Finanzen
Sichere Anlage in Krisenzeiten

Goldman Sachs erwartet weiteren Anstieg des Goldpreises

Die Analysten von Goldman Sachs prognostizieren, dass der Goldpreis in den nächsten sechs Monaten auf 1.600 Dollar pro Unze steigen wird.
08.08.2019 14:22
Lesezeit: 1 min

Laut den Analysten von Goldman Sachs ist die aktuelle Gold-Rallye mit Preisen um die 1.500 Dollar pro Unze - so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr - erst der Anfang gewesen. Sie prognostizieren, dass der Goldpreis schon in den nächsten sechs Monaten auf 1.600 Dollar pro Unze steigen wird.

Hintergrund dieser Prognose ist, dass Investoren verstärkt nach sicheren Anlagen suchen. Die schwächeren globalen Konjunkturaussichten, die durch die zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und China verstärkt werden, erhöhten die Attraktivität des Goldes als Absicherung gegen Turbulenzen auf den Finanzmärkten.

"Wenn die Wachstumssorgen bestehen bleiben, möglicherweise aufgrund einer Eskalation des Handelskriegs, könnte Gold noch höher steigen, getrieben durch stärkere ETF-Investitionen durch Portfoliomanager, die immer noch zu wenig Gold halten", zitiert Bloomberg die Goldman-Analysten. "Börsengehandelte Goldfonds (Gold-ETFs) haben in jüngster Zeit eine fast ebenso starke Dynamik wie im Jahr 2016 entwickelt, und wir glauben, dass dies kurzfristig beibehalten werden kann."

Die Bestände in Gold-ETFs sind vor dem Hintergrund eines Zusammenbruchs der Finanzmärkte, bei dem am Montag mehr als 700 Milliarden Dollar vom Wert der US-Aktienmärkte abgezogen wurden, auf den höchsten Stand seit April 2013 geklettert. Der Goldbesitz als Vermögensschutz ist attraktiver geworden, nachdem der von Bloomberg geführte Index der weltweiten Schulden mit negativer Rendite Anfang der Woche einen neuen Rekordstand von 15 Billionen Dollar erreichte.

Die Industrieproduktion in Deutschland hatte im Juni den größten jährlichen Rückgang seit fast einem Jahrzehnt verzeichnet. Auch dies verstärkt die Befürchtung, dass sich die Weltwirtschaft ihrer ersten Rezession seit einem Jahrzehnt nähern könnte.

Nur eine Woche nach der Zinssenkung in den USA haben auch die Zentralbanken in Neuseeland, Indien und Thailand überraschend Zinssenkungen vorgenommen, um ihre Volkswirtschaften im asiatisch-pazifischen Raum vor globalen Konjunktureinbrüchen zu schützen.

Vergangene Woche sagte Michael Widmer, Analyst bei der Bank of America Merrill Lynch, dass Gold in den nächsten zwei Jahren in Richtung 2.000 Dollar klettern könnte, da die Zentralbanken jetzt eine lockerere Geldpolitik verfolgen und die Menge der Schulden mit negativen Renditen weiter zunehmen.

Der Goldpreis in Dollar erreichte im Jahr 2011 seinen bisherigen Rekordwert von 1.921 Dollar pro Unze im Spotmarkt. Am Donnerstag lag das Edelmetall weiterhin um die 1.500 Dollar, was den höchste Stand seit April 2013 darstellte.

Nicht nur Goldman Sachs und die Bank of America erwarten einen anhaltenden Aufwärtstrend beim Gold, sondern auch die Schweizer Großbank UBS und die US-Investmentbank Citigroup. Deren Prognosen zufolge könnten die Preise auf bis zu 1.600 Dollar steigen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Chef Huang auf dem WEF in Davos: Hier könnte Europa an den USA vorbeiziehen – „einmalige Chance“
21.01.2026

Europas starke industrielle Basis verschafft dem Kontinent eine einmalige Chance, die Vorteile der Künstlichen Intelligenz (KI) gezielt zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zolldeal mit USA auf Eis: EU-Parlament reagiert auf Trump
21.01.2026

Der EU-Zolldeal gerät plötzlich ins Wanken: Das Europäische Parlament stoppt zentrale Arbeiten, nachdem neue Drohungen aus Washington...

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktienkurs springt an: Jetzt zählen die Intel-Zahlen
21.01.2026

Nach einer starken Rally erreichen die Intel-Aktien den höchsten Stand seit Jahren. Doch vor den anstehenden Quartalszahlen wächst die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BDI warnt: Deutsche Industrie zwischen Stillstand und Hoffnungsschimmer
21.01.2026

Deutschlands Industrie ringt um den Ausweg aus einer zähen Krise, während neue US-Zölle drohen und die Stimmung fragil bleibt. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltwirtschaftsforum Davos: JP Morgan-Chef Dimon weicht Fragen zu Trumps Außenpolitik aus
21.01.2026

JP Morgan-Chef Jamie Dimon sagt, die USA hätten recht, Europa unter Druck zu setzen, seine Verteidigungsfähigkeit auszubauen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Boris Vujčić wird EZB-Vizepräsident: Ein neuer Akteur in der Führungsebene
21.01.2026

Die Europäische Zentralbank steht vor einer Phase tiefgreifender personeller und strategischer Weichenstellungen. Welche Bedeutung kommt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercosur-Abkommen gestoppt: Europaparlament bringt Mercosur-Deal vor Gerichtshof
21.01.2026

Am Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten gibt es viel Kritik. Das Europäische Parlament lässt den Deal jetzt vom obersten...

DWN
Politik
Politik Kommt die Zuckersteuer? Leopoldina: Deutschland würde von Zuckersteuer profitieren
21.01.2026

Andere Länder haben mit einer Zuckersteuer bereits gute Erfahrungen gemacht. Experten der Akademie der Wissenschaften ermuntern zur...