Politik

USA aktivieren Militärpakt mit Lateinamerika

Die USA und die Organisation Amerikanischer Staaten haben einen Militärpakt gegen Venezuela aktiviert.
13.09.2019 16:14
Aktualisiert: 13.09.2019 16:21
Lesezeit: 1 min

.

Die USA haben am Donnerstag den lateinamerikanischen Interamerikanischen Vertrag über gegenseitigen Beistand (TIAR) aktiviert. Der TIAR tritt immer dann in Kraft, wenn die lateinamerikanischen Staaten bedroht werden und löst den Verteidigungsfall aus. Er besagt, dass “ein bewaffneter Angriff eines Staates gegen einen amerikanischen Staat als Angriff gegen alle amerikanischen Staaten angesehen werden soll.”

“Die jüngsten kriegerischen Aktionen des venezolanischen Militärs an der Grenze zu Kolumbien sowie die Anwesenheit illegaler bewaffneter Gruppen und terroristischer Organisationen auf venezolanischem Territorium zeigen, dass Nicolas Maduro nicht nur eine Bedrohung für das venezolanische Volk darstellt, sondern dass sein Handeln den Frieden und die Sicherheit der Nachbarn Venezuelas gefährdet”, zitiert die Pressestelle des US-Außenministeriums Außenminister Mike Pompeo.

Zum TIAR gehören alle lateinamerikanischen Staaten außer Venezuela, Kuba, Bolivien, Ecuador, Nicaragua und Mexiko.

Die Entscheidung zur Aktivierung des TIAR-Vertrags wurde am Mittwoch offiziell von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gefällt. Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaido unterstützte diesen Schritt.

Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza kritisiert die OAS scharf. “Es ist schmerzlich, dass Länder, die von US-Truppen besetzt und deren Völker durch die Anwendung von TIAR massakriert wurden, heute ein ähnliches Verbrechen gegen ein Bruderland unterstützen”, zitiert die South Atlantic News Agency Arreaza.

Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump klar gemacht, dass sich die US-Politik gegenüber Venezuela trotz des Rücktritts von John Bolton nicht ändern werde. “Wir haben eine Politik in Bezug auf Venezuela, die eine feste Politik ist. Die Situation in Venezuela tut wirklich weh und wir versuchen, den Menschen auf humanitäre Weise zu helfen. Das ist wahrscheinlich nicht gut in Bezug auf ein schreckliches Regime. Aber dort gibt es Leute, die sterben (...) Dies ist ein Land, das vor 15 Jahren eines der reichsten Länder war und jetzt im Sterben liegt. Sie haben kein Wasser, sie haben kein Essen, sie haben keine medizinische Versorgung, sie haben nichts”, so Trump auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Perlon-Gruppe: Deutscher Weltmarktführer geht an China
10.06.2026

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg
10.06.2026

Deutschlands Industrie baut weiter ab: Der Essener Chemiekonzern Evonik streicht 1.850 Stellen bis Ende 2026. Die Krise der deutschen...

DWN
Finanzen
Finanzen Schaeffler-Aktie im Fokus: Erholung nach Vortagsrutsch - Was das Kursziel erhöht
10.06.2026

Aktie im Fokus: Für die Aktien von Schaeffler ist im vorbörslichen Handel am Mittwoch direkt wieder eine Erholung angesagt.

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Nach Trump-Ansage: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
10.06.2026

Israel hat seine Angriffe auf den Iran auf US-Wunsch eingestellt - schließt aber einen Alleingang nicht aus. Ein Iran-Experte warnt vor...

DWN
Politik
Politik Düngemittel-Lobbyisten tummeln sich in Belarus
10.06.2026

Minsk versucht mit Unterstützung der USA, die bislang unnachgiebige Haltung der Europäischen Union zum Transit von belarussischem Dünger...

DWN
Technologie
Technologie iPhones in der EU ohne KI-Siri: Apple greift Kommission an
10.06.2026

Apple startet einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz – doch Nutzer in der EU erhalten auf iPhones und iPads keinen Zugang zu...

DWN
Panorama
Panorama Gewalt von Linken und Rechten nimmt zu
10.06.2026

Die Erhebung politisch motivierter Straftaten gilt als eine Art Fiebermessung für die deutsche Gesellschaft. Ein Blick auf die Statistik...