Politik

Türkei rückt in Syrien weiter nach Süden vor

Lesezeit: 2 min
08.02.2018 00:08
Die Türkei rückt in Syrien weiter vor. Doch auch die Kurden melden Erfolge.
Türkei rückt in Syrien weiter nach Süden vor

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Türkei  
Syrien  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Am Mittwochmorgen meldete der türkische Generalstab, dass während der „Operation Olivenzweig” in der syrischen Region Afrin 999 Mitglieder der Kurden-Milizen und der Terror-Miliz ISIS kampfunfähig gemacht, also getötet oder gefangengenommen wurden, so die Zeitung Karar.

Die Dörfer und Städte, die bis zum 19. Tag der Operation eingenommen wurden, sind das Zentrum von Bulbul, Schengal, Zahran, Bali, Haj Bilal, Hammam, Kastel Cündo, Dikmetaş, Kurni, Hay Oğlu, Heftar, Ursa, Bak Ubasi, Ali Kar, die Gebirge Huruz, Burseya, Darmik, Kurni, Ayn Batman Dağı, die Dörfer Edamanli, Ali Bekki, Bilal, Ömer Uşağı, Mamel Uşağı, Suleiman Halil, Sati Şaği, Alkana und Kırmızı. Weiterhin wurden die Hügel Şeyh Hadid, Mersides und Sergaya besetzt, berichtet die Zeitung Akşam.

Währenddessen hat die Türkei Unterstützung von ungewohnter Seite erhalten. David Trimble, Friedensnobelpreisträger und nordirischer Politiker, sagte TRT World, dass die Türkei das Recht habe, sich selbst zu verteidigen.

Das türkische Militär hat bereits am Montag einen Militärposten südwestlich der syrischen Stadt Aleppo errichtet, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters. Der türkische Generalstab bestätigte diese Entwicklung. In der vergangenen Woche wurde der türkische Militärkonvoi, der sich in Richtung Aleppo befand, angegriffen und musste kurzzeitig stoppen. Der Posten wurde errichtet. Im Rahmen der Friedensvereinbarung von Astana darf die Türkei in Idlib und in den Nachbarprovinzen zwölf Beobachterposten errichten. Während die türkischen Streitkräfte die Verbände der Freien Syrischen Armee (FSA) gebündelt hat, um sie gegen Kurden-Milizen und nicht gegen die syrischen Regierungstruppen (SAA) kämpfen zu lassen, fahren die SAA und die russische Luftwaffe mit ihrer Offensive in Idlib gegen die Söldner-Truppe Hayat Tahrir al-Scham (HTS) fort, die die Nachfolgeorganisation der al-Nusra-Front ist. HTS hatte zuvor angekündigt, dass sie gegen das Friedensabkommen von Astana sei.

Die Bündelung der FSA gegen die Kurden-Milizen hat sich bisher als Vorteil für die SAA und die russische Luftwaffe erwiesen, da die FSA-Kämpfer aufgrund der Einbindung in die „Operation Olivenzweig” nicht gegen die russisch-syrische Allianz in der Provinz Idlib auftreten können. Dabei wurde die FSA ursprünglich von den USA, Großbritannien, Frankreich, den Golf-Staaten und der Türkei gegründet, um die Regierung in Damaskus zu bekämpfen.

Kurden-Milizen

Die Pressestelle der „Syrischen Demokratischen Kräfte” (SDF), die von den Kurden-Milizen dominiert wird, meldete am Mittwoch, dass ihre Verbände neun türkische Soldaten getötet hätten. Weiterhin sollen die Kurden-Milizen einen schwimmfähigen Schützenpanzer des BMP zerstört haben. „Unsere Attentats-Verbände haben auf dem Hügel Iza eine Aktion durchgeführt. Dabei wurden zwei türkische Soldaten getötet. Unsere Kräfte haben eine zweite Aktion gegen die türkische Armee ausgeführt. Dabei wurden sieben türkische Soldaten getötet”, zitiert die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF News die Pressestelle der SDF.

ANF News berichtet ausgiebig über die Unterstützung von Mitgliedern des EU-Parlaments für die Kurden-Milizen in Afrin. Hundert EU-Parlamentarier, unter ihnen Marie-Christine Vergiat, Bart Staes, Patrick Le Hyaric und Gabi Zimmer, haben einen Aufruf mit der Überschrift „Stops Turkey’s attacks against Afrin” unterschrieben. Aus Deutschland unterstützten den Aufruf die Abgeordneten Cornelia Ernst, Stefan Eck, Joachim Zeller, Helga Trüpel, Martina Schirdewan, Martina Michels, Sabine Lösing, Bernd Lucke, Norbert Neuser, Julia Reda, Klaus Buchner und Arndt Kohn den Aufruf. Die Unterzeichner sind allesamt Mitglieder der Grünen und Linken.

Die PKK-nahe Nachrichtenagentur berichtet auch, dass der deutsche sozialdemokratische EU-Abgeordnete Udo Bullmann und der Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, sich im Plenum des EU-Parlaments für die Kurden-Milizen in Afrin eingesetzt haben.

Syrien

Die syrische Armee (SAA) ist am Dienstag nach Khan Asser südlich von Aleppo vorgestoßen, berichtet SANA News. Bei der Offensive sollen zahlreiche ISIS-Mitglieder getötet worden sein. Die SAA verstärkte ihre militärischen Positionen in Aziza, Jeb al-Raman, Hawa, Khairia, Ost-Hawa, Khairia Kabira, Khairia Saghira, Dalala, Tal Halawa, Jeb Othman, Loubaida, Mlolah, al -Sikari, al-Dekh, al-Salhieh, al-Halibia, Najem al-Zuhour, al-Masloukhia, Homa, Um Kharin, al-Smachia, al-Wahibi, Nafakha und al-Toufaha.

Zuvor hatte die SAA eine militärische Operation gegen Verstecke der ISIS-Terroristen im Norden von Hama und der südwestlichen Region von Aleppo durchgeführt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Europa nach Corona: Werden die hohen Schulden eine nachhaltige Erholung bremsen?

Kann Europas Wirtschaft trotz der hohen Schuldenbelastung nach Corona wieder durchstarten? Der Chefvolkswirt der IKB Bank, Klaus Bauknecht,...

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Großkonzerne verdrängen mit E-Autos und Vernetzung die kleinen Werkstätten

Zu den Verlierern von E-Mobilität und Digitalisierung gehören auch die freien Werkstätten. Die Autohersteller und ihre...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2021: Jetzt werden auch noch Kritiker von Briefwahlen als Verschwörungstheoretiker diffamiert

Nun werden alle Menschen als Verschwörungstheoretiker diffamiert, die angesichts der anstehenden Bundestagswahl darauf hinweisen, dass...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Reiseveranstalter sehen nur eine Rettung: Den digitalen Impfpass

Die deutsche Reisebranche will im Sommer endlich wieder höhere Umsätze machen. Sie setzt dabei auf den digitalen Impfpass, den alle...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Politik
Politik Great Reset: Ansichten von SPD-Chefin Esken decken sich mit der Agenda des Weltwirtschaftsforums

Fleischverzicht, eine drastische Reduzierung von Flügen und weitere Maßnahmen sollen laut SPD-Chefin Saskia Esken gut sein, um das Klima...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schwört Bevölkerung auf fortgesetzten Lockdown ein

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für Lockerungen, doch die Bundesregierung und ihre Experten halten dagegen und schließen ein...

DWN
Politik
Politik Sky-Moderator: „Globalisten“ verhelfen mit dem Great Reset China und Big Tech zur Weltmacht

Der Sky-Moderator Rowan Dean berichtet, dass die „Globalisten“ des Weltwirtschaftsforums den Niedergang der USA bis 2030 propagieren....

DWN
Politik
Politik In ihrem Klimawahn zerstört die EU Europas Auto-Industrie: „Wir werden eine Arbeitslosigkeit erleben, wie wir sie noch nie gehabt haben“

Neue Pläne der EU-Kommission bedeuteten faktisch ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Mehrere gewichtige Stimmen aus der Autobranche warnen...