Politik

Indien: Pakistan nutzt Drohnen, um Terroristen in der Region Punjab zu bewaffnen

Indien behauptet, Pakistan werfe mithilfe chinesischer Drohnen Waffen in der Region Punjab ab, um Extremisten zu unterstützen.
25.09.2019 13:07
Aktualisiert: 25.09.2019 13:08
Lesezeit: 2 min

.

India Today berichtet, Pakistan habe im indischen Teil der Region Punjab innerhalb von acht Tagen (9. bis 16. September 2019) zehn Drohneneinsätze durchgeführt, um AK-47-Gewehre, Falschgeld und Betäubungsmittel abzuwerfen. Die örtlichen Sicherheitsbehörden in Punjab - im Dorf Tarn Taran - sollen die Materialien beschlagnahmt haben.

Der Plan, der nach Angaben der indischen Behörden vom pakistanischen Geheimdienst ISI unterstützt worden sein soll, wurde demnach aufgedeckt, nachdem die Punjab-Polizei eine Drohne beschlagnahmt hatte. Das Abfangen der Drohne erfolgte auf der Grundlage von Informationen, welche vier Extremisten der Khakiastan Zindabad Force (KZF) den indischen Behörden gaben, nachdem sie am 22. September in Tarn Taran festgenommen worden waren.

Besonders interessant ist, dass es sich um chinesische Drohnen gehandelt haben soll. Die Betonung des chinesischen Fabrikats ist besonders interessant, weil Indien nach einer Analyse der Deutschen Wirtschaftsnachrichten im Zusammenhang mit den pakistanisch-indischen Spannungen eigentlich China treffen will. Der Chief Minister des Bundesstaats Punjab, Amarinder Singh, teilte über Twitter mit: “Die jüngsten Vorfälle von Drohnen pakistanischen Ursprungs, bei denen Waffen- und Munitionssendungen abgeworfen wurden, sind eine neue und ernsthafte Dimension von Pakistans finsteren Entwürfen nach der Aufhebung von Artikel 370.”

Seit geraumer Zeit ist eine direkte Konfrontation zwischen Pakistan und Indien um die seit Langem umstrittene Region Kaschmir wieder entbrannt. Pakistan hatte in der vergangenen Woche Aussagen Indiens über einen Anspruch Neu Delhis auf den pakistanisch-kontrollierten Teil von Kaschmir scharf verurteilt. Islamabad lehne nachdrücklich “die aufrührerischen und verantwortungslosen Äußerungen” des indischen Außenministers ab, hieß es in einer veröffentlichten Erklärung des pakistanischen Außenministeriums. Gleichzeitig forderte Islamabad die internationale Gemeinschaft auf, die “aggressive Haltung” Indiens zur Kenntnis zu nehmen.

Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar hatte bei einer Pressekonferenz in Neu Delhi gesagt: “Das von Pakistan besetzte Kaschmir ist Teil Indiens und wir rechnen damit, eines Tages die Rechtshoheit darüber zu haben.” Diese Position vertritt Indien schon lange. Mit den Aussagen verschärfte Jaishankar die jüngsten Spannungen zwischen den beiden Erzfeinden erneut. Diese waren zuletzt eskaliert, nachdem Neu Delhi der von ihm kontrollierte Kaschmir-Region Anfang August einen Sonderstatus entzogen hatte, der der Region weitgehende Autonomierechte verliehen hatte. Damit will Indien das mehrheitlich von Muslimen bewohnte Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Pakistan bezeichnete die Entscheidung als “illegal”.

Währenddessen hat US-Präsident Donald Trump sich erneut selber als Vermittler im Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan ins Spiel gebracht. Voraussetzung sei allerdings, dass sowohl Pakistan als auch Indien das auch wollten, sagte Trump am 23. September 2019 bei einem Treffen mit dem pakistanischen Premierminister Imran Khan am Rande der UN-Vollversammlung in New York. “Ich denke, ich wäre ein extrem guter Vermittler. Ich habe als Vermittler nie versagt”, betonte Trump.

Indien lehnt bislang jede Vermittlung in dem Konflikt ab, so die dpa. Trump sagte, womöglich werde die Regierung in Neu Delhi diese Haltung überdenken. Er habe sowohl zu Khan als auch dem indischen Premierminister Narendra Modi ein sehr gutes Verhältnis. Trump nannte Khan “einen guten Mann, einen großartigen Anführer”. Khan warnte, die Kaschmir-Krise könne sich noch deutlich verschärfen. “Wir schauen auf die Vereinigten Staaten, um Feuer in der Welt zu löschen”, so der pakistanische Premierminister.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie iFLYTEK AINOTE Air 2 bringt KI-gestützte Notizen in ein noch kompakteres E-Ink-Tablet

Für viele Menschen sind die besten Produktivitätstools diejenigen, die nicht versuchen, den gesamten Arbeitstag zu übernehmen. Sie...

DWN
Politik
Politik AfD-Parteitag in Erfurt: Massiver Protest gegen die AfD - Spitzenduo bestätigt
05.07.2026

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter. Vom Protest vor der Halle sahen...

DWN
Finanzen
Finanzen Manchester United, BVB und Juventus: Wenn Fußballklubs an die Börse gehen
05.07.2026

Fußball und Kapitalmarkt wirken auf den ersten Blick wie getrennte Welten. Doch mehrere europäische Klubs sind börsennotiert, darunter...

DWN
Finanzen
Finanzen Interview: Ich lebe in Japan und investiere
05.07.2026

Dita Vārna Yoshimura lebte lange von Gehalt zu Gehalt, dann entdeckte sie durch ihren Mann die Börse. Heute investiert die Lettin aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Brauchen wir das wirklich? Oder gibt es bessere Alternativen?
05.07.2026

Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersfürsorge ist beschlossen – das Altersvorsorgedepot kommt ab 2027. Dann wird das...

DWN
Technologie
Technologie Cybersicherheit braucht weniger Angst und mehr Wissen
05.07.2026

Es ist an der Zeit, dass wir aufhören, Cybersicherheit als Weltuntergang zu verkaufen. Wir sollten sie stattdessen als Teil der...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererhöhung: Steuer auf Spirituosen soll Anfang 2027 steigen
05.07.2026

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. Welche Mehreinnahmen im Zuge der Steuererhöhung...

DWN
Immobilien
Immobilien Deutscher Mietmarkt: Warum sich das Vermieten für Private nicht mehr lohnt
05.07.2026

Die Wohnungskrise in Deutschland verschärft sich. Doch während in Talkshows meist über rücksichtslose Immobilienkonzerne debattiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niob: Brasiliens Monopol über den nächsten Batterie-Rohstoff
05.07.2026

Der historische SpaceX-Börsengang hat auch den Rohstoff Niob ins Rampenlicht der Märkte gerückt. In Brasilien lagern knapp 90 Prozent...