Finanzen

US-Banken lassen Finanz-Krise hinter sich

Lesezeit: 1 min
29.06.2017 20:58
Die US-Banken haben Finanz-Krise hinter sich gelassen.
US-Banken lassen Finanz-Krise hinter sich

Mehr zum Thema:  
Banken > USA >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Banken  
USA  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Stefan Paravicini von der Börsen-Zeitung analysiert die Lage der US-Banken:

Das war es jetzt wohl mit der Finanzkrise. Zehn Jahre nach den ersten Turbulenzen auf dem US-Hypothekenmarkt ist die Furcht vor einer Kernschmelze des Finanzsystems mit den eben vorgestellten Ergebnissen des diesjährigen Bankenstresstests der Federal Reserve ganz verflogen. Zum ersten Mal seit der Premiere im Jahre 2011 konnten alle Institute die Anforderungen der Aufseher erfüllen, auch wenn Capital One nur unter Auflagen durchschlüpfte. Alle anderen 33 Banken erhielten von der Fed uneingeschränkt grünes Licht für ihre Pläne zur Kapitalausstattung und kündigten nach zuletzt mageren Jahren den großen Zahltag für die Aktionäre an.

Im Schnitt wollen die Spitzeninstitute in den nächsten vier Quartalen fast den kompletten Profit ausschütten, nachdem die Ausschüttungsquote im vergangenen Jahr bei 65% der Gewinne lag. An der Spitze steht Citi, die in den Jahren 2012 und 2014 bei den Stresstests durchgefallen war und deshalb den strengen Blick der Aufseher spürte, wenn es an Dividenden und Aktienrückkäufe ging. Jetzt ist Schluss mit Kleckern: Citi verdoppelt die Dividende und legt ein Aktienrückkaufprogramm für 16 Mrd. Dollar auf. Insgesamt fließen bei dem Institut in den nächsten vier Quartalen 132% des Gewinns an die Aktionäre. In der Größenordnung des erwarteten Ergebnisses wird man am Schalter von Morgan Stanley und J.P. Morgan Chase bedient, während Goldman Sachs ihre Ausschüttungspläne zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt gegeben hatte. Bank of America kommt auf eine Ausschüttungsquote von 80%, was für einen neuen Großaktionär reichen könnte. Warren Buffett, der mit Berkshire Hathaway Vorzugsaktien der zweitgrößten US-Bank hält, hat im Februar angekündigt, sein Paket bei einer Dividendenerhöhung in der jetzt vorgeschlagenen Größenordnung in Stammaktien zu tauschen, womit er zum größten Eigentümer aufsteigen würde. Bei Wells Fargo, die es trotz Vertriebsskandalen durch den Stresstest geschafft hat, ist Buffett schon lange größter Aktionär.

An der Börse kamen nicht nur die Ausschüttungspläne gut an. Die Ergebnisse des Stresstests dürften die US-Regierung nämlich in ihren Plänen bestärken, die Regulierungsanforderungen zurückzuschrauben. Das ist gerade dort vernünftig, wo die Regulierung im Übereifer nach der Krise zu Komplexität und Mehrfachbelastungen für die Banken geführt hat, ohne das Finanzsystem stabiler zu machen. Sollte das Pendel jetzt aber wieder in die andere Richtung ausschlagen, ist der nächste Zahltag auch für Investoren nicht weit.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Banken > USA >

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Politik
Politik Östliches Mittelmeer: Großmächte kämpfen um das Herz der Welt

Im östlichen Mittelmeer wetteifern die internationalen Mächte um Einfluss auf Energieressourcen, Pipelines und die Handelsstraße zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Internet-Gigant JD.com - lohnt sich der Einstieg?

DWN-Börsenexperte Andreas Kubin analysiert die Aussichten für die Aktie des chinesischen Online-Händlers JD.com.

DWN
Politik
Politik Die Inflation in der Euro-Zone ist auf dem Vormarsch

Die Lebenshaltungskosten stiegen im März um 1,3 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr.

DWN
Deutschland
Deutschland Merkel im Alarm-Modus: „Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geworben.