Finanzen

Real stellt Gesichts-Erkennung bei Kunden ein

Lesezeit: 1 min
28.06.2017 13:24
Die Supermarktkette Real stellt die Blickkontakterfassung bei den Kunden ein.

In Real-Supermärkten werden die Gesichter von Kunden künftig nicht mehr analysiert. Ein entsprechender Test des Werbedienstleisters Echion sei „mit sofortiger Wirkung“ beendet worden, erklärte die Supermarktkette am Dienstag. In 41 ausgewählten Real-Supermärkten hatte der Dienstleister Echion bislang an bestimmten Werbebildschirmen die Blickkontakte von Kunden mit Hilfe von Kameras analysiert und daraus Daten abgeleitet. Echion wollte damit herausfinden, welche Werbefilme gut ankommen.

Nach Angaben der Supermarktkette wurde der seit dem Herbst 2016 laufende Test nun gestoppt, weil in der öffentlichen Diskussion der Eindruck entstanden sei, in Real-Märkten „würden im Kassenbereich ohne Wissen der Kunden Daten erhoben“. Ende Mai hatten zunächst die Lebensmittel-Zeitung und Spiegel Online über den Test des Augsburger Werbedienstleisters Echion berichtet.

Datenschützer kritisierten den Test. Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen, Helga Block, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer „anlasslosen Informationserhebung mit einer großen Streubreite“.

Der Supermarktkette zufolge seien durch den Test aber „keine, einzelnen Kunden zuordenbare Persönlichkeitsmerkmale gespeichert oder übertragen“ worden. Es entstanden demnach keine personenbezogenen Daten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes. Die Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzrichtlinien sei jederzeit gewährleistet gewesen, erklärte Real. Diesen Sachverhalt hat demnach auch das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht bestätigt, in einem Prüfbericht vom 9. Juni.

Real räumte aber ein, dass der Nutzen durch den „Einsatz technologischer Weiterentwicklungen“ für die Kunden im vorliegenden Fall nicht nachvollziehbar gewesen sei. Künftig werde der Einsatz solcher Weiterentwicklungen in enger Abstimmung mit den „Kundenbeiräten und Fokusgruppen“ erörtert, erklärte die Supermarktkette.

DWN
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