Wirtschaft

Deutsche Exporte im Januar rückläufig: China-Geschäft bricht ein

Deutschlands Exportwirtschaft sendet zum Jahresbeginn gemischte Signale. Während wichtige Märkte einbrechen, wächst der Handel mit den USA deutlich. Gleichzeitig steigen geopolitische Risiken und Transportkosten. Steht der Exportnation Deutschland ein schwieriges Jahr im Welthandel bevor?
10.03.2026 08:57
Lesezeit: 1 min
Deutsche Exporte im Januar rückläufig: China-Geschäft bricht ein
Die deutsche Exportwirtschaft gerät unter Druck: Rückgänge in Europa und China, steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen belasten den Welthandel. (Foto: dpa)

Deutsche Exporte gehen im Januar spürbar zurück

Die deutschen Exporteure sind mit einem Rückschlag in das Jahr 2026 gestartet. Im Januar wurden Waren im Gesamtwert von 130,5 Milliarden Euro weltweit verkauft, ein Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem starken Vormonat Dezember, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Exporte allerdings um 0,6 Prozent.

Besonders deutliche Einbußen gab es im Handel mit Europa: Die Ausfuhren in die EU-Staaten sanken um 4,8 Prozent gegenüber dem Vormonat Dezember auf 71,6 Milliarden Euro. Zudem gingen die Exporte nach China um gut 13 Prozent zurück auf 6,3 Milliarden Euro. Zuwächse verbuchten deutsche Unternehmen hingegen in ihrem wichtigsten Exportmarkt, den USA. Dorthin legten die Ausfuhren deutlich um 11,7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro zu.

Nach Deutschland eingeführt wurden im Januar Waren im Wert von 109,2 Milliarden Euro. Das entsprach 5,9 Prozent weniger als im Vormonat Dezember und 4,0 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Unsicherheit wegen Iran-Krieg

Im Jahr 2025 waren die deutschen Exporte dank eines starken Dezembers erstmals seit zwei Jahren wieder leicht gestiegen – trotz des Zollkonflikts mit den USA unter Präsident Donald Trump. Zwar brachen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten ebenso ein wie nach China, doch das Geschäft mit Europa legte deutlich zu. Für dieses Jahr rechnet der Außenhandelsverband BGA mit einem Plus von 0,6 Prozent.

Zuletzt hatte sich die Stimmung in der Branche verbessert. Die Ifo-Exporterwartungen kletterten im Februar wieder in den positiven Bereich. Von einer breiten Erholung könne jedoch noch keine Rede sein, hieß es zu den Daten, die noch vor Beginn des Iran-Kriegs veröffentlicht wurden. Mit der Eskalation im Nahen Osten nehmen die Sorgen um die deutsche Wirtschaft zu, unter anderem, weil die gestiegenen Ölpreise den Transport von Waren verteuern. Das trifft die Exportnation Deutschland besonders stark.

Exportnation Deutschland bleibt verletzlich

Die aktuellen Außenhandelszahlen zeigen, wie abhängig die deutsche Wirtschaft vom globalen Umfeld ist. Rückgänge im Handel mit Europa und China belasten die Exportbilanz deutlich, während die USA derzeit als wichtiger Wachstumsmotor fungieren. Gleichzeitig steigen die Risiken durch geopolitische Konflikte und höhere Energiepreise, die den Transport von Waren verteuern können. Auch wenn Branchenverbände für 2026 ein leichtes Wachstum erwarten, bleibt die Lage unsicher. Die Exportnation Deutschland steht damit erneut vor der Herausforderung, sich in einem zunehmend angespannten Welthandel zu behaupten und neue Impulse für Wachstum zu finden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

DWN
Politik
Politik Eklat in Brüssel: Merz bremst EU-Ratspräsident nach geheimem Russland-Vorstoß aus
19.06.2026

Ein diplomatischer Alleingang von EU-Ratspräsident António Costa hat beim Brüsseler Gipfel für schweren Zoff gesorgt. Costa hatte ohne...

DWN
Politik
Politik Wendepunkt am Golf: USA beenden Iran-Blockade
19.06.2026

Nach dem Rahmenabkommen mit Teheran haben die USA ihre wochenlange Seeblockade iranischer Häfen aufgehoben. Doch der geplante Start der...

DWN
Politik
Politik Nervenkrieg im Norden? Vizeadmiral warnt vor aggressiverem Russland in der Ostsee
19.06.2026

Die Ostsee wird zunehmend zum Pulverfass: Flottenbefehlshaber Vizeadmiral Axel Deertz warnt vor einem immer potenteren und aggressiveren...

DWN
Finanzen
Finanzen Schufa-Score: BGH prüft Auskunftsanspruch
19.06.2026

Wer eine neue Wohnung sucht, auf Rechnung einkaufen oder einen Bankkredit aufnehmen will, braucht dafür oft einen guten Schufa-Score. Der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ein Unternehmen mit fünf Mitarbeitern wird das verwalten, wofür heute 500 Mitarbeiter eingestellt werden
19.06.2026

Die Wirtschaft lebt noch immer in einer Phase der Verdrängung. Führungskräfte sprechen auf Konferenzen über KI, Produktivität und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Intel verzeichnet nach Trump-Beitrag große Gewinne; Aktien erholen sich, da Iran-Abkommen greift
18.06.2026

Ein turbulenter Handelstag voller Überraschungen: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte antreiben und warum Anleger jetzt umdenken...

DWN
Politik
Politik Koalition verschiebt Abstimmung über Gesundheits-Sparpaket
18.06.2026

Das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition für stabile Krankenkassenbeiträge soll noch nicht in der kommenden Woche im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Grünes Licht aus Brüssel: Bund darf bei Panzerbauer KNDS einsteigen
18.06.2026

Die Bundesregierung hat beim geplanten Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS eine wichtige Hürde genommen. Die...