Finanzen

USA: Immer mehr Studenten können ihre Schulden nicht bezahlen

Lesezeit: 1 min
20.04.2019 07:51
In den USA haben die Zahlungsverzüge bei Studentendarlehen einen neuen Rekord erreicht. Oftmals reichen die Einkommen der Absolventen nicht aus, um die Kredite abzuzahlen.
USA: Immer mehr Studenten können ihre Schulden nicht bezahlen
Unter den US-Haushaltsschulden (außer Immobilien) stechen die Studentendarlehen hervor. (Grafik: New York Fed)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zahlungsverzüge bei Studentendarlehen in den USA haben den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Im vierten Quartal erreichten sie 166,4 Milliarden Dollar. Dies zeigt der Schuldenbericht für Privathaushalte, der vierteljährlich von der Federal Reserve Bank of New York veröffentlicht wird.

Zwar liegt der Prozentsatz der Studentendarlehen, die einen Zahlungsverzug von über 90 Tagen oder gar einen Zahlungsausfall verzeichnen, bereits seit Mitte 2012 bei rund elf Prozent. Doch nun hat der Gesamtumfang der Studentendarlehen den Rekordwert von 1,46 Billionen Dollar erreicht.

Die Zahlungsverzüge bei Studentendarlehen stiegen im letzten Jahr stark an, obwohl die Arbeitslosenquote in den USA unter 4 Prozent sank. Dies bedeutet, dass eine zunehmende Zahl von Absolventen auch mit einem Job nicht in der Lage ist, ihre ausstehenden Zahlungen zu leisten.

Das Einkommensniveau der Absolventen "ist insgesamt nicht immer hoch genug für Schuldenzahlungen", sagte Ira Jersey, Zinsstratege bei Bloomberg Intelligence. "Wenn Sie vor der Wahl stehen, Ihr Studentendarlehen abzuzahlen oder für Lebensmittel oder eine Wohnung zu zahlen, wofür entscheiden Sie sich?"

Die Zahlungsverzüge der Studenten haben weit reichende Folgen. Da die meisten Kredite von der Regierung garantiert sind, schaden sie der Wirtschaft wahrscheinlich nicht in der gleichen Weise wie die Hypothekenschulden im Jahr 2007, sagte Jersey. Allerdings steigen die Schulden der US-Regierung, wenn die Kredite nicht zurückgezahlt werden.

Ein Kredit mit einer Fälligkeit von mindestens 90 Tagen gilt als „schwerer Zahlungsverzug“. Die am stärksten davon betroffene Altersgruppe ist seit vielen Jahren die Gruppe der 40 bis 49-Jährigen. Dies liegt zum Teil daran, dass Eltern die zusätzlichen Kosten ihrer Kinder mit Schulden finanzieren.

Die Studienkosten haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Zugleich stiegen auch die Zweifel am Sinn des Studiums. So schrieb selbst die Federal Reserve Bank von St. Louis kürzlich in einem Blogeintrag: "Für den Vermögensaufbau zahlt sich das Studium im Schnitt für die jüngsten College-Absolventen nicht aus - zumindest noch nicht."

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Target2 macht's möglich: Deutsche Netto-Auslandsvermögen in Gefahr

Die Target-Forderungen Deutschlands innerhalb der EU haben längst astronomische Höhen erreicht. Ökonomen hatten zuvor inständig davor...

DWN
Politik
Politik Drohung aus der EU: „Angriff auf Ukraine heißt: sofortiges Öl/Gasembargo“ gegen Russland

Ein hochrangiger deutscher EU-Vertreter droht Russland bei einem Angriff auf die Ukraine mit einem Gas-Embargo, einem Ausschluss aus dem...

DWN
Politik
Politik Drei Brennpunkte bedrohen den Frieden: Schickt der Westen nur Berater - oder seine Armeen?

In seinem meinungsstarken Artikel analysiert DWN-Kolumnist Roland Barazon die weltweite Sicherheitslage.

DWN
Finanzen
Finanzen Explosion der Immobilien-Preise: Mieten lohnt sich immer öfter als Kauf

In 51 von 75 Städten ist die finanzielle Belastung durch die Miete geringer als beim Kauf. Die Unterschiede sind vor allem in den...

DWN
Deutschland
Deutschland Ernste Lage: Versorgungsengpass bei Lebensmitteln und Rohstoffen droht

In zahlreichen Branchen innerhalb der deutschen Lieferkette droht ein Kollaps bei der Versorgung. „Dann sprechen wir nicht mehr bloß...

DWN
Politik
Politik EU-Direktorin für Impfstoff-Zulassung war Pharma-Lobbyistin – unter anderem für AstraZeneca

Die aktuelle Direktorin der Europäischen Arzneimittelagentur, die für die Impfstoffzulassung verantwortlich ist, war zuvor für den...

DWN
Deutschland
Deutschland Gesetzes-Verschärfung steht bevor: Regierung will deutschlandweite Ausgangsbeschränkungen - Bundestag dürfte zustimmen

Die Bundesregierung will mittel einer Gesetzesverschärfung die Einspruchmöglichkeiten der Länder brechen.

DWN
Finanzen
Finanzen Banken sprechen von "Verwahrentgelt": In Wahrheit handelt es sich um Strafzinsen

Immer mehr deutsche Banken und Sparkassen berechnen ihren Kunden Strafzinsen.