General Motors: Massiver Stellenabbau und Schließung von Fabriken

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
26.11.2018 23:27
General Motors reagiert mit einschneidenden Maßnahmen auf die Auto-Krise.
General Motors: Massiver Stellenabbau und Schließung von Fabriken

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Heather Scott von der AFP berichtet:

Der US-Autobauer General Motors (GM) hat sich selbst eine Schocktherapie verschrieben. Im kommenden Jahr will das Unternehmen mehr als jede Sechste seiner Stellen streichen und sieben Fabriken stilllegen, vier davon in den USA, wie der Konzern am Montag mitteilte. US-Präsident Donald Trump, der sich den Schutz von US-Industriejobs auf die Fahnen geschrieben hat, reagierte verärgert: Er sei über die GM-Pläne "nicht glücklich", sagte er.

Unternehmenschefin Mary Barra begründete die massiven Umstrukturierungs- und Sparpläne mit den "sich wandelnden Marktbedingungen". Schwerpunktmäßig will sich GM künftig auf die Produktion der in den USA überaus beliebten geländegängigen Limousinen (SUVs) und Kleinlaster mit offener Ladefläche (Pickups) konzentrieren.

Die Produktion von kleineren und mittelgroßen Pkw, die auf dem US-Markt immer weniger Abnehmer finden, wird hingegen weiter zurückgefahren. Stattdessen will der Konzern die Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen vorantreiben. Auch die Entwicklung von Elektroautos soll zu den künftigen Prioritäten zählen - womit GM der Konkurrenz durch den US-Elektroautobauer Tesla begegnen will.

Der größte US-Autohersteller will mit der Umstrukturierung sechs Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) im Jahr einsparen. Gestrichen werden sollen 15 Prozent der weltweit 180.000 GM-Stellen. Die genaue Zahl der wegfallenden Jobs nannte das Unternehmen nicht. Der Stellenabbau soll jedoch auch das Management betreffen, dort sollen 25 Prozent der Jobs wegfallen, wie das Unternehmen erläuterte.

In den USA sollen im Zuge der Rosskur die Fabriken Hamtramck im Bundesstaat Michigan, Lordstown im Bundesstaat Ohio sowie zwei Spezialfabriken für Batterien und Getriebe in Ohio und im Bundesstaat Maryland dicht gemacht werden. Zudem will GM sein Werk in Oshawa in der kanadischen Provinz Ontario stilllegen sowie zwei weitere zunächst nicht genannte Fabriken im Ausland.

Trump sagte, er habe mit der GM-Chefin "sehr hart" über die Sparpläne diskutiert. Er wolle, dass der Konzern schon "bald" an die für die Schließung vorgesehenen Standorte zurückkehre.

Er habe Barra auch daran erinnert, dass "dieses Land" viel für GM getan habe - Trump bezog sich damit darauf, dass GM nach der Finanzkrise des Jahres 2008 durch ein massives Rettungsprogramm der Regierung von Präsident Barack Obama vor der Pleite bewahrt worden war.

Die US-Automobilgewerkschaft UAM warf GM vor, die Produktion in großem Stil nach China und Mexiko verlagern zu wollen, wo die Löhne um mehr als die Hälfte niedriger seien. Die UAM kündigte an, die "hartherzigen" Pläne mit allen ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen und tarifvertraglichen Mitteln bekämpfen zu wollen.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau bekundete im Gespräch mit Barra seine "tiefe Enttäuschung" über die GM-Entscheidung, das Werk in Oshawa östlich von Toronto zu schließen, wie er im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Seit Generationen seien die Arbeiter der dortigen Autofabrik "das Herz und die Seele von Oshawa".


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzkrise im Libanon gerät außer Kontrolle: IWF entsendet Notfall-Team nach Beirut

Der Libanon steht nach einer wochenlangen wirtschaftlichen und politischen Krise vor dem Kollaps. Der IWF will eingreifen, die an der...

DWN
Politik
Politik Stoppt das Corona-Virus die Sitzungen des EU-Parlaments?

Erste Stimmen werden laut, die Sitzungen des Europaparlaments wegen des Coronavirus ausfallen zu lassen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Unternehmen in China leiden schwer unter Coronavirus

Wegen der Corona-Krise erwartet fast jedes zweite deutsche Unternehmen in China einen Einbruch der Einnahmen im zweistelligen...

DWN
Deutschland
Deutschland Die Fleischsteuer wird kommen: Deutsche, zurück zum Sonntagsbraten

Die Einführung einer Fleischsteuer ist mehr als wahrscheinlich. Künftig könnte bei vielen Deutschen - wie in früheren Zeiten - Fleisch...

DWN
Deutschland
Deutschland Parteien nutzen politischen Aschermittwoch für Kampf gegen „Rechts“

Der politische Aschermittwoch stand dieses Jahr im Schatten des Anschlags von Hanau.

DWN
Politik
Politik Erdogan: “Wir sind dazu verdammt, in Syrien einzugreifen”

Der türkische Präsident Erdoğan hat eine Reihe von Gründen aufgezählt, warum seiner Meinung nach die Türkei “dazu verdammt” sei,...

DWN
Politik
Politik Deutschlands neue Machtpolitik: Kooperation oder Hegemonie?

Die DWN sprachen mit dem geopolitischen Experten und Buchautor Erhard Crome über Deutschlands außenpolitische Ambitionen, sein...

DWN
Deutschland
Deutschland Opel fährt milliardenschweren Betriebsgewinn ein

Nach einer harten Sanierung hat der Autobauer Opel im vergangenen Jahr seinen Betriebsgewinn auf 1,1 Milliarden Euro ausgebaut.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland verbietet Import von chinesischem Kaviar

Die russische Aufsichtsbehörden haben den Import von chinesischem Kaviar verboten.

DWN
Finanzen
Finanzen Helikopter-Geld: Hongkong gibt jedem Einwohner 1200 Euro

Die Regierung in Hongkong gibt den Einwohnern finanzielle Hilfe, um die wirtschaftlichen Einbußen infolge der monatelangen Proteste und...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Virus laut Bundesregierung „deutlich näher gerückt“

Regierungssprecher Seibert sagte, die Regierung bereite sich auf eine mögliche Zunahme der Fallzahl vor.

DWN
Politik
Politik USA simulieren russischen Atomschlag auf Europa

Das Pentagon hat im Rahmen eines Kriegsspiels einen russischen Atomschlag auf Europa mit einer unverzüglichen atomaren Antwort der USA...

DWN
Panorama
Panorama Südamerika: Hier sind deutsche Auswanderer wirklich willkommen

Südamerika ist schon seit Jahrhunderten ein Ziel für deutsche Auswanderer auf der Flucht vor Armut oder Verfolgung. Da sie sich in der...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-Recherche: Das Wettbüro-Video des Attentäters von Hanau in voller Länge

Ein über 47-minütiges Video, das den Attentäter von Hanau in einem Wettbüro zeigt, ist aufgetaucht. Sie können das Video exklusiv...

celtra_fin_Interscroller