Technologie

Ford fertigt Autoteile aus Kaffebohnen-Schalen von McDonald´s

Ford fertigt Autoteile aus Kaffeebohnen-Schalen, die von McDonald´s stammen.
28.12.2019 10:11
Lesezeit: 1 min
Ford fertigt Autoteile aus Kaffebohnen-Schalen von McDonald´s
Kaffee bei der Röstung. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Ford und McDonald´s sind in den USA eine Kooperation eingegangen, die den Bau von Teilen – beispielsweise Schweinwerfer-Gehäuse – aus den Schalen von Kaffeebohnen vorsieht. Laut Ford sei das aus den Kaffeeschalen gewonnene Material 20 Prozent leichter als bisher verwendete Materialien. Darüber hinaus würde sich beim Produktionsprozess eine rund 25-prozentige Energie-Einsparung ergeben.

In einer Pressemitteilung von Ford heißt es: „Jedes Jahr fallen beim Rösten von Kaffee großen Schalenmengen an … Gemeinsam möchten Ford und McDonald´s diesen langlebigen Reststoff nun einem nachhaltigen Zweck zuführen. Durch starke Erwärmung bei niedrigem Sauerstoffgehalt lässt sich das Material mit Kunststoff und anderen Additiven vermischen und in Pellets umwandeln, die ihrerseits in verschiedene Formen gebracht werden können.“

Für Prof. Ewald Werner handelt es sich bei dem Verfahren allerdings eher um eine Marketing-Maßnahme denn eine ernsthafte technische Neuerung. „Es ist einer von mittlerweile vielen Ansätzen, erdölgebundene Polymere (in der Automobilproduktion gleichzusetzen mit Kunststoffen – Anm. d. Red.) mit umweltfreundlichen Biopolymeren zu ersetzen“, so der Experte für Werkstoffkunde der Fakultät Maschinenwesen der Technischen Universität München (TUM) im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Aber selbst wenn dieser „nette“ Versuch gelänge: „Wieviel würde das der Umwelt wirklich bringen?“ Der gewichtsmäßige Anteil der Scheinwerfer-Gehäuse an einem Auto läge im einstelligen Promillebereich. Weit über 99 Prozent des Autos würden also weiterhin aus herkömmlichen Materialien bestehen. Eine Reihe von Branchen, darunter die Auto- und Fast-Food-Industrie, stünden in ökologischer Hinsicht eben unter besonderem Zugzwang, so Werner: „Die müssen was für ihr grünes Image tun – da hört es sich eben toll an, Autoteile aus einem natürlichen Rohstoff zu fertigen. Die Sinnhaftigkeit steht an zweiter Stelle.“

Zum Schluss hat Werner noch einen Vorschlag, was man mit den Kaffeebohnen-Schalen auch noch, vielleicht sogar besser, machen könnte: „Zu Humus verarbeiten.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Konflikte im Büro: So gehen Sie mit schwierigen Kollegen um
17.10.2026

Den schwierigen Kollegen wird man selten vollständig los. Doch man kann lernen, besser mit ihm umzugehen und sich selbst viel Ärger zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BYD Dolphin G DM-i im Test: Ist das der Kleinwagen der Zukunft?
17.10.2026

100 Kilometer elektrisch, mehr als 1.000 Kilometer Gesamtreichweite und 212 PS: Der BYD Dolphin G DM-i bringt Werte in die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölmarktbericht : IEA warnt vor anhaltender Diesel-Knappheit
17.10.2026

Die Dieselversorgung bleibt laut der Energieagentur bis weit ins Jahr 2027 angespannt. In Europa könnten die Preise schon in den kommenden...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vinted greift den Einzelhandel an: Wird Neuware zum Auslaufmodell?
17.10.2026

Gebraucht statt neu: Vinted wächst rasant und könnte dem klassischen Einzelhandel zunehmend gefährlich werden. Schon heute ersetzen drei...

DWN
Politik
Politik BND-Skandale: Spionagefälle, Abhöraktionen und geheime Pannen
17.10.2026

Verrat aus den eigenen Reihen, umstrittene Überwachungsaktionen und verschwundene Geheimdokumente: Der Bundesnachrichtendienst (BND)...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Ausverkauf breitet sich aus
16.10.2026

Die Wall Street erlebt eine turbulente Handelswoche – erfahren Sie, was hinter der aktuellen Unruhe an den Märkten steckt.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deal mit Nvidia: Bundesregierung plant Kooperation mit US-Chiphersteller
16.10.2026

Deutschland will die Lücke beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie schließen. Viele deutsche KMU hinken bei der digitalen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Ein Großhändler stellte 35 Roboter ein und verdreifachte so die Kapazität – ist das die Zukunft?
16.10.2026

Wenn Kunden eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden erwarten, wird das Lager zu einem Wettbewerbsfaktor. Dies hat den dänischen...