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Investoren schichten massiv Gelder in passive Index-Fonds um

Lesezeit: 2 min
16.01.2019 17:24
Anleger haben 2018 massiv Gelder aus aktiv gemanagten Fonds abgezogen und stattdessen in Index-Fonds investiert.
Investoren schichten massiv Gelder in passive Index-Fonds um

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Zwar war das vergangene Jahr kein gutes Jahr für die Aktienmärkte. Doch passive Index-Fonds verzeichneten 2018 neue Rekorde. So waren an der Londoner Börse mehr börsengehandelte Fonds (ETFs) notiert, als jemals zuvor.

Bei ETFs handelt es sich um börsennotierte Fonds mit geringen Kosten, die einen Index (beispielsweise einen Aktienindex in seiner Zusammenstellung) simulieren, statt ihn übertreffen zu wollen. Sie erfreuen sich bei Anlegern zunehmender Beliebtheit, da aktive Manager zuletzt schlechter als der Markt abgeschnitten hatten und teurer sind.

Das größte Risiko bei passiven Indexfonds besteht darin, dass Kursverluste des zugrunde liegenden Index zu einer unkontrolliert verlaufenden Verkaufswelle führen, weil die Algorithmen, welche den Fonds typischerweise verwalten", sich gegenseitig Verkaufssignale senden.

Im letzten Jahr waren an am London Stock Exchange 323 börsengehandelte Produkte notiert, darunter auch börsengehandelte Banknoten und Rohstoffe, berichtet die Financial Times. Das waren fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor, als 177 notiert wurden.

Aktive Fonds hingegen verzeichneten im Jahr 2018 starke Kapitalabflüsse von Privatanlegern. Zugleich mussten mehrere Investmentgesellschaften inmitten der unruhigen Aktienmärkten ihren geplanten Start abbrechen.

Britische Anleger zogen im November 2018 fast 2,1 Milliarden Pfund aus offenen Fonds ab, darunter sowohl Index-Tracker-Fonds als auch aktive Fonds, so die neuesten Daten der Investment Association.

Die Abflüsse umfassten 1,2 Milliarden Pfund aus Rentenfonds und 467 Millionen Pfund aus Aktienfonds. Sie folgten auf ein Jahr kontinuierlicher Abflüsse aus aktiven Fonds, wobei Anleger im Verlauf des Jahres 2018 insbesondere Aktienfonds verkauften.

Passivfonds hingegen schnitten viel besser ab. Nach Angaben des Datenunternehmens Morningstar verzeichneten ETFs sowohl im Oktober als auch im November Zuflüsse in Höhe von mehr als 3 Milliarden Pfund.

Zudem waren Trackerfonds, die ebenfalls einen Index imitieren, aber nicht wie ETFs den ganzen Tag über handeln, die einzigen offenen Fonds, die im Oktober 2018 Zuflüsse verzeichnen konnten, so die Daten der Investment Association.

"Auf dem Markt besteht eine klare Nachfrage nach der Einfachheit und den niedrigen Kosten, die mit passiven Anlagen einhergehen", sagte Ben Seager-Scott, Chefinvestitionsstratege der Tilney Group.

Die höheren Kosten bei aktiv gemanagten Fonds würden bei Anlegern zu einer größeren Besorgnis führen, wenn die Aussichten für die Renditen wie in der aktuellen Lage eher gedämpft seien.

Ein weiterer Grund für das abnehmende Interesse der Anleger für aktive Fonds ist deren schlechte Wertentwicklung. Daten von Morningstar zeigen, dass aktive Fondsmanager in Europa bei einer Analyse von Juni 2008 bis Juni 2018 nur in zwei von 49 Fondskategorien ihre passiven Mitbewerber übertroffen hatten.

In Großbritannien sind Investitionen in passive Aktienfonds seit 2008 um mehr als 700 Prozent gewachsen. Laut Daten der Investment Association machen sie einen wachsenden Anteil aller Investmentfonds sowohl weltweit als auch in Großbritannien aus.

Weltweit sind insbesondere die Investitionen in ETFs gestiegen. Nach Angaben des Beratungsunternehmens ETFGI wurden Ende 2018 weltweit rund 4,6 Milliarden Dollar in ETFs gehalten, verglichen mit weniger als 100 Milliarden Dollar zur Jahrtausendwende.

In den USA halten passive Fondsgruppen inzwischen einen erheblichen Anteil an den Aktienmärkten des Landes. Allein Vanguard besitzt nach Angaben des Federal Reserve Board mindestens fünf Prozent von 491 von 500 Titeln im S&P 500. Dies ist eine Vervierfachung seit 2010.

In Großbritannien ist der Anteil der passiven Fonds noch relativ gering und sie werden hauptsächlich von institutionellen, nicht von privaten Anlegern genutzt. So machen physische ETFs laut dem Vermögensverwalter Nutmeg nur 0,75 Prozent des Index FTSE 100 aus.

„Trotz des erheblichen Wachstums von ETFs als Portfolio-Management-Instrument bleiben sie ein sehr kleiner Teil des gesamten britischen Aktienmarktes“, sagte James McManus, Leiter der ETF-Forschung bei Nutmeg.

Das jüngste Wachstum der in London notierten ETFs im vergangenen Jahr steht einem Rückgang bei den Investmentgesellschaften, von denen viele aufgrund einer schwachen Investorennachfrage den Start abbrachen.

Dem Makler Numis zufolge sammelten Investmentgesellschaften im letzten Jahr 8,6 Milliarden Pfund ein, was einem Rückgang von fast einem Drittel gegenüber dem Rekord von 11,9 Milliarden Pfund im Jahr 2017 entspricht. Dazu gehörte ein Rückgang bei Investitionen, die über Börsengänge getätigt werden.

Laut Numis brachten Investmentgesellschaften bei Börsengängen im letzten Jahr insgesamt 11 Prozent weniger Geld auf, als noch im Jahr 2017. Zahlreiche Neuemissionen mussten zurückgezogen werden, und die meisten Investmentgesellschaft verfehlten ihre Finanzierungsziele.

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