Wirtschaft

EU bietet chinesischen E-Auto-Herstellern Alternative zu Zusatz-Zöllen

Statt die für 2024 geplanten Zusatz-Zölle zu erheben, schlägt die EU Herstellern von in China produzierten Elektroautos eine andere Lösung vor. Laut einer neuen Leitlinie können Unternehmen freiwillig Mindestpreise für in die Europäische Union exportierte Fahrzeuge festlegen, um die zusätzlichen Abgaben zu umgehen. Zusätzliche Vorteile winken, wenn die Hersteller zugleich Investitionen in der EU zusagen oder ihre Exporte begrenzen.
12.01.2026 14:12
Aktualisiert: 12.01.2026 14:12
Lesezeit: 1 min
EU bietet chinesischen E-Auto-Herstellern Alternative zu Zusatz-Zöllen
Fahrzeuge von Nissan stehen im Hafen in der ostchinesischen Provinz Shandong zum Export bereit (Foto: dpa). Foto: Tang Ke

Entsprechende Angebote würden von der Europäischen Kommission objektiv und fair bewertet, heißt es in den neuen Leitlinien der EU-Kommission. Voraussetzung für die Annahme sei, dass die Maßnahmen die schädigenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine den Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten.

Peking begrüßt Leitlinien

Die erzielten Fortschritte zeigten, dass beide Seiten in der Lage und bereit seien, Differenzen im Rahmen der Regeln der Welthandelsorganisation zu lösen, erklärte das Pekinger Handelsministerium. Auch die chinesische Handelskammer in Brüssel begrüßte das EU-Dokument und sprach von einer "sanften Landung" im Verfahren zu Elektrofahrzeugen. Das Ergebnis trage den Sorgen der Wirtschaft Rechnung und schaffe ein stabileres sowie besser planbares Umfeld für chinesische E-Auto-Hersteller und ihre Lieferketten in Europa.

Zusatzabgaben sollen Industrie in Europa schützen

Über mögliche Mindesteinfuhrpreise als Alternative zu den EU-Zusatzzöllen auf aus China importierte Elektroautos gibt es seit langem Gespräche zwischen beiden Seiten.

Die EU-Zusatzabgaben waren 2024 eingeführt worden, um die Zukunft der Autoindustrie in der EU zu sichern. Die EU-Kommission war zuvor bei einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass Hersteller in China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen. Demnach können Elektroautos aus China normalerweise rund 20 Prozent günstiger angeboten werden als in der EU hergestellte Modelle.

Ausgleichszoll trifft auch deutsche Unternehmen

Die Höhe der Zusatzzölle variiert je nach Hersteller zwischen 7,8 Prozent und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tätige ausländische Unternehmen - darunter Tesla , BMW und Mercedes -Benz . Mercedes arbeitet in China etwa mit Geely zusammen, auf dessen Exporte ein Zusatzzoll in Höhe von 18,8 Prozent fällig wird. Für Tesla gilt ein Satz von 7,8 Prozent, bei BMW sind es 20,7 Prozent.

Als Vergeltungsmaßnahme verhängte China mit Sonderzöllen auf Importe aus der EU. Sie wurden etwa auf Branntwein, Schweinefleisch und Milchprodukte verhängt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW-Werk Dingolfing rüstet auf für den entscheidenden Kampf um die Autozukunft
14.08.2026

Tausende Roboter, 280.000 Autos im Jahr und eine neue Batteriefabrik sollen BMWs größten europäischen Produktionsstandort zukunftsfähig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Solarstrom-Produktion unter Druck: Wie sicher ist Deutschlands Stromnetz wirklich?
14.08.2026

Eine Sonnenfinsternis reicht aus, um Europas Solarstrom-Produktion binnen kurzer Zeit massiv zu drücken und die Strompreise nach oben...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo ES90 im Test: Ein guter Grund, den Deutschen Lebewohl zu sagen?
14.08.2026

Der Volvo ES90 ist kein Elektroauto für Käufer, die möglichst günstig in die Premiumklasse einsteigen wollen. Doch wer Komfort,...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt ECS Energiemakler: Wenn die Stromrechnung Fragen aufwirft
14.08.2026

Strom und Gas sind für viele Unternehmen heute mehr als ein einfacher Einkaufsposten. Sie sind ein Bereich, in dem Preise, Netzentgelte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Erst verspottet, jetzt reißen sich Käufer um den Elektro-Ferrari
14.08.2026

Der Ferrari Luce provozierte Fans, verunsicherte Anleger und ließ Zweifel an Ferraris Elektrostrategie wachsen. Nun ist das Verkaufsziel...

DWN
Panorama
Panorama Konsumflaute trifft Camping-Boom: Jetzt mobile Kaffeemaschinen kaufen und bares Geld sparen!
14.08.2026

Camping boomt, Reisen bleibt beliebt – doch gleichzeitig sitzt das Geld bei vielen Verbrauchern nicht mehr so locker. Genau in diesem...

DWN
Finanzen
Finanzen Norma-Aktie mit Kurssprung: Verbindungstechnikhersteller plant weiteren Aktienrückkauf
14.08.2026

Ein neuer Aktienrückkauf treibt die Norma-Aktie auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Finanziert wird das Vorhaben aus einem...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-Aktie vor dem Mega-IPO: SpaceX könnte die Euphorie zerstören
14.08.2026

Anthropic wächst rasant und könnte mit seinem Börsengang neue Maßstäbe setzen. Doch die Milliardenbewertung steht auf einem...