Finanzen

Investoren geben Gebote für Krisenbank HSH Nordbank ab

Lesezeit: 2 min
30.10.2017 17:07
Mehrere Investoren haben verbindliche Offerten für die angeschlagene Landesbank HSH Nordbank abgegeben.
Investoren geben Gebote für Krisenbank HSH Nordbank ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Im Verkaufsprozess für die HSH Nordbank liegen konkrete Angebote auf dem Tisch. Aus dem Kreis der Bieter seien verbindliche Offerten für die zum Verkauf stehende Krisenbank abgegeben worden, teilten die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg am Sonntag mit: „Nach erster Sichtung bieten diese eine gute Grundlage, um den Verkaufsprozess fortsetzen zu können.“ Alle Angebote gelten nach HSH-Angaben für die Bank als Ganzes. Die Länder werden die Angebote analysieren und in die finalen Verhandlungen eintreten. Ein Kaufvertrag muss bis Ende Februar 2018 unterzeichnet sein. Die Bank nannte erste Geschäftszahlen zum 30. September: In den ersten neun Monaten 2017 sei das Neugeschäft um rund zehn Prozent gestiegen, und auch der Gewinn werde höher ausfallen.

Wer die verbliebenen Bieter sind, wurde nicht gesagt. Insidern zufolge gab es zuletzt eine Handvoll Interessenten, zu denen US-Finanzinvestoren wie Apollo, Cerberus oder Lonestar gehörten. Auch der US-Investor Christopher Flowers, der gut fünf Prozent an der Bank hält, war laut Insidern interessiert. Dagegen ist wohl kein strategischer Bieter mehr im Rennen.

Die Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH bis Ende Februar 2018 verkaufen. Dies ist eine Auflage der EU-Kommission im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen. Wird man sich nicht handelseinig, droht dem Geldhaus die Abwicklung. Neben der Kernbank gibt es eine Abbaubank, in der milliardenschwere Problemkredite aus den Jahren 2004 bis 2009 gebündelt sind.

Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) und die Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinold, sprachen in einer gemeinsamen Presseerklärung von einem „bedeutenden Zwischenschritt“ im Privatisierungsverfahren der HSH Nordbank. Vorstandschef Stefan Ermisch zeigte sich ebenfalls optimistisch. „Wir werden die Ländereigner auch künftig nach Kräften unterstützen, denn das konkrete Investoreninteresse ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich,“ sagte er.

Nach 173 Millionen Euro Gewinn vor Steuern zum Halbjahr werde der Vorsteuergewinn zum 30. September „etwas höher ausfallen“, teilte die Bank mit. Die Kernbank komme insbesondere im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien und Immobilien gut voran. Das Neugeschäft stieg nach neun Monaten um rund zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Auch die Abbaubank mache Fortschritte, sagte Ermisch: Von 13,6 Milliarden Euro Altlasten zum Jahresende 2016 sei dieser Wert bis Ende Dezember auf unter acht Milliarden Euro gesunken, im kommenden Jahr seien weniger als vier Milliarden Euro vorgesehen.

Die Bank war durch die Finanzkrise und zuletzt wegen der Schiffskrise in Schieflage geraten. Hamburg und Schleswig-Holstein haben dem Geldhaus bereits mit Garantien und Eigenkapital von rund 13 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Über Gebühren dafür flossen etwa drei Milliarden Euro von der Bank zurück an die Länder.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Bericht: „Eine weitere Studie zeigt erneut, dass Lockdowns nicht funktionieren“

Das „Ludwig von Mises Institute“ berichtet: „Obwohl die Befürworter von Corona-Lockdowns weiterhin darauf bestehen, dass sie Leben...

DWN
Politik
Politik Corona 2021: Kommt es in der EU bald zu einer Nahrungsmittel-Krise?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es in Europa zur Nahrungsmittel-Krise kommt. So ist davon auszugehen, dass der Nahrungsmittel-Preisindex...

DWN
Deutschland
Deutschland Insider: Merkel will touristische Reisen verbieten

Sie sei nicht für ein Reiseverbot, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es sollten aber möglichst keine touristischen Reisen stattfinden.

DWN
Finanzen
Finanzen Konkurrenz zum Bargeld: EU-Pläne zu digitalem Euro werden konkret

Die EU-Kommission unterstützt die Pläne der Europäischen Zentralbank zur Einführung eines digitalen Euros. Wirtschaft und Finanzwesen...

DWN
Finanzen
Finanzen Gegen das Bargeld: EU-Kommission will europaweite Obergrenze für Bar-Zahlungen

Die EU-Kommission erwägt eine europaweite Obergrenze bei der Nutzung von Bargeld. Experten der Kommission behaupten, dass sie dadurch...

DWN
Politik
Politik Das große deutsche Bildungs-Desaster: Ein ganzer Jahrgang wird dem Lockdown geopfert

Die Schließung von Schulen hat bei vielen Schülern praktisch ein ganzes Bildungsjahr ausradiert - mit spürbaren Folgen für die...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Autobranche erwartet weiter schwache Pkw-Nachfrage

Die deutschen Autobauer und ihre Zulieferer rechnen nicht damit, dass der durch Corona verursachte Schaden rasch wettgemacht werden kann....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lastwagenbauer MAN baut in Deutschland 3500 Stellen ab

Im Herbst wollte MAN 9500 Stellen in Deutschland und Österreich abbauen und trieb die Arbeitnehmer damit auf die Barrikaden. Jetzt...

DWN
Politik
Politik Entschädigung von Nerzzüchtern kostet Dänemark Milliardenbetrag

In Dänemark hatte die Regierung angeordnet, dass alle rund 17 Millionen Nerze im Land getötet werden. Nun muss der Steuerzahler die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn-Techniker Vossloh kämpft sich nach Corona-Rückschlägen zurück – mit Großorder aus Australien

Die Pandemie hat ganz besonders die Transportbranche getroffen – und somit auch den Bahn-Techniker Vossloh. Doch kommt jetzt wieder...

DWN
Deutschland
Deutschland Warum deutsche Exporteure wieder optimistischer werden

Eine ganze Reihe von globalen Entwicklungen haben im Januar die Erwartungen der deutschen Exporteure steigen lassen, berichtet das...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona verändert deutschen Online-Handel: Plattformen sind die Gewinner

Der Branchenverband BEVH meldet eine Reihe interessanter Entwicklungen im deutschen Online-Handel. So haben die großen Onlinemarktplätze...

DWN
Politik
Politik Rund 150 Festnahmen bei erneuten Krawallen in den Niederlanden

In den Niederlanden ist es den dritten Abend in Folge in mehreren Städten zu Krawallen gekommen. "So viel Gewalt haben wir seit 40 Jahren...

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunkturbelebung schlägt auf Maschinenbau durch

Dem als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Maschinenbau hat die konjunkturelle Belebung im vierten Quartal durch die Corona-Krise...