Russland will weltweit Schienenfahrzeuge exportieren

 

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24.09.2018 01:36
Die russische Transmashholding ist zum weltweit viertgrößten Hersteller von Schienenfahrzeugen aufgestiegen.
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Durch die kürzlich bekannt gegebene Fusion mit der russischen LocoTech steigt Transmashholding zum weltweit viertgrößten Produzenten von Schienenfahrzeugen auf. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten sprachen mit dem Präsidenten von TMH International, Dr. Hans Schabert, über die Exportchancen und Risiken für das Unternehmen.

Transmasholding ist die Nummer drei in der Welt beim Bau von großen und schweren Diesellokomotiven, sowie die Nummer vier bei Reisewagen und U-Bahnen. Das Unternehmen hat in Russland einen Marktanteil von 80 Prozent und expandiert nun auch nach Argentinien, Südafrika, Ägypten, Kuba, Kasachstan und in den Iran. Teilweise werde in diesen Ländern vor Ort produziert, so Schabert. Ein weiterer Wettbewerbsvorteil sei die umfassende Instandhaltung und Wartung, die Transmashholding anbiete.

„Russland will in den kommenden Jahren verstärkt auf den Export, auch von Industriegütern, setzen. Unsere Exporte werden über russische Banken abgewickelt; der russische Staat aber sichert das Risiko von Zahlungsausfällen durch Bürgschaften ab.“ Schabert hält das Risiko, von US- Sanktionen betroffen zu werden, für noch überschaubar – trotz einer gewissen Willkür, mit der die amerikanische Seite zu Werke gehe.

„Wir haben uns Länder herausgesucht, in denen wir der ‚local hero‘ sind. In Argentinien investieren wir in neue Fabriken. In Ägypten haben wir ähnliches vor“, sagte Schabert.

Einen großen Auftrag hat Transmashholding in Ungarn an Land gezogen: Für die Budapester U-Bahn sollen 100 U-Bahnwagen und- Triebwagen geliefert werden. Schabert: „Gerade was U-Bahnen anbelangt, verfügen wir über große Expertise. Schauen Sie sich die U-Bahnen in Moskau und St. Petersburg an. Die funktionieren tiptop. Hier haben wir in Russland sicherlich einen Wettbewerbsvorteil.“ Ein weiterer Pluspunkt des Unternehmens seien die sogenannten Aero- Express- Züge, die überall in Russland die Flughäfen mit den Stadtzentren verbinden. Dabei ginge es nicht nur um die Technik. Von großem Vorteil sei auch das Knowhow im operativen Geschäft.

In Hochgeschwindigkeitszüge will Transmashholding aufgrund der enormen Entwicklungskosten vorerst jedoch nicht investieren. Hierfür gebe es in Russland zur Zeit auch wenig Anreize. Die Bauarbeiten für die seit langem geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke Kazan- Moskau, die integraler Bestandteil des chinesischen Großprojekts einer „Neuen Seidenstraße“ werden soll, hätten noch immer nicht begonnen. Auch bleibe unklar, ob und wann ähnliche Strecken in Sibirien realisiert würden.

Insgesamt befinde sich das Unternehmen, für das nach der Fusion mit LocoTech weltweit 100.000 Beschäftigte tätig sein werden, aber auf Expansionskurs. Schabert ist zuversichtlich, dass der Exportanteil am Gesamtumsatz des Unternehmens weiter steigen wird.

Info zur Person: Hans M. Schabert ist seit 25 Jahren für internationale Eisenbahnunternehmen tätig. Bei Transmaschholding ist er verantwortlich für die Exportstrategie des Unternehmens.


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