Die deutsche Wirtschaft zieht kräftig an

Lesezeit: 1 min
15.05.2019 09:34
War der Schwächeanfall im letzten Quartal 2018 nur ein Ausrutscher? Derzeit sieht es so aus - die deutsche Wirtschaft wächst wieder, die Unternehmen investieren, die Menschen konsumieren und die Bauwirtschaft boomt. Nur der Außenhandel gibt Anlass zu einer gewissen Sorge.
Die deutsche Wirtschaft zieht kräftig an

Nach einem Schwächeanfall im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2019 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte. Dazu trugen vor allem die Konsumfreude der Verbraucher und der Bauboom bei.

Die privaten Konsumausgaben stiegen den Angaben zufolge gegenüber dem Vorquartal kräftig. Die Verbraucher sind nach Angaben der Konsumforschungsgesellschaft GfK dank der historisch guten Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter in Kauflaune. «Wenn ich weiß, dass mein Arbeitsplatz einigermaßen gesichert ist, bin ich auch bereit, größere Ausgaben vorzunehmen oder mich eventuell sogar zu verschulden», sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl jüngst.

Die Investitionen in Bauten stiegen zum Jahresanfang deutlich und die Unternehmen investierten mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen. Gemischte Signale kamen den Angaben zufolge dagegen vom Außenhandel.

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Mit Sorge sieht die deutsche Wirtschaft die jüngste Eskalation im Streit zwischen den USA und China. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind die wichtigsten Einzelmärkte für «Made in Germany». «Die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten mit China ebenso wie mit Europa sind brandgefährlich für die Weltwirtschaft», warnte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Viele Arbeitsplätze und der wirtschaftliche Wohlstand hingen vom Zugang deutscher Unternehmen zu Märkten auf der ganzen Welt ab.

Im zweiten Halbjahr 2018 hatte die deutsche Wirtschaft einen Schwächeanfall erlitten. Belastet von Handelsstreitigkeiten und Problemen der Autoindustrie bei der Umstellung auf den Verbrauchs- und Abgasmessstandard WLTP war das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal geschrumpft. Zum Jahresende stagnierte die Wirtschaftsentwicklung in Europas größter Volkswirtschaft.

Die Bundesregierung und zahlreiche Ökonomen hatten zuletzt ihre Konjunkturprognosen für das laufende Jahr gesenkt. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent, statt wie zunächst mit 1,0 Prozent. Hauptgrund ist die Abkühlung der Weltwirtschaft.


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