Wirtschaft

Peinlicher Vergleich mit dem BER: China weiht riesigen Hauptstadt-Flughafen ein

Nach nur vier Jahren Bauzeit wird nahe Chinas Hauptstadt Peking der neue Hauptstadtflughafen eröffnet. Peinlich für Deutschland ist der Vergleich mit dem unvollendeten BER in Berlin, auf den auch chinesische Medien eingehen.
25.09.2019 09:12
Aktualisiert: 25.09.2019 09:17
Lesezeit: 2 min

Nach nur vier Jahren Bauzeit ist in Peking der neue internationale Flughafen in Betrieb genommen worden. Auf der Feier verkündete Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping persönlich die Eröffnung des Mega-Airports. Der Flughafen in Daxing rund 50 Kilometer südlich der Innenstadt ist nach Gebäudefläche der größte Flughafen der Welt. Er soll bis 2021 rund 45 Millionen Passagiere im Jahr transportieren und später auf 100 Millionen erweitert werden.

Wegen ihrer sechs Seitenarme wird die Konstruktion auch "Seestern" genannt. Passagiere sollen kurze Wege haben - maximal 600 Meter. Der Flughafen wurde von der 2016 gestorbenen irakischen Architektin Zaha Hadid und ihren chinesischen Partnern entworfen, hat organische Formen und viel natürliches Licht.

Der neue Flughafen liegt etwa 46 Kilometer vom Platz des Himmlischen Friedens im Zentrum der Hauptstadt entfernt. Mittels moderner Anbindungen - etwa Hochgeschwindigkeitszügen - soll der Süden Pekings binnen 20 Minuten erreicht werden. Die Fluggesellschaft Air China sicherte sich zehn Prozent der Kapazitäten an dem neuen Airport, China Southern und China Eastern jeweils 40 Prozent. Der Rest geht an 50 ausländische Fluggesellschaften, darunter British Airways und Finnair.

Schon heute werden mehr als 100 Millionen Flugreisende über den alten Flughafen im Norden Pekings abgewickelt. Er gilt damit nach dem US-Airport Hartsfield-Jackson Atlanta als der größte der Welt. Sein großer dritter Terminal (T3) war erst kurz vor den Olympischen Spielen 2008 eröffnet worden, platzt aber heute aus allen Nähten.

Der neue Flughafen wurde in den Staatsmedien als Zeichen für Chinas Leistungsfähigkeit und Wachstum gefeiert. Seine Eröffnung erfolgte wie geplant rechtzeitig zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik, der am Dienstag mit einer Militärparade gefeiert wird.

Auch chinesische Medien weisen gerne darauf hin, wie schnell der neue Pekinger Airport gebaut wurde und wie lange dagegen der schon seit 13 Jahren im Bau befindliche neue Berliner Flughafen (BER) braucht, der jetzt im Oktober 2020 eröffnet werden soll. "Berlin kann von Peking lernen", hatte es während des Baus geheißen. Der Berliner Flughafen wurde als "unvollendetes" Projekt beschrieben, das den guten Ruf der Qualität von "Made in Germany" und deutscher Fertigung "beflecken" dürfte. Auch wurden deutsche Medien zitiert, dass der - obendrein noch kleinere - Berliner Flughafen "zu peinlich" sei, wenn man sich den großen neuen Pekinger Airport anschaue.

"Er ist die größte integrierte Transportdrehscheibe der Welt", sagte Projektleiter Bai Henhong der Nachrichtenagentur Xinhua. Zu Beginn stehen vier Start- und Landebahnen zur Verfügung - in Zukunft sollen es sieben werden. Anfangs werden zunächst China Southern und China United Airlines in Daxing abfliegen. Fluggesellschaften der globalen Allianz Skyteam mit China Eastern oder Delta, Korean und Air-France-KLM sollen nach und nach umziehen.

Die Lufthansa hingegen wird an ihrem bisherigen Terminal 3 des alten Flughafens bleiben, wo auch ihr Star-Alliance-Partner Air China weiter seine meisten Flüge abwickeln wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Bulthaup: Brauchen wir noch Küchen im Zeitalter künstlicher Intelligenz?
20.03.2026

Der Name Bulthaup steht seit Jahrzehnten für Luxus-Küchen aus Deutschland. In Zeiten der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz...

DWN
Politik
Politik Krieg gegen Iran: Wie erfolgreich ist Israels Strategie? Und was ist das Ziel?
20.03.2026

Der Konflikt zwischen Israel, Iran und der Hisbollah erreicht eine neue Eskalationsstufe. Militärische Erfolge stehen wachsenden...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gilt Gold noch als sicherer Hafen?
20.03.2026

Am Freitag ist der Goldpreis erneut in die Verlustzone gerutscht. Bei Anlegern sollten nun die Alarmglocken schrillen: Wenn der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Kosten in die Höhe: Fluggesellschaften erhöhen Ticketpreise
20.03.2026

Steigende Treibstoffkosten und ein spürbarer Rückgang im Tourismus infolge des Iran-Kriegs setzen die Flugbranche unter erheblichen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Ifo-Studie: Paare im Homeoffice bekommen mehr Kinder – was wirklich dahintersteckt
20.03.2026

Wer regelmäßig im Heimbüro arbeitet, zeugt mehr Nachwuchs – zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Team von Wissenschaftlern....

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Vermögen aufbauen statt verwalten – Strategien für die nächste Dekade
20.03.2026

Über Jahrzehnte galt eine einfache Regel: Wer spart, sorgt vor. Doch in einer Welt aus Inflation, niedrigen Realzinsen und...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Keine Entspannung im Iran-Krieg in Sicht – Spannungen und wirtschaftliche Risiken nehmen zu
20.03.2026

Auch Wochen nach Beginn der Angriffe ist kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht. Militärische Schläge, geopolitische Spannungen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Fuchs-Aktie überzeugt trotz Gegenwind: Dividende steigt – was Anleger jetzt wissen müssen
20.03.2026

Anleger blicken gespannt auf die Fuchs-Aktie: Der Schmierstoffhersteller steigert Umsatz und Gewinn leicht und hebt die Dividende an....