Finanzen

Neue wirtschaftspolitische Agenda: Russland setzt auf Erhöhung von Sozialleistungen und Investitionen

Russlands Präsident Putin hat versprochen, im aktuellen Jahr auf eine expansive Fiskalpolitik umzusatteln. Der Lebensstandard der Russen soll verbessert werden.
26.01.2020 11:00
Lesezeit: 1 min
Neue wirtschaftspolitische Agenda: Russland setzt auf Erhöhung von Sozialleistungen und Investitionen
Russland, Moskau: Wladimir Putin (r), Präsident von Russland, und Michail Mischustin, neuer Ministerpräsident von Russland. (Foto: dpa) Foto: Alexei Nikolsky

Die neue Regierung Russlands dürfte die bisherige Wirtschaftspolitik des Landes zugunsten höherer Ausgaben, eines Anstiegs der Sozialleistungen und höherer Investitionen revidieren. Michail Mischustin, den Präsident Wladimir Putin in der vergangenen Woche als Nachfolger von Dimitri Medwedew ernannt hatte, wies sein neues Kabinett an, die Staatsausgaben zu erhöhen. Das geht aus einer Mitteilung der russischen Regierung hervor.

“Aus objektiven Gründen stagnierte oder sank der Lebensstandard der Russen. Dieser negative Trend war in den letzten drei oder vier Jahren zu beobachten. In diesem Jahr konnten wir diesen Trend umkehren. Bisher können wir zwar nicht über ein substanzielles Wachstum sprechen. Dennoch hat sich der Trend insgesamt verbessert”, zitiert Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) Putin.

Offizielle russische Statistiken aus dem ersten Quartal 2019 besagen, dass knapp 21 Millionen der rund 142 Millionen Bürger Russlands in Armut leben (entspricht circa einem Siebtel). In dem im Dezember 2019 veröffentlichten Wirtschaftsbericht der Weltbank über Russland heißt es, dass sich das Wirtschaftswachstum in Russland nach einer schwachen Leistung im ersten Halbjahr 2019 beschleunigte.

Eine Ankündigung auf der Website der Regierung besagt, dass die Änderungen am Budget dazu beitragen werden, die Ziele zu verwirklichen, die Putin in der vergangenen Woche in seiner Rede zum Zustand der Nation formuliert hatte. Russland solle seine Wachstumsrate auf über drei Prozent steigern, indem Investitionen in die Wirtschaft getätigt werden, die wiederum zur Verbesserung der Lebensgrundlage der Russen führen sollen.

Russland betrieb seit dem Jahr 2012 eine Politik der makroökonomischen Stabilität, was dazu führte, dass das Land seine Devisenreserven um mehr als 200 Milliarden US-Dollar erhöhte.

Mischustin wird voraussichtlich die Umstellung auf eine wachstumsorientiertere Wirtschaftsagenda überwachen. “Die Finanzpolitik soll zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder expansiv werden. Mit der lang erwarteten Haushaltserleichterung, einer Stärkung der Wachstumsagenda der Regierung und einem Rückgang des externen Drucks erwarten wir, dass das Wachstum wieder auf Kurs kommt. Die Aktivierung sozialer Impulse im Vorfeld der Parlamentswahlen 2021 soll auch das Wachstum unterstützen, zitiert die Moscow Times Sofya Donets, Wirtschaftswissenschaftlerin bei "Renaissance Capital".

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic: So kaufen Anleger die SpaceX-Aktie
16.06.2026

Die SpaceX-Aktie schießt nach dem Börsengang kräftig nach oben und lockt Millionen Anleger an. Wer sie über Trade Republic kaufen will,...

DWN
Politik
Politik Er hat 1 Milliarde Dollar für ukrainische Waffen gesammelt: „Die Russen hassen uns“
16.06.2026

Es ist nicht nur der umfassende Einsatz von Drohnen aller Art, der die Verteidigung der Ukraine gegen Russland zu einer neuen Form des...

DWN
Panorama
Panorama Können Arbeitnehmer während der Elternzeit gekündigt werden?
16.06.2026

Wer Elternzeit nimmt, setzt für einige Monate oder sogar Jahre beruflich aus. Gleichzeitig besteht oft die Sorge, ob der Arbeitgeber die...

DWN
Technologie
Technologie Cyberangriff im Mittelstand: Wenn Hacker die Liquidität bedrohen
16.06.2026

Ohne Internet halten Betriebe im Schnitt nur 20 Stunden durch – und genau diese Abhängigkeit nutzen Cyberkriminelle aus. 2025...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street im Höhenflug nach US-Iran-Abkommen
15.06.2026

Ein diplomatischer Durchbruch sorgt für unerwartete Dynamik an den Finanzmärkten – was Anleger zu den aktuellen Marktentwicklungen...

DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026: Milliarden fließen in wenige Taschen
15.06.2026

Die in Nordamerika beginnende Fußball-WM 2026 ist größer als je zuvor. Von den astronomischen Einnahmen dieses Sportfestes profitieren...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Leitzins angehoben: Wer sind die Verlierer und Gewinner?
15.06.2026

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone am vergangenen Donnerstag angehoben. Für Sparer, Kreditnehmer, Staaten und...

DWN
Politik
Politik Europäische Schlüsselstaaten wollen Kaja Kallas’ Macht beschneiden
15.06.2026

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, allen voran Deutschland und Frankreich, suchen nach Möglichkeiten, die Macht der Hohen...