Politik

Ein neuer Atomkrieg würde eine globale Klima-Katastrophe auslösen

Ein Atomkrieg zwischen Indien und Pakistan würde nicht nur eine globale humanitäre Katastrophe, sondern auch eine Klima-Katastrophe ungeahnten Ausmaßes auslösen.
02.11.2019 16:00
Lesezeit: 1 min

Es wird davon ausgegangen, dass die Atomwaffen von Großbritannien, Frankreich, China, Israel, Indien und Pakistan bei 100 bis 300 Sprengköpfen je Land liegen. Obwohl der Einsatz dieser Waffen in einem dieser Länder zu einer regionalen und wahrscheinlich globalen politischen Katastrophe führen dürfte, sind auch die Auswirkungen auf die Umwelt von globaler zerstörerischer Natur.

Das Magazin Science Advances hat die Auswirkungen eines Atomkriegs um das Jahr 2025 in einer Studie untersucht. Aufgrund der kurzfristigen regionalen Auswirkungen von Kernexplosion, Wärmestrahlung und sofortiger Kernstrahlung wurde festgestellt, dass die Todesfälle in einem regionalen Krieg - möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit - die jährliche natürliche globale Todesrate verdoppeln könnten. Darüber hinaus könnten die Umweltbelastungen im Zusammenhang mit Klimaveränderungen, die durch Rauch aus brennenden Städten verursacht werden, weit außerhalb des Kriegsgebiets zu Hunger und Störungen des Ökosystems führen.

Die Abrüstungsorganisationen IPPNW und ICAN Deutschland melden in einer diesbezüglichen Mitteilung: “Da die Bekämpfung der Brände bei einem Atomkrieg praktisch unmöglich wäre, würde sich der Rauch innerhalb von Wochen global über die Stratosphäre ausbreiten und das Sonnenlicht würde zwischen 20 und 35 Prozent abnehmen. Je nach eingesetzter Sprengkraft würde ein begrenzter regionaler Atomkrieg die globale Oberflächenlufttemperatur daher zwischen 3 bis 5,5 Grad Celsius senken. Diese globale Abkühlung würde zudem zu einem deutlichen Rückgang der Niederschläge führen (im globalen Durchschnitt 20 bis 30 Prozent mit regionalen Schwankungen). Durch kältere Temperaturen verdunstet weniger Wasser aus den Ozeanen und fällt als Regen oder Schnee auf die Erde zurück.”

In der Folge würde es zu einer Lebensmittelknappheit kommen, da die Ökosysteme und der Lebensmittelbau nachhaltig gestört werden würde.

Auf die USA und Russland entfallen rund 93 Prozent der weltweit geschätzten 13.900 Atomwaffen. Indien und Pakistan verfügen über jeweils 140 bis 150 Sprengköpfe, die auf 200 bis 250 erweitert werden könnten. Schätzungen der Anzahl von Sprengköpfen in Indien und Pakistan basieren auf der Kapazität von Trägersystemen, die durch Fernerkundung ermittelt werden können, und nicht auf der Menge an angereichertem Uran und Plutonium, die die Länder möglicherweise produziert haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit – DAX rutscht weiter ab
19.03.2026

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation...

DWN
Politik
Politik USA-Einreise: Kaution auf 15.000 Dollar ausgeweitet – diese 50 Länder sind betroffen
19.03.2026

Neue Hürden bei der USA-Einreise sorgen für Unsicherheit: Eine USA-Kaution von 15.000 Dollar wird für immer mehr Länder Pflicht. Doch...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen
19.03.2026

Die Bundesregierung hat sich bezahlbares Wohnen mit Rotstift auf die Fahne geschrieben. Nach Erlass des Bauturbos sollen auch neue oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Meinung: Reflexartige Reaktionen der EZB sind das Letzte, was jetzt gebraucht wird
19.03.2026

Der EZB-Zinsentscheid steht an: Zwischen Inflationsrisiken und Konjunktursorgen muss die Europäische Zentralbank einen schmalen Grat...

DWN
Finanzen
Finanzen Novo Nordisk-Aktie: Milliardenmarkt für Adipositas treibt Ausbau in Irland voran
19.03.2026

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk investiert 432 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktion in Irland und stärkt damit seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ZF schreibt Milliardenverlust: Schulden bleiben hoch, Nachfrage stagniert – wie geht es weiter?
19.03.2026

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen kämpft weiter mit den Folgen von Umbau und Marktschwäche. Trotz Verbesserungen im operativen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IMK warnt: Neue Inflation in Deutschland durch Ölpreisschock
19.03.2026

Die Inflation könnte schneller zurückkehren als viele erwarten. Der Iran-Krieg treibt Energiepreise nach oben und setzt Haushalte unter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft CDU-Wirtschaftsrat fordert Fracking in Deutschland – Risiken für Umwelt und Klima
19.03.2026

Deutschlands Rohstoffstrategie steht unter Druck: Der Ruf nach mehr Eigenförderung wird lauter. Fracking rückt dabei wieder in den Fokus...