Politik

Iran exportiert Weizen nach Europa

Lesezeit: 2 min
06.02.2018 17:07
Der Iran versorgt den europäischen Markt mittlerweile mit Weizen. In Italien ist der iranische Weizen besonders beliebt.
Iran exportiert Weizen nach Europa

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Iran hat im aktuellen Jahr aus seiner Südostprovinz Khouzestan bereits 60.000 Tonnen Weizen nach Italien und in den Oman exportiert. Siavosh Hosseinpour, ein Handelsvertreter der Provinz, sagte, dass die Provinz inzwischen auch 28.000 Tonnen Mehl in den Irak exportiert habe, so die Nachrichtenagentur Trend News.

Im Oktober 2017 hatte der Iran erstmals 31.000 Tonnen Weizen nach Italien für die Herstellung von Makaroni und weitere italienische Teigwaren exportiert. Von März bis Oktober 2017 kamen insgesamt 120.000 Tonnen an Weizen aus dem Iran nach Europa.

Der Iran hatte im vergangenen Jahr auch ein trilaterales Abkommen mit den wichtigsten Weizenproduzenten der Welt – Russlands und Kasachstan – unterzeichnet, was die jährliche Weizen-Produktion des Irans auf 700.000 Tonnen ansteigen lassen wird.

Das Land hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zuerst zum Weizen-Selbstversorger und mittlerweile zum Weizen-Exporteur transformiert.

Eine Aufstellung der Importe des iranischen Wirtschafts-Magazins Eghtesad Online zeigt, dass der Iran in den vergangenen 15 Jahren 12,6 Milliarden Dollar für den Kauf von mehr als 42 Millionen Tonnen Weizen ausgegeben hat. Allerdings bleibt unklar, ob der Iran als neuer Weizen-Exporteur bestehen kann, denn die klimatischen Bedingungen haben immer wieder zu Misswirtschaft geführt.

Im Jahr 2004, unter der Präsidentschaft von Mohammad Khatami (1997-2005), wurde der Iran erstmals seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 zum Selbstversorger.

Die Khatami-Regierung formulierte auch einen Zehnjahresplan, der erste Schritte zur Verringerung der Importe skizzierte und Strategien zur Aufrechterhaltung der Produktion in Dürreperioden vorsah. Der Plan wurde jedoch unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad (2005-2013) eingestellt und das Land wurde wieder abhängig von Weizen-Importen. Unter den beiden Amtszeiten von Ahmadinedschad kaufte der Iran über 25,7 Millionen Tonnen Weizen, berichtet Al-Monitor.

Als Präsident Hassan Rouhani im August 2013 sein Amt antrat, knüpfte er an die Politik von Khatami an. Seine Regierung hat in den vergangenen vier Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um nicht nur die Importe erheblich zu reduzieren, sondern auch die Produktion auf ein Niveau zu bringen, das der Iran erneut zum Selbstversorger werden konnte. Mit einer Rekordproduktion von 14 Millionen Tonnen im Jahr 2016 wurde der Iran zum Weizen-Exporteur. Im Juni 2017 konnte der Iran dann erstmals Weizen in den Oman exportieren.

Nach Angaben von Mohammad Reza Mortazavi, der Vorsitzende der Föderation der iranischen Lebensmittelindustrie, wurden 35.000 Tonnen in den Oman verschifft.

Ali Khan-Mohammadi, Exekutivsekretär der Nationalen Stiftung zur Stärkung der Weizenbauern, sagte Al-Monitor: „Um Nachhaltigkeit in der Weizenproduktion zu erreichen, müssen wir eine Infrastruktur schaffen und sie muss nachhaltig sein. Die Abhängigkeit der Produktion von den klimatischen Bedingungen führt nicht zu Nachhaltigkeit. Alles, einschließlich Maschinen und Anbaumethoden, muss auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein (...) Andere Körperschaften, deren Tätigkeiten mit der Landwirtschaft in Verbindung stehen, müssen ihre Aktivitäten in Übereinstimmung mit den vom Landwirtschaftsministerium gesetzten Zielen ausrichten.“

Unter Rouhani ist der Landwirtschaftssektor gewachsen und wurde zu einem wichtigen Eckpfeiler beim Wirtschaftswachstum. Nach offiziellen Zahlen ist der Anteil des Sektors am BIP von neun bis zehn Prozent in den Jahren bis 2013 auf zwölf bis 13 Prozent seit 2013 gestiegen.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige

Die Öl- und Gasvorkommen der Russischen Föderation werden nach offiziellen Angaben bald zur Neige gehen, sagt der russische...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock in den USA: Verbraucherpreise steigen um 4,2 Prozent

Die Furcht vor einer höheren Inflation lastet seit Tagen auf den Aktienmärkten. Nun meldet das Arbeitsministerium die höchste...

DWN
Deutschland
Deutschland Mieter und Vermieter müssen CO2-Sondersteuer bezahlen: „Am Ende der Kanzlerschaft Merkels ist das vermietete Privateigentum in akuter Gefahr“

Die Kosten der neuen Sondersteuer auf das Naturgas CO2 müssen Mieter und Vermieter künftig zu gleichen Teilen bezahlen. Vertreter der...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Heute vor 72 Jahren: Alliierte Militärgouverneure genehmigen das Grundgesetz

Am 12. Mai 1949 hatten die Militärgouverneure Clay, Robertson und Koenig das Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des...

DWN
Deutschland
Deutschland Drosten: Ohne Corona-Impfung wird man sich "unweigerlich infizieren"

Wer sich gegen eine Impfung entscheide, der werde sich "unweigerlich" mit dem Corona-Virus infizieren, sagte der Virologe Christian...

DWN
Politik
Politik Baerbock will mindestens 2 Prozent der Fläche Deutschlands mit Windkraftanlagen bestücken

Annalena Baerbock zufolge müssen mindestens 2 Prozent der gesamten deutschen Landfläche mit Windkraftanlagen bestückt werden, um das...