Politik

USA: Tausende Texaner fliehen vor schweren Regenfällen

Lesezeit: 2 min
28.08.2017 11:35
Die Millionenstadt Houston wird von schweren Regenfällen heimgesucht.
USA: Tausende Texaner fliehen vor schweren Regenfällen

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Wegen der katastrophalen Überschwemmungen in Texas durch den Wirbelsturm „Harvey“ haben die Behörden Evakuierungen angeordnet, berichtet Reuters. Im Landkreis Fort Bend sollten sich am Montag 50.000 Menschen in Sicherheit bringen, nachdem der höchste Wasserstand des Flusses Brazos seit mindestens 800 Jahren vorhergesagt worden war. Der Kreis liegt 50 Kilometer südwestlich der schwer getroffenen Millionenmetropole Houston, wo Schulen, See- und Flughäfen geschlossen waren. „Wir sehen noch nie dagewesene Niederschlagsmengen“, sagte Chefmeteorologe Steve Bowen vom Rückversicherer Aon Benfield. Zum Versicherungsschaden lagen unterschiedliche Schätzungen vor.

Präsident Donald Trump will sich am Dienstag an Ort des Geschehens ein Bild von der Lage machen.

Die Behörden sprachen von mindestens zwei Todesopfern. Die genaue Zahl der Obdachlosen war zunächst unklar, allein im Großraum Houston waren am Montagmorgen mehr als 220.000 Haushalte ohne Strom. In der viertgrößten Stadt der USA flohen Zehntausende Menschen aus ihren Häusern. Allein das Rote Kreuz bereitete sich in der Nacht zum Montag auf die Versorgung von bis zu 28.000 Texanern vor, die durch die Fluten obdachlos geworden sind. Die Stadt Dallas - mehr als 350 Kilometer von Houston entfernt - kündigte die Einrichtungen einer Notunterkunft für 5000 Notleidende in einem Messezentrum an. Rettungskräfte setzten Motorboote und Hubschrauber ein, andere Menschen wurden auf Lastwagen in Sicherheit gebracht.

Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, verteidigte seine Entscheidung, die 2,3 Millionen Einwohner nicht zum Verlassen der Stadt aufgerufen zu haben. Er verwies auf die Folgen der Evakuierung vor dem Hurrikan „Rita“ im Jahr 2005, bei dem mehr als 100 Menschen gestorben seien. „Wenn Sie glauben, die Situation jetzt sei schlimm - wenn Sie eine Evakuierung anordnen, beschwören Sie einen Alptraum herauf“, sagte er. Laut Vorhersagen soll Houston auch in den kommenden Tagen von schweren Regenfällen heimgesucht werden. „Der Sturm bewegt sich kaum“, sagte der Meteorologe Steve Wistar. Damit falle der Regen auf dieselben Gebiete. Das Zentrum des Sturms lag am Montagmorgen etwa 150 Kilometer von Houston entfernt und sollte sich bis Mittwoch in einem Bogen langsam auf die Stadt zubewegen.

Zudem bahnte sich über die Flüsse neues Ungemach an. Etwa 240 Kilometer von Houston entfernt gingen heftige Schauer auf die stromaufwärts gelegenen Abschnitte nieder. Auch diese Wassermassen bewegen sich auf die Stadt zu. Insgesamt gab der Nationale Wetterdienst der USA (NWS) Flutwarnungen für ein Gebiet von New Orleans bis nahe San Antonio heraus. Betroffen wären damit etwa 13 Millionen Menschen, was grob der Bevölkerung Bayerns entspricht.

Der Branchendienst Insurance Information erklärte, die Versicherungsschäden durch „Harvey“ könnten ähnlich hoch liegen wie bei „Katrina“ 2005. Dem widersprach die Hannover Rück: Die Kosten seien "weit entfernt" von den Größenordnungen von „Katrina“ oder „Sandy“ im Jahr 2012, sagte eine Sprecherin des Rückversicherers. „Katrina“ hatte die Branche knapp 80 Milliarden Dollar gekostet, „Sandy“ 36 Milliarden Dollar.

In Asien und Europa gehörten Versicherer am Montag zu den größten Verlierern an den Aktienmärkten. „Harvey“ hat auch die US-Raffinerie- und Förderanlagen an der Küste und im Golf von Mexiko in Mitleidenschaft gezogen. Unter anderem wurde die zweitgrößte Raffinerie der USA, Baytown von Exxon, geschlossen. Am Rohstoffmarkt nährte der Ausfall an der US-Golfküste Spekulationen über Nachschub-Probleme bei Benzin, was den Preis trieb.

„Harvey“ war in der Nacht zu Samstag als Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern in der Stunde über die Küste von Texas hinweggefegt. Damit war er der stärkste Sturm in dem US-Bundesstaat seit 1961.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Politik
Politik Trump hält seine bisher „wichtigste Rede“, wirft politischen Gegnern schweren Wahlbetrug vor

Am Mittwochabend hat US-Präsident Donald Trump eine sehr emotionale Rede gehalten. Er beharrte auf seinem Vorwurf des Wahlbetrugs....

DWN
Deutschland
Deutschland Ski-Verbot im Allgäu: 20 Bürgermeister richten Brandbrief an Merkel und Söder

In einem Brandbrief haben sich die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller und zwanzig Bürgermeister aus dem Allgäu gegen das...

DWN
Technologie
Technologie Schweizer Notenbank hält digitales Zentralbankgeld für machbar

In einer Studie kommt die SNB zu dem Schluss, dass digitales Zentralbankgeld technisch und rechtlich realisierbar ist. Eine Entscheidung...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Rückkehr des „Bail in“: Denkfabriken erwarten eine neue Euro-Krise im kommenden Jahr

Mehrere Denkfabriken befassen sich konkret mit Vorbereitungen für eine neue europäische Schulden- und Bankenkrise. Dabei könnte die 2013...

DWN
Finanzen
Finanzen Wirecard-Skandal verändert Dax dauerhaft

Die Deutsche Börse stockt den Dax auf 40 Mitglieder auf. Das ist nur eine Folge der Wirecard-Pleite. Die Zusammensetzung des Dax soll...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Ombudsfrau rügt Deal zwischen BlackRock und EU-Kommission, doch ohne Konsequenzen

Die Europäische Ombudsfrau hat einen Auftrags-Deal zwischen der EU-Kommission und dem US-Finanzgiganten BlackRock wegen möglicher...

DWN
Politik
Politik Mannheim führt nächtliche Ausgangssperren ein

In Mannheim wird ab morgen Abend eine achttägige nächtliche Ausgangssperre gelten.

DWN
Technologie
Technologie Riesiges Weltraum-Teleskop von Arecibo in sich zusammengestürzt

Das riesige Teleskop im puerto-ricanischen Arecibo ist am Dienstag zusammengebrochen.

DWN
Finanzen
Finanzen Verlängerung des Teil-Lockdowns belastet die deutschen Märkte - Daimler will Wachstumsschwung ins Jahr 2021 mitnehmen

Der Dax gerät derzeit ins Stocken. Die Nachricht, dass Bund und Länder den Teil-Lockdown verlängert haben, bedrückt die Stimmung der...

DWN
Deutschland
Deutschland Krankenkassen: Corona hat bisher keine Auswirkungen auf den Krankenstand

Die Auswertung der Krankenkassen zeigt, dass nur ein verschwindend geringer Teil der diesjährigen Fehlzeiten vom Beruf direkt auf Covid-19...

DWN
Deutschland
Deutschland Die deutsche Taxibranche am Abgrund, Uber wird sich freuen

Die Lage in der Taxibranche spitzt sich nach Verbandsangaben wegen des Teil-Lockdowns in der Corona-Krise dramatisch zu. Das dürfte vor...

DWN
Deutschland
Deutschland Virus-Ticker: Ständige Impfkommission wird zunächst nur mRNA-Impfstoff zulassen

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erwartet keine parallele Zulassung von anderen Impfstoffen. Lesen Sie allen...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Euro steigt erstmals seit April 2018 wieder über 1,21 Dollar

Der Eurokurs kletterte am Mittwochnachmittag vorübergehend bis auf 1,2108 Dollar. Hintergrund ist der noch schwächere Dollar.

DWN
Deutschland
Deutschland Bund und Länder verlängern Corona-Schließungen bis 10. Januar

Bund und Länder planen mit Gastronomie und Hotel-Schließung bis 10. Januar. Söder bringt sogar noch schärfere Maßnahmen ins Spiel.