
Deutschland
Deutschland Energie-Krise weitet sich aus: Steigende Rohölnachfrage erwartet

Der Rohölpreis ist zuletzt gesunken, Heizölkäufer profitieren davon bisher nicht – und bald könnte die weltweite Nachfrage nach...