Politik

Damaskus: Israel fliegt nächtlichen Bombenangriff gegen Syrien

Lesezeit: 1 min
05.05.2013 13:16
Israel hat in der Nacht zum Sonntag ein militärisches Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus bombardiert. Ein Eingreifen der USA ist trotz der Eskalation unwahrscheinlich.
Damaskus: Israel fliegt nächtlichen Bombenangriff gegen Syrien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Israel hat in der Nacht zum Sonntag erneut einen Bombenangriff gegen ein Ziel in Syrien geflogen. Die Angriffe galten einen militärischen Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus, berichten mehrere Nachrichtenagenturen.

Bereits am Samstag hatte Israel ein Waffenlager am Flughafen von Damaskus bombardiert, in dem russische Raketen gelagert gewesen sein sollen.

Israel hat sich zum Angriff vom Sonntag noch nicht geäußert. Allerdings hat Israel immer gesagt, dass man jede Unterstützung der Hisbollah aus Syrien unterbinden werde. Israel fürchtet, dass Raketen und möglicherweise chemische Waffen in die Hände der Hisbollah gelangen könnten und die islamistische Miliz mit diesen Waffen Angriffe auf den Norden Israels starten könnte.

Syrien hat auf die Angriffe Israels noch nicht mit einer formalen Kriegserklärung reagiert. Ein Sprecher sagte, dass mit diesen Angriffen die Moral der Rebellen gegen das Regime von Bashar al-Assad gestärkt werden solle.

Ein Eingreifen der USA wird trotz der Eskalation nicht erwartet. Stratfor analysiert die Lage dahingehend, dass die Amerikaner zuwenig Flugzeugträger im Mittelmeer stationiert haben, um sich an einem Angriff beteiligen.

Der Bürgerkrieg in Syrien hat längst einschneidende Folge für die ganze Region: Im Libanon und in Jordanien ist die Wirtschaft wegen der Kämpfe massiv beeinträchtigt. Im Irak sind verstärkte Aktivitäten von radikalen islamistischen Gruppen zu beobachten. Die Türkei und Israel verfolgen in dem Konflikt ihre eigenen Interessen.

Die aktuelle Entwicklung deutet nicht darauf hin, dass der Syrien-Konflikt zu einem neuen Weltkrieg eskalieren könnte. Es hat eher den Anschein, dass sich alle Parteien auf eine Neuordnung der Kräfteverhältnisse in der Region vorbereiten. Russische und amerikanische Interessen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Interessen der Regional-Mächte Türkei und Israel.

Der Westen scheint indessen das Regime von Assad bereits für entscheidend geschwächt zu halten. Daher könnte der Zerfall Syriens der nächste Akt in diesem Drama im Nahen Osten sein.

Er wird vor allem zu Lasten der Zivilbevölkerung in allen beteiligten Ländern erfolgen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Seltene Erden: Gigantisches Vorkommen in Norwegen entdeckt
22.06.2024

Im Süden Norwegens wurde ein bedeutender Rohstofffund gemacht. In einem urzeitlichen Vulkanschlot entdeckten Geologen das größte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chinas Elektroriese BYD: Das Geheimnis des Erfolgs von Wang Chuanfu
22.06.2024

BYD hat Tesla als größten Hersteller von Elektroautos abgelöst, und hinter diesem Erfolg steht Wang Chuanfu. Während Elon Musk weltweit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OECD: Geburtenrate hat sich innerhalb von 60 Jahren halbiert
22.06.2024

Starker Geburtenrückgang: In Deutschland und anderen Ländern bekommen Frauen deutlich weniger Kinder als früher. Das hat gravierende...

DWN
Technologie
Technologie Fraunhofer-Institut: Elektro-Lastwagen bald wettbewerbsfähig
22.06.2024

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts könnten Batterie-Lastwagen schon bald kostentechnisch mit Diesel-Lkw mithalten. Der Hauptfaktor...

DWN
Technologie
Technologie Digitalisierung im Gesundheitswesen lahmt weiterhin
22.06.2024

Obwohl in Deutschland das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens (Digital-Gesetz/DigiG) Ende 2023...

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Keine Hausaufgaben mehr? Die Grünen und ihr verhängnisvoller Irrweg
21.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik China-Besuch: Habeck fordert Überarbeitung der deutschen China-Strategie
21.06.2024

Kaum in Peking angekommen, äußert sich Robert Habeck mit klaren Worten - auch Richtung Berlin. Der Vizekanzler fordert eine...

DWN
Finanzen
Finanzen „Energiepreisbremsen schaffen Planungssicherheit für Unternehmen“
21.06.2024

Der Inflationsanstieg auf 2,4 Prozent im Mai deutet auf eine langfristige Herausforderung hin, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski und...