Massiver Kursrutsch im Halbleitersektor
Der Ausverkauf bei Chip-Aktien setzte sich am Mittwoch fort, obwohl der Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, einen gewissen Optimismus hinsichtlich der künftigen Entwicklung von KI-Unternehmen verbreitete.
Im Sektor dominierten über weite Teile des Handelstages tiefrote Zahlen, wobei Micron und SanDisk mit zu den am stärksten betroffenen Werten gehörten.
Dies geschah zudem im Vorfeld wichtiger Quartalszahlen aus dem Technologiesektor und während die Ölpreise aufgrund erneuter Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran weiter anstiegen.
Der Dow Jones verlor über 1.100 Punkte und schloss mit einem Minus von 2,18 Prozent bei 51.594,86 Zählern, während der technologielastige Nasdaq Composite um 1,74 Prozent auf 24.442,94 Punkte einbrach.
Der S&P 500 lag bei Börsenschluss mit 1,51 Prozent im Minus bei 7.316,40 Punkten.
Der Ausverkauf bei den Chipherstellern setzte sich am Mittwoch fort, wenn auch nicht in dem Ausmaß des herben Einbruchs vom Dienstag.
Dies war die Reaktion auf den zweiten Verlusttag in Folge bei asiatischen Aktien, da Investoren angesichts wachsender Zweifel daran, ob die hohen Investitionen in KI angemessene Renditen abwerfen werden, aus Chipwerten umschichteten.
Hoffnungsschimmer durch Fed-Kommentare
Gegen Ende des Handelstages erfuhren Chip-Aktien eine gewisse Entlastung, als Fed-Chef Kevin Warsh den sprunghaften Anstieg der High-Tech-Investitionen (Capex) lobte und diesen als „bemerkenswert“ bezeichnete.
Er fügte hinzu, dass KI das künftige Wirtschaftswachstum „antreiben“ werde, was die Chip-Aktien steigen ließ und einen Teil der Verluste begrenzte.
Warshs Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund, dass die Fed beschloss, die Leitzinsen zum fünften Mal in Folge unverändert zu lassen.
Am Ende gehörte Micron mit einem Minus von 10 Prozent zu den am stärksten betroffenen Werten, während SanDisk um 7,16 Prozent einbrach.
Gleichzeitig fielen AMD um 5,6 Prozent und Intel gaben um 5,18 Prozent nach.
Geopolitische Spannungen und gemischte Unternehmenszahlen
Unterdessen stiegen die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen um 11 Basispunkte auf den höchsten Stand seit 2007.
Dies ging auch mit einem sprunghaften Anstieg der Ölpreise einher, nachdem Trump gedroht hatte, als Vergeltung für einen vom US-Militär als „Überraschungsangriff“ bezeichneten Angriff auf US-Ziele im Nahen Osten „hart gegen [den Iran] vorzugehen“. Die Nordseesorte Brent notierte bei Börsenschluss bei 90,60 US-Dollar pro Barrel.
Andernorts standen nach Börsenschluss die Quartalsberichte zweier großer Tech-Konzerne an, wobei sowohl Microsoft als auch Meta im Minus lagen und um 0,39 bzw. 1 Prozent nachgaben.
Smurfit WestRock fielen um 5 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahresergebnis um 200 Millionen US-Dollar (175,6 Millionen Euro) gesenkt hatte, da steigende Kosten die Erträge schmälern.
Ford legte kräftig zu, nachdem der Autobauer seine Gewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben hatte. Die Aktie beendete den Handel mit einem Plus von 2 Prozent.
Die Aktien von Procter & Gamble büßten 1,8 Prozent ein, nachdem die Quartalsergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren.

