Politik

Explosive Stimmung: Aufgebrachte Griechen stürmen Einwanderer-Lager

Lesezeit: 1 min
23.05.2012 12:21
In Nord-West-Peloponnes haben sich am Dienstag Anhänger der rechtsextremen Partei Chysi Avgi einem Protest der Einwohner der Stadt Patras angeschlossen und versucht, eine Fabrik zu stürmen. Etliche Immigranten hatten dort Zuflucht gefunden. Fünf Menschen wurden verletzt.
Explosive Stimmung: Aufgebrachte Griechen stürmen Einwanderer-Lager

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Bei einem Anti-Einwanderer-Protest im westlichen Hafen von Patras, in Nord-West-Peleponnes, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Zunächst handelt es sich um eine friedliche Demonstration von verärgerten Einwohnern der Hafenstadt Patras außerhalb einer alten Fabrik, in der einige Einwanderer Zuflucht gefunden hatten. Plötzlich versuchten die Demonstranten, das Lager zu stürmen. Daraufhin schritt die Polizei ein und reagierte mit Tränengas. Die Protestierenden warfen Steine und Hölzer gegen die Polizei. Fünf Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Dort warten die Einwanderer dem Vernhemen nach auf Fähren, die sie nach Italien bringen sollen. Dies sagen jedenfalls die griechischen Behörden. Die Proteste folgten auf einen tödlichen Angriff auf einen Einwohner der Stadt, der angeblich von einem afghanischen Migranten verübt worden war. Seit zwei Tagen protestierten die Einwohner und die Anhänger der Chysi Avgi Partei vor der Fabrik.

Als die Polizisten, die die Einwanderer bewachten, von einer Gruppe von Anhängern der rechtsextremen Golden Dawn Partei mit Steinen beworfen und mit Stöcken bedroht wurden, setzten sie Tränengas ein. Die Randalierer versuchten, die Fabrik zu stürmen. Mehrere mutmaßliche Randalierer wurden von der Polizei festgenommen, so die Nachrichtenagentur AP. Insgesamt wurden rund fünf Menschen verletzt, darunter zwei Polizisten.

Bei den ersten Wahlen in Griechenland hatte die Chysi Avgi Partei sieben Prozent der Stimmen erreicht, nachdem sie sich offensiv gegen die Einwanderer in Griechenland wandten (mehr hier). Jüngsten Umfragen zufolge sinkt jedoch die Unterstützung für die rechtsextreme Partei.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Fake News im Netz: In Wahlkabinen darf weder fotografiert noch gefilmt werden
28.05.2024

Zur Europawahl machen viele Falschbehauptungen die Runde. Oft geht es um die Wahlzettel, die - anders als behauptet - auf keinen Fall...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erstaunliche Entwicklung trotz Korruption: China als Spiegel globaler Realitäten - TEIL 2
28.05.2024

China hat sich trotz regelmäßiger Korruptionsskandale enorm entwickelt. Dabei wird generell angenommen, dass erst eine Überwindung von...

DWN
Immobilien
Immobilien Der Bauträger ist pleite: Was tun? Wie sich Bauherren besser schützen können
28.05.2024

Ein Bauträger nach dem anderen geht bankrott – die Sorge am Markt steigt gleichermaßen auf Seiten von Investoren und frisch gebackenen...

DWN
Politik
Politik Pistorius präsentiert den SPD-Tauben sein Wehrpflicht-Konzept
28.05.2024

Der Verteidigungsminister hat seiner vom Friendenskanzler auf Linie gebrachten Partei dargelegt, wie er sich den Weg zurück zur Wehrdienst...

DWN
Panorama
Panorama Weniger Lust auf Milch - von Tradition zur ethischen Debatte
28.05.2024

Jahrzehntelang hatte Milch in Deutschland einen guten Ruf. Im Vergleich zu den 1990er-Jahren ist der Verbrauch bei Kuhmilch aber deutlich...

DWN
Politik
Politik Macron warnt vor Extremen und ruft zur Verteidigung Europas auf
27.05.2024

Macron begeistert Dresden, als er weite Teile seiner Rede auf dem Neumarkt auf Deutsch hält. Emotional beschwört er das...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 300 Millionen Euro-Investition: Haribo will neues Werk in Neuss bauen
27.05.2024

Haribo sind die Lieblings-Süßigkeiten in Deutschland, in den USA mittlerweile - und bald wohl auch in Japan und Korea. Die Nachfrage nach...

DWN
Politik
Politik Russland wirft Nato "kriegerische Ekstase" um Ukraine vor
27.05.2024

Die Nerven in Moskau werden fadenscheinig. EU und Nato schnüren ein Sanktionspaket nach dem anderen, die Unterstützung für die Ukraine...