Danske-Skandal: Auch Stockholmer Swedbank in Geldwäsche verwickelt

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
22.02.2019 17:27
Immer neue Enthüllungen im Geldwäsche-Skandal rund um die Danske Bank: Jetzt steht das Stockholmer Geldinstitut "Swedbank" im Verdacht, Milliarden an Schwarzgeld gewaschen zu haben.
Danske-Skandal: Auch Stockholmer Swedbank in Geldwäsche verwickelt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der milliardenschwere Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank zieht immer weitere Kreise. Wie der öffentlich-rechtliche schwedische Fernsehsender SVT am Mittwoch berichtete, geht aus ihm vorliegenden Unterlagen hervor, dass auch bei der „Swedbank“ verdächtige Transaktionen gefunden wurden. Die Swedbank ist mit einer Bilanzsumme von circa 180 Milliarden Euro, knapp 15.000 Mitarbeitern und über 500 Filialen eines der größten Geldhäuser Skandinaviens und sogar Marktführer in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Laut SVT soll das Institut in den Jahren zwischen 2007 und 2015 mindestens 40 Milliarden Kronen (3,8 Milliarden Euro) auf Konten der baltischen Töchter der Swedbank und der Dankse Bank hin- und hertransferiert haben. Wegen der Transaktionen von 50 Kunden, die keine erkennbaren Geschäfte tätigten und als Briefkastenfirmen und Strohmänner fungierten, hätten laut dem Sender die Alarmglocken in Stockholm schrillen müssen.

Ein Sprecher der Swedbank erklärte gegenüber dem Sender, der Kampf gegen Geldwäsche habe oberste Priorität bei der Bank. Die schwedische Aufsichtsbehörde „Finanzinspektionen“ (FSA) lehnte einen Kommentar ab. Die Aktie der Swedbank gab nach dem Bericht zeitweise mehr als sieben Prozent nach. Swedbank-Chefin Birgitte Bonnesen hatte wiederholt erklärt, bei internen Untersuchungen seien keine Verbindungen zum Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank gefunden worden.

Im Zentrum des Geldwäsche-Skandals, der im Sommer 2018 publik wurde, steht die Präsenz der Danske Bank in Estland. Eine interne Untersuchung der Danske Bank hat ergeben, dass ein Großteil der Gelder, die zwischen 2007 und 2015 über die estnische Niederlassung flossen (rund 200 Milliarden Euro), wahrscheinlich aus schwarzen Kassen stammte. Die Gelder kamen unter anderem aus Russland und anderen ehemaligen Teilrepubliken der früheren Sowjetunion. Am Dienstag teilte die Danske Bank mit, sie werde sich aus Estland und Russland zurückziehen.

Auch die Deutsche Bank ist in den Skandal rund um die Danske Bank verwickelt. Sie war jahrelang als Korrespondenzbank für das dänische Geldinstitut tätig. Einer internen Untersuchung der Deutschen Bank zufolge sind rund 150 Milliarden der in Frage stehenden 200 Milliarden Euro über ihre Systeme geflossen. Die Bank stellt sich auf den Standpunkt, sie habe keinen Fehler gemacht, und es sei nicht ihre Pflicht gewesen, die Kunden der Bank genauer unter die Lupe nehmen. Die Deutsche Bank gehört weltweit zu den bedeutendsten Anbietern von Korrespondenzbank-Dienstleistungen für andere Geldhäuser. In den vergangenen Jahren hat sie diese Tätigkeit allerdings deutlich reduziert.


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
DWN
Deutschland
Deutschland DWN-Ratgeber: Staatliche Unterstützung während Corona - und wie man an sie herankommt

Auch wenn es immer wieder Kritik gibt: Dass der deutsche Staat nichts unternimmt, um den Unternehmen während der Krise unter die Arme zu...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona stürzt den Kakao-Preis in einen Bärenmarkt

Der abstürzende Kakaopreis spiegelt nicht nur Angebot und Nachfrage bei dem Rohstoff selbst wider, sondern ist auch ein nützlicher...

DWN
Deutschland
Deutschland Die EU-Klimapolitik trifft die deutschen Stahlkocher zur Unzeit

Die Klima-Ziele der EU-Kommission verunsichern die Stahlindustrie. Die zunehmenden Restriktionen treffen eine Branche, welche ohnehin in...

DWN
Deutschland
Deutschland Nordrhein-Westfalen gibt Windkraft neuen Schub

Die Windenergie-Branche steht unter massivem Druck. Jetzt gibt es wieder zwei Projekte aus dem Westen Deutschlands, die für Hoffnung...

DWN
Panorama
Panorama Die großen Viren-Epidemien kommen aus China: Ist der gewaltige Eier-Konsum der Grund?

Die großen Viren-Epidemien der letzten 100 Jahre kamen allesamt aus China. Was das mit dem gewaltigen Eierkonsum im Reich der Mitte zu tun...

DWN
Politik
Politik "Ich warne davor, sich gegenüber Peking unterwürfig zu verhalten"

Hier der zweite Teil des großen DWN-Interviews mit Fritz Felgentreu. Der SPD-Bundestagsabgeordnete, Obmann im Verteidigungsausschuss und...

DWN
Finanzen
Finanzen Irren die Lehrbücher? Zentralbanken pumpen Milliarden ins System - aber die Inflation bleibt aus

Seit über zehn Jahren überschwemmen die Zentralbanken die Welt mit Geld, aber die Inflation scheint auszubleiben. "Scheint", betont...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutscher Stahl: Auch heute noch das Rückgrat der Volkswirtschaft

Auch im Zeitalter der Digitalisierung bildet die Stahlbranche noch immer das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

DWN
Politik
Politik Spahn treibt digitale Patienten-Akte voran: Kritik an Einführung einer „unausgereiften“ Version Anfang 2021

Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Anfang 2021 wird die elektronische Patientenakte kommen – in...

DWN
Technologie
Technologie Markt für Smartcards wächst auf über 10 Milliarden Dollar

Smartcards, die oft in großen Unternehmen als eine Art digitaler Ausweis zum Einsatz kommen, werden immer wichtiger. Die Umsätze ihrer...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Statistiken werden in großem Stil gefälscht: In Wahrheit sind ein Drittel aller Amerikaner arbeitslos

In den offiziellen US-Statistiken werden Abermillionen von Arbeitslosen aufgrund von gezielten Tricksereien und Statistik-Fälschungen...

DWN
Politik
Politik Neue globale Verantwortung: Deutschlands Marine muss die Freiheit der Seewege schützen

Was bedeutet der Abzug von 9.500 amerikanischen Soldaten aus Deutschland? Wie soll unser Land in Zukunft sicherheitspolitisch agieren?...

DWN
Politik
Politik Einbruch-Serie erschüttert Europaparlament: Dutzende Büros aufgebrochen, Akten und Computer gestohlen

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden im Europaparlament in Brüssel in den vergangenen Wochen dutzende Abgeordneten-Büros aufgebrochen und...

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Die Lösung aller Antriebs-Probleme beim Auto?

Der Experte Timm Koch plädiert im großen DWN-Interview für das Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb, der auf Wasserstoff basiert.

celtra_fin_Interscroller